Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EyeRing: Kameraring beschreibt Gesehenes

13.08.2012
Hightech-Hilfsmittel für Sehbehinderte auch als Lernhilfe interessant

Ein Team am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat ein System entwickelt, mit dem sich Sehbehinderte einfach per Fingerzeig Informationen über ihre Umgebung holen können.


Fingerzeig-Frage: Was sehe ich dort? (Foto: MIT/Suranga Nanayakkara)

Möglich macht das der "EyeRing" mit integrierter Kamera in Kombination mit dem Smartphone des Trägers. Das ursprünglich als Sehhilfe konzipierte Augmented-Reality-System hat den Forschern der Fluid Interfaces Group http://fluid.media.mit.edu zufolge breiteres Anwendungspotenzial - beispielsweise als Navigationshilfe oder auch als Unterstützung für Kinder, die gerade das Lesen lernen.

Hören per Fingerzeig

Die Idee hinter dem am Zeigefinger getragenen EyeRing ist denkbar einfach: Der Nutzer muss nur auf ein Objekt zeigen, den Auslöser drücken und bekommt dann die per Sprachbefehl gewünschte Information akustisch ausgegeben. Zur Auswahl stehen dabei unter anderem Farb- und Texterkennung, berichtet Technology Review. Möglich macht das eine in den Ring verbaute Kamera, die ein Foto schießt und per Bluetooth an das Smartphone überträgt. Dort verarbeitet eine App die Bildinformation in geeigneter Form, ehe das Ergebnis auf dem Bildschirm sowie über Lautsprecher ausgegeben wird.

Die Idee einer Fingerkamera als Assistenzsystem für Sehbehinderte ist nicht neu. Ein 2009 vom US-Wissenschaftler Georg Stetten präsentiertes System (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090121033/ ) hat damals allerdings auf Vibrations-Feedback gesetzt. Im Vergleich dazu ist die Bildschirm- und Sprachausgabe der MIT-Entwicklung unmittelbarer für Nutzer verständlich.

Nützlich für alle

Das Team geht davon aus, dass nicht nur Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen vom EyeRing profitieren könnten. Denkbar ist beispielsweise auch, dass Kinder, die gerade das Lesen lernen, durch die Texterkennung mit Vorlesen unterstützt werden. Weitere mögliche Anwendungsgebiete, die von den Forschern genannt werden, umfassen die Nutzung als Navigations- oder Übersetzungshilfe.

Derzeit funktioniert der EyeRing bzw. die zugehörige Software mit Android-Smartphones oder Mac-Computern, eine iPhone-Umsetzung ist dem Team zufolge in Arbeit. Das System wurde bereits mit Sehbehinderten Nutzern getestet und soll zum kommerziellen Produkt weiterentwickelt werden. Das dürfte allerdings noch dauern, denn geplante Weiterentwicklungen sollen dank zusätzlicher Sensoren nicht nur Bilddaten erfassen.

Erklärungsvideo auf Vimeo: http://vimeo.com/37202680

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://web.mit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops