Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das weltweit erste Ölmodul mit Vollkunststoff-Gehäuse in Serie

14.08.2003



Es begann vor etwa zehn Jahren mit dem Ölfilterdeckel, später kamen verschiedene Komponenten wie Ölfiltergehäuse hinzu, nun ist es gelungen, ein komplettes Ölmodul aus Kunststoff herzustellen.

Entwickelt wurde es von der in Ludwigsburg ansässigen MANN+HUMMEL GMBH in Zusammenarbeit mit Bayer Polymers, einem Unternehmensbereich der Bayer AG. Das Bauteil besteht aus Durethan® AKV 35 H2.0, einem mit 35 Prozent Glasfasern verstärkten, speziell für hohe Einsatztemperaturen ausgelegten Polyamid 66. Zum Einsatz kommt es in den Audi A3 2,0l FSI-Motoren. "Wir gehen nach diesem Durchbruch davon aus, dass es viele Nachfolgeprojekte geben wird, die dem Werkstoff Polyamid endgültig diese Motorraumanwendung erschließen", erläutert dazu Ulrich Grosser, Konstruktionsexperte bei Bayer Polymers. Die Society of Plastics Engineers (SPE), Central Europe, zeichnete die Innovation kürzlich mit einem "Automotive Division Award" aus: In der Kategorie "Powertrain" (Anwendungen unter der Motorhaube/Fahrwerk) belegte das Bauteil den ersten Platz.

Das Kunststoff-Ölmodul hat gegenüber vergleichbaren Ausführungen aus Druckgussaluminium gleich mehrere Vorteile. So ist zum Beispiel seine Herstellung kostengünstiger. Während bei Ölmodulen aus Metall Bohrungen, Gewinde, Durchbrüche und Flansche teilweise mechanisch bearbeitet werden müssen, liefert der Spritzguss ein fertiges Bauteil. Der Ausschuss ist geringer - allein schon wegen der niedrigeren Zahl an Prozessschritten bei der Produktion. Außerdem lassen sich Zusatzfunktionen wie etwa Ölkühlung, Kurbelgehäuseentlüftung, Sensorik, Regel- oder Bypassventile einfach integrieren.



Die Ausführung des Bauteils in Kunststoff ermöglicht gegenüber einem vergleichbaren Ölmodul aus Aluminium-Druckguss eine Gewichtsersparnis von 300 Gramm. Dies liegt neben der niedrigeren Dichte des Thermoplasten vor allem daran, dass sich die komplizierten Geometrien im Spritzguss einfacher umsetzen lassen. Dank des metallfreien Vollkunststoff-Gehäuses ist das Formteil zudem Recycling-freundlich.

Der verwendete Durethan® Typ ist eine auf diese Anwendung zugeschnittene Sonderrezeptur. Sie zeigt eine nur äußerst geringe Verzugsneigung, wodurch eine hohe Planarität und damit Dichtigkeit der Flansche gegeben ist. Der Werkstoff lässt sich so verarbeiten, dass glasfaserfreie Oberflächen resultieren. Dadurch können keine Glasfasern in den Ölkreislauf gelangen. Weiterhin zeichnet sich das Material durch eine hohe Resistenz gegen Wechselbelastungen (Druckpulsation) aus. Mikroskopische Untersuchungen nach Lebensdauertests ergaben in kritischen Bereichen des Formteils keine Schäden infolge Hydrolyse oder chemischer Attacken durch Öladditive oder Zersetzungsprodukte.

Zur Zeit wird daran gearbeitet, ähnliche Ölmodule in Serie umzusetzen. Außerdem sind neue Konzepte für weitere Pkw-Motoren in der Planung.

| BayNews
Weitere Informationen:
http://www.bayer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht LED-Sitzhocker gegen Rückenschmerzen
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

nachricht Hochschule Hamm-Lippstadt entwickelt Lebensmittel-Abholbox für ländliche Regionen
14.03.2018 | Hochschule Hamm-Lippstadt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics