Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Visuelle Umgebungserkennung verbessert erweiterte Realität

07.07.2009
Technologie "Blur" verspricht neue Anwendungs-Möglichkeiten

Erweiterte Realität (Augmented Reality, AR), bei der Computergrafik und -inhalte eine Kameraansicht der Umgebung liefern, hat begonnen, Smartphones zu erobern. Erste entsprechende Anwendungen sind mit dem Reiseführer Wikitude und Layar (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090618004/) bereits erschienen.

Doch die Positionierung von AR-Informationen mittels GPS und Trägheitssensoren weist noch Ungenauigkeiten auf. Die nächste Generation solcher Anwendungen soll daher auch eine visuelle Umgebungserkennung bieten.

"Eine genaue visuelle Erfassung ist für bestimmte Anwendungen sehr wichtig", meint Jay Wright, Director of Business Development der Qualcomm Research and Development Group, gegenüber pressetext. Mit der Technologie "Blur" will Qualcomm die visuelle Umgebungserkennung in zukünftigen Chip-Generationen und damit auch neue Anwendungen ermöglichen.

Wird bei AR nur auf GPS und Trägheitssensoren gesetzt, kann beispielsweise die Richtung, in der ein Gebäude positioniert wird, unter schlechten Bedingungen um 20 bis 30 Grad von der tatsächlichen Richtung in der Umgebungsansicht abweichen, heißt es bei Qualcomm. Zur groben Orientierung mag das zwar ausreichend sein, nicht aber, wenn es beispielsweise darum geht, AR-Information wirklich exakt einzublenden.

Das trifft etwa zu, wenn ein AR-Element ganz exakt auf einen bestimmten Gebäudeteil ausgerichtet werden soll, beispielsweise auf den Eingang eines Restaurants. "Wenn man mehrere Nutzer hat, die bei einem AR-Spiel die gleiche Umgebung ansehen, ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Informationen wirklich an der selben Stelle angezeigt werden", meint Wright. Eine genaue visuelle Positionierung von AR-Informationen könnte außerdem Anwendungen wie AR-Bedienungsanleitungen ermöglichen, bei denen zum Beispiel Knöpfe exakt angezeichnet werden müssen.

Die Grundlage für solche zukünftigen AR-Anwendungen will Qualcomm mit dem Projekt Blur schaffen. "Eine genaue visuelle Erfassung erfordert eine gewaltige Rechenleistung", nennt Wright das wesentliche Problem. Immerhin muss das Umgebungsbild der Kamera in einem mobilen Endgerät entsprechend verarbeitet werden - mit den Ressourcen einer mobilen Prozessorplattform wie Qualcomms Snapdragon. "Wir versuchen, dafür die optimale Mischung aus der Nutzung einer ARM-CPU, Grafikprozessorkern und anderen Rechenkernen zu finden", so Wright.

Langfristig soll das in Verbindung mit einer geeigneten Vergleichs-Bilddatenbank eine geeignete Plattform für eine neue Generation von AR-Anwendungen ergeben. Drittentwickler hätten dann die Möglichkeit, diese mit einer anwendungsspezifischen Informationsdatenbank zu kombinieren, um Reiseführer, Spiele oder andere AR-Anwendungen mit einer genauen visuellen Umgebungserfassung zu realisieren. Dazu, wie lange es dauern wird, ehe dieses System Realität wird, gibt es allerdings noch keine konkrete Abschätzung.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mobilizy.com/wikitude.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie