Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software zum Kosten-Nutzen-Vergleich von Robotern und begleitenden Servicemodellen

10.09.2009
Um kleinen und mittleren Produktionsbetrieben die Entscheidung zu erleichtern, ob sich die Anschaffung eines Roboters rechnet und/oder roboterbasierte Dienstleistungen zur Fertigungsunterstützung die richtige Lösung sind, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Rahmen des EU-Forschungsprojekts SMErobot das "LCC-Tool" entwickelt. Die Lizenz für die leicht anwendbare englischsprachige Software gibt es in Verbindung mit einem eintägigen Seminar am Fraunhofer ISI in Karlsruhe.

Anlass von SMErobot: Roboter beziehungsweise Automatisierungstechnologien sind momentan oft nur für große Firmen geeignet, aber auch kleinere und mittlere Unternehmen (KMU/small and medium-sized enterprises SME) könnten in Zukunft besser davon profitieren, wenn diese Technik besser auf ihre speziellen Anforderungen angepasst würde. Aus diesem Grund hat das 2005 gestartete EU-Projekt Lösungsansätze für den Robotereinsatz bei KMU entwickelt.

Dort eingesetzte Roboter müssen kleiner, preiswerter und flexibler sowie einfacher zu installieren, zu programmieren und zu warten sein als in Großunternehmen. Die kleinen und mittleren Betriebe verfügen über ein geringeres Budget und weniger hochspezialisierte Mitarbeiter, die sich ausschließlich um die Anlage kümmern könnten. Auch neue servicebasierte Geschäftsmodelle - beispielsweise das Leasen von Robotern oder die Unterstützung beim Betrieb der Anlage - ermöglichen eher den Einsatz von Robotern in KMU.

Neue Technologien und Geschäftsmodelle werfen oft die Frage nach dem wirtschaftlichen Vorteil auf. Als ein wissenschaftlicher Partner beim SMErobot-Projekt untersuchte das Fraunhofer ISI unter anderem diesen Aspekt und entwickelte zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Roboteranwendungen das "LCC-Tool". Die "Life Cycle Costing"-Software bewertet die gesamten Lebenszykluskosten der Anschaffung.

Das Programm erleichtert den sehr komplexen Kosten-Nutzen-Vergleich: Der Nutzer kann zahlreiche Kennzahlen - von den Anschaffungskosten über die Personalausgaben bis hin zur gesparten Zeit - mit beliebigen Variationen eingeben. Anschließend stellen Diagramme übersichtlich die zu erwartenden Kosten und Gewinne dar. Auf der Grundlage dieser Berechnungen sieht der Anwender, ob und wann sich ein Roboter wirtschaftlich rechnet. Zusätzlich zeigt das Programm, ob ergänzende zu bezahlende Dienstleistungen, die den eigenen Aufwand verringern können, einen wirklichen Mehrwert für das Unternehmen bringen. Damit gibt das LCC-Tool einen fundierten Kosten-Nutzen-Vergleich über den gesamten Lebenszyklus des Roboters von der Anschaffung über den Betrieb bis hin zur Entsorgung.

Durch die Variation der Eingaben lassen sich zudem verschiedene kundenorientierte Dienstleistungspakete entwerfen, womit das LCC-Tool nicht nur für Anwender selber, sondern auch für Roboterhersteller nutzbar ist. Beide Seiten können damit verschiedene Geschäftsmodell-Spezifikationen ausloten und sehen, wie sich unterschiedliche Angebote auf Kosten und Nutzen auswirken.

Um das LCC-Tool effizient anwenden zu können, bietet das Fraunhofer ISI in Karlsruhe ein eintägiges Seminar an. Auf Wunsch passen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Programm auch an die spezifischen Bedürfnisse interessierter Anwender- und Anbieter-Unternehmen an.

Informationen zum SMErobot -Projekt und dem LCC-Tool gibt es unter http://www.smerobot.org.

Kontakt:
Dr. Kathrin Schwabe
Tel.: 0721 / 6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de
Relevant für die Wirtschaft, relevant für die Gesellschaft - das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Markenzeichen der systemischen Arbeit ist es, Forschungsdisziplinen zu integrieren und mit Auftraggebern und Interessenten ein Netzwerk für Innovationen zu gestalten. Mit seiner Expertise, seiner Erfahrung und seinen Studien leistet das Institut als Teil der praxisorientierten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb nutzen Politik, Verbände und Unternehmen das Fraunhofer ISI als vorausschauenden und neutralen Vordenker, der Perspektiven für Entscheidungen vermittelt.

Dr. Kathrin Schwabe | idw
Weitere Informationen:
http://www.smerobot.org
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise