Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachsteuerung für barrierefreies Fahren geht in Serie

15.05.2014

Sprachtechnologie erleichtert Körperbehinderten das Autofahren: Das gemeinsame Projekt von EML European Media Laboratory und Mobilcenter Zawatzky im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wurde jetzt erfolgreich abgeschlossen. Die ersten barrierefreien Fahrzeuge mit Sprachsteuerung sind bereits verkauft.

Inklusion ist für körperbehinderte Autofahrer glücklicherweise nicht nur ein Schlagwort: Menschen mit einer körperlichen Behinderung können dank der heutigen Technik ein Auto selbstständig steuern. Mechatronische Systeme ermöglichen das Lenken, Gasgeben oder Bremsen.


"Blinker links!": Josef Fleischmann fährt mit einem umgebauten VW T5 von Mobilcenter Zawatzky mit eingebauter EML-Sprachsteuerung. Foto: EML


Wie ein Smartphone: Die Sprachsteuerungssoftware läuft diesem Mini-Computer. Foto: EML

Wer jedoch den Blinker setzen oder die Klimaanlage einstellen will, musste bisher je nach Art der Behinderung auf individuelle und dadurch kostenintensive Zusatzanfertigungen zurückgreifen. Für solche so genannten Sekundär- und Komfortfunktionen erweist sich die Sprache als praktisches Steuerungsinstrument.

Deshalb entwickelten die EML European Media Laboratory GmbH und die Mobilcenter Zawatzky GmbH gemeinsam eine Sprachsteuerung für Sekundär- und Komfortfunktionen. Das Projekt wurde im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

ZIM ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm für mittelständische Unternehmen und wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen. Der Meckesheimer Fahrzeugumrüster Zawatzky besitzt langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Fahrzeuganpassungen für Menschen mit Behinderung. Das Heidelberger IT-Unternehmen EML verfügt über eine hohe Expertise auf dem Gebiet der Mensch-Technik-Interaktion und Sprachtechnologie.

„Die technische Innovation des ZIM-Projekts bestand in einer Kombination von lokaler und serverbasierter Spracherkennung“, erläutert EML-Forschungs- und Entwicklungschef Dr. Siegfried Kunzmann. „Unsere Sprachtechnologen haben für das Projekt eine Spracherkennung entwickelt, die auch in Situationen mit hohem Geräuschpegel gesprochene Befehle zur Steuerung der sogenannten Sekundärfunktionen wie Hupen, Blinken oder zur Steuerung des Fernlichts mit einer großen Sicherheit erkennt.“

Bei einem Test zeigte sich Oliver Fleiner vom Verein „behindert-barrierefrei“ begeistert: „Die Spracherkennung funktioniert wirklich super, das imponiert mir sehr.“ Die Mobilcenter Zawatzky GmbH bietet das System jetzt für mehrere Fahrzeugtypen an.

„Schon Ende letzten Jahres gingen bereits die ersten Bestellungen für Fahrzeuge mit Sprachsteuerung ein“, freut sich Geschäftsführer Andreas Zawatzky. „Mittlerweile haben wir schon einige Wagen mit dieser Zusatzfunktion verkauft.“ Josef Fleischmann (siehe Video http://www.youtube.com/watch?v=t29GFBk-2-E ), einer der Neukunden, führte bei der Abschlusspräsentation in Meckesheim / Baden den anwesenden Medien die Sprachsteuerung in seinem Fahrzeug vor, mit dem er von Stuttgart aus angereist war.

In der nächsten Version soll das Spracherkennungssystem dem Fahrer noch mehr Komfort bieten: Das EML-Team arbeitet daran, die Sprachsteuerung über das Internet zu realisieren. Damit werden auch Komfortfunktionen wie Navigationssysteme, Wetterberichtsabfragen oder das Diktieren von Kurznachrichten möglich. Ein erster Prototyp der Sprachsteuerung inklusive der Komfortfunktionen wurde bereits Ende 2013 im Rahmen des Jahrestreffens der „European Mobility Group“ präsentiert.

EML European Media Laboratory GmbH
Die EML European Media Laboratory GmbH ist ein Entwicklungs- und Forschungsunternehmen im Bereich der angewandten IT mit Sitz in Heidelberg, das von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Experience IT – Intuitive Technology“ entwickelt das EML Software und neue Methoden im Bereich der automatischen Sprachverarbeitung. Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft zeichnete jetzt das Unternehmen für sein besonderes Engagement in Forschung und Entwicklung mit dem Siegel „Innovativ durch Forschung“ aus.

Mobilcenter Zawatzky GmbH
Das Mobilcenter Zawatzky besteht seit 50 Jahren als Fahrzeugumbauer und Spezialist für Fahrzeuganpassungen, Behindertenumbauten und Fahrzeugumbauten. Vom Auto fahren mit Joystick bis zur Pedalverlängerung und vom Schwenksitz bis zur Behindertenfahrschule deckt das Familienunternehmen das gesamte Spektrum zur Mobilität eines Menschen mit Behinderung ab. Firmengründer Rudolf Zawatzky wurde kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein herausragendes Engagement ausgezeichnet.

Pressekontakt:
EML European Media Laboratory GmbH
Dr. Peter Saueressig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Schloss-Wolfsbrunnenweg 35
69118 Heidelberg
Tel.: +49-6221-533245
Email: saueressig@eml.org
http://www.eml.org

MobilcenterZawatzky GmbH
Bernd Schulz
Leitung Marketing
Bemannsbruch 2-4
74909 Meckesheim
Tel.: +49-6226 / 92 17 - 0
Email: bernd.schulz@zawatzky.de
http://www.zawatzky.de

Weitere Informationen:

http://eml.org/deutsch/medien/Pressemitteilungen.php?we_objectID=136&pid=6 EML-Pressemitteilung mit weiterem Bildmaterial
http://www.youtube.com/watch?v=t29GFBk-2-E Josef Fleischmann bei einer Testfahrt in einem umgebauten VW T5 mit Sprachsteuerung

Dr. Peter Saueressig | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE