Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterstützende Orientierungshilfe für Feuerwehr und Co: Forscher der TU Graz entwickeln ein Katastrophenführungssystem

18.03.2009
Präsentation der Entwicklung am Technologie-Event "World's Best Technology Showcase" in Texas, USA

Wo befindet sich der Sanitäter und wo die Treppe? Welcher ist der sicherste Fluchtweg?

Fragen, deren rasche Beantwortung im Krisenfall für Einsatzkräfte und damit für alle Betroffenen überlebenswichtig ist. Die Positionsbestimmung von Personen innerhalb von Gebäuden und unterirdischen Anlagen, also ohne jeglichen GPS-Empfang, war bisher aber eine ungelöste Aufgabe.

Ein Forscherteam rund um Ulrich Walder vom Institut für Bauinformatik hat dafür nun ein computerunterstütztes System entwickelt, das auf Basis von Trägheitsnavigation und der Interaktion mit intelligenten Gebäude-Grundrissen funktioniert. Die Forschergruppe ist als erster österreichischer Teilnehmer eingeladen, das so genannte "Indoor Positioning System" Ende März am Technologie-Event "World's Best Technology Showcase" in Texas, USA, interessierten Investoren und Firmen vorzustellen.

Katastrophenfall in einem Einkaufszentrum, Feuer und Rauch versperren die Sicht: Zu wissen, wo man ist und wo man hin muss, ist für Einsatzkräfte in solchen Situationen überlebenswichtig. "Der bisherige Lösungsansatz zur Positionsbestimmung, viele Sensoren wie etwa Kameras zu installieren, ist nicht praxistauglich. Abgesehen von den enormen Kosten, funktionieren derartige Installationen im Ernstfall womöglich überhaupt nicht mehr", erklärt Ulrich Walder. Die Lösung der TU-Forscher: Ein kleiner, direkt am Körper getragener Sensor, der aus der gemessenen Beschleunigung, also der Bewegung der Einsatzkräfte, und dem Erdmagnetfeld laufend seinen Standort bestimmt. Solcherart berechnete Positionen können allerdings aus verschiedensten Gründen, etwa durch abgelenkte Erdmagnetfelder, ungenau sein. Um derartige Störungen zu kompensieren, haben die Wissenschafter eine Koppelung mit einem "intelligenten" Grundrissplan entwickelt, der den Sensor an bestimmten Stellen automatisch repositioniert. "Durch die Kommunikation zwischen Sensor und Grundriss ist die Position des Sensorträgers laufend erkenntlich", bringt Walder die Funktionsweise des Systems auf den Punkt.

Monitor-Brille zeigt Position an

Um Einsatzkräfte wie Feuerwehr oder Polizei nicht von ihrer primären Aufgabe abzulenken, kann das ganze System freihändig bedient werden: Direkt auf einer Monitor-Brille sieht der Sensorträger seine eigene Position auf einem Grundrissplan. "Aber nicht nur der Sensorträger selbst kennt so laufend seinen Standort, auch die Einsatzleitung hat einen besseren Überblick und kann ihre Kräfte effizienter koordinieren", so Walder. Vorrangig zwar für Einsatzkräfte nützlich, kann diese Technologie aber auch zu einer alltäglichen Anwendung für Jedermann werden: Ziel ist die Anwendbarkeit auf Mobiltelefonen, die ihre Nutzer dann beispielsweise durch Flughäfen, Städte oder Einkaufszentren pilotieren können.

Das Technologie-Event "World's Best Technology Showcase" findet heuer am 24. und 25. März in Texas, USA, statt und bietet bereits zum achten Mal den 100 weltweit besten Ideen aus allen Wissenschaftsbereichen eine Präsentations- und Kontaktplattform. Die Entwickler der nach strengen Kriterien ausgewählten Technologien haben jeweils nur sechs Minuten Zeit, um sich interessierten Investoren und Firmen vorzustellen.

Rückfragen:
Univ.-Prof. Dr.techn. Dipl.-Bauing. Ulrich Walder
Institut für Bauinformatik
Email: ulrich.walder@tugraz.at
Tel: +43 (316) 873 - 4340

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften