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Intelligenter Rollator mit Weitblick

28.11.2013
Die globale Siemens-Forschung Corporate Technology entwickelt in einem EU-Förderprojekt namens „DALi" einen High-Tech-Rollator, der Menschen mit kognitiven Einschränkungen sicher durch öffentliche Gebäude lotst.

Der Aufenthalt in Flughäfen oder Einkaufszentren birgt Tücken für ältere Menschen: Im Trubel sind bauliche Hindernisse oder Schilder für sie schwer erkennbar, es kann zu Unfällen kommen. Das System soll aber nicht nur den Alltag für Senioren sicherer machen, sondern auch im industriellen Bereich zum Einsatz kommen.



Das Herzstück des „c-Walker" genannten Rollators ist eine so genannte Cognitive Navigation Prothesis. Die Gehhilfe ist mit bildgebenden Sensoren ausgestattet unter anderem dem Kinect-Sensor, der von Microsoft für die Spielkonsole Xbox entwickelt wurde. Damit erfasst das mobile System seine Umwelt räumlich und in Echtzeit.

Dank seiner vielen Augen weiß C-Walker wo er sich gerade befindet, wo Hindernisse lauern, in welche Richtung sich Menschen bewegen und sogar, was auf Hinweis- oder Gefahrenschildern steht. So bietet das Gerät Orientierung in unstrukturierten Umgebungen und führt den Nutzer auf der optimalen Route sicher zu seinem Ziel.

Siemens plant die Technologie auch in Industrieumgebungen einzusetzen. Automatisierte Produktionsstrecken sind oft unübersichtlich. Mensch und Maschine kommen sich hier schnell in die Quere. Durch die Integration der Technik in tragbare Panel-PCs soll das Zusammenspiel von Menschen und Maschinen sicherer und komfortabler werden.

Die Geräte können beispielsweise Produktionsmitarbeiter vor dem Betreten von Gefahrenzonen warnen oder Servicetechniker den bestmöglichen Weg durch die Fabrik weisen.

Die Technologie unterstützt nicht nur Menschen bei ihrer Arbeit, sondern auch deren mechanische Kollegen. Roboter und Maschinen werden mit der Technologie für ihre Umwelt sensibilisiert und können auf Einflüsse aus ihrer Umgebung reagieren.

Für Siemens ist diese Entwicklung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer intelligenten Industrieumgebung, in der Menschen und Maschinen wechselseitig aufeinander reagieren, um effizienter zusammenzuarbeiten.

Siemens nutzt den Kinect-Sensor auch für ein System zur virtuellen Planung von Arbeitsabläufen. Die Kinect-Technik erkennt hier die Bewegung und die Körperhaltung einer Person im Raum und überträgt sie auf einen Avatar in einer virtuellen Umgebung. So wie sich ein Spieler intuitiv in den Szenen eines Computerspiels bewegt, können Techniker mit Kinect auch Bewegungsabläufe an Arbeitsplätzen durchspielen. (2013.11.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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