Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software erkennt Stadien von Prostatakrebs

28.03.2012
Siemens-Forscher haben eine Software darauf „trainiert", verschiedene Krebsstadien von Prostatazellen zu unterscheiden.

Sie fütterten das Bildanalysesystem mit vielen Beispielen medizinischer Bilder. Fernziel ist ein Expertensystem, das pathologische Diagnosen schnell, kostengünstig sowie zuverlässig erstellt und damit menschliche Experten unterstützt. Bislang hat die Software des Status eines Prototyps und ist nicht kommerziell verfügbar.


Ärzte brauchen jahrelanges Training, um die verschiedenen Krebsstadien anhand von Unterschieden in der Zellstruktur zu identifizieren. Objektträger mit den hauchdünnen Gewebeproben aus Prostatabiopsien, bei denen ein Verdacht auf krankhafte Veränderungen vorliegt, können nicht beliebig lange gelagert werden. Daher wäre eine Art digitaler pathologischer Gewebescanner sehr nützlich, der tausende Objektträger pro Stunde analysieren und dokumentieren kann. Diese Daten könnten jederzeit reproduziert und von mehreren Nutzern gleichzeitig verwendet werden.

Bei der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology in Princeton erarbeiten die Experten das Grundlagenwissen für solche Geräte und nutzen dafür Techniken des maschinellen Lernens. Anhand von Proben, die vorher von Pathologen in jeweils eines von vier Prostatakrebs-Stadien eingeteilt wurden, versucht ihr System, typische Merkmale wie Zellstruktur und -anordnung zu identifizieren. Das System wird bei 100 klassifizierten Proben durch 90 „trainiert" und bei den restlichen zehn getestet. Das wird solange wiederholt, bis das System „gelernt" hat, aus seinen Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen und Bildinhalte zu interpretieren.

Die Forscher machten dabei eine interessante Entdeckung: Das System „lernte" nicht nur wie erwartet, wie verschiedene Zellen aussehen, sondern es fand sozusagen als Nebeneffekt diejenigen zugrundeliegenden Klassifizierungsmerkmale heraus, die auch Spezialisten heranziehen. Um das Krebsstadium anhand der typischen schleifenförmigen Anordnungen von Krebszellen eindeutig zu erkennen, reicht es nämlich aus, die Länge der Schleifen und die Anzahl der enthaltenen Zellen zu betrachten.

Die Forscher planen, die digitale Pathologie zukünftig als Bindeglied zwischen molekularen Testverfahren und der Welt der physikalischen und anatomischen Abbildungen zu nutzen, indem sie Biopsienadeln mit Positionssensoren ausstatten. So würde jede Gewebeprobe eine präzise dreidimensionale Adresse erhalten und jedem Bildausschnitt könnte das richtige Krebsstadium zugeordnet werden. (IN 2012.03.7)

Disclaimer: Diese Veröffentlichung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, für deren Eintreten Siemens in keiner Weise garantieren kann. Die Software ist im Stadium eines Prototypen und nicht kommerziell verfügbar.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie

Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht

23.01.2017 | Bildung Wissenschaft

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten