Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So wird E-Carsharing erwachsen

07.10.2014

Gemeinsam genutzte Elektroautos als komfortable Alternative in der Stadt: Das eigene Auto aufgeben und stattdessen den PKW mit anderen teilen?

Carsharing liegt im Trend der Zeit. Um aber diese Fahrzeugflotten elektrisch zu betreiben, sind Ladezeiten zu verkürzen und Buchungsvorgänge zu vereinfachen. Das unkomplizierte Auffinden des geeignetsten Elektroautos gehört ebenso dazu wie eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Sechs Fraunhofer-Institute zeigen am 22. Oktober auf der eCarTec in München Technologien, mit denen E-Carsharing praktikabel wird.


GeMo

© Fraunhofer IAO

Der private und motorisierte Individualverkehr verursacht täglich Staus, Emissionen und Parkraumnot. Im Grunde ist das Fortbewegungsmittel Nummer eins, das Automobil, eine der Hauptbelastungen für urbane Räume und deren Bewohner. Muss das so sein?

Es existieren inzwischen Entwicklungstrends, mit denen eine emissionsarme und zuverlässige Mobilität in Städten und deren Umgebung geschaffen werden kann. Neben der Elektromobilität sind dies die digitale Vernetzung sowie die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen. Im Projekt »Gemeinschaftlich-e-Mobilität: Fahrzeuge, Daten und Infrastruktur« (GeMo) haben sechs Fraunhofer-Institute diese drei bislang weitestgehend isoliert betrachteten Trends zusammengeführt und zugänglich gemacht.

Das Ergebnis: Ein Gesamtpaket von acht technologischen Innovationen, die gemeinschaftlich genutzte E-Fahrzeuge zu wahren Superhelden in der Stadt machen. Um die Neuerungen zu zeigen, haben die Partner die verschiedenen Bestandteile in einem Fahrzeugdemonstrator vereint.

Über die zukunftsweisende Infrastruktur aus induktiven Ladestationen und Cloud-basiertem Lademanagement ist ein so ausgestatteter elektrischer PKW nicht nur schnell und unkompliziert zu laden; als Sharing-Auto können ihn Nutzer problemlos in der Stadt finden und komfortabel per App buchen.

Über eine On-Board-Unit kommuniziert er mit verschiedenen Cloud-Diensten, weiteren E-Fahrzeugen und der Ladeinfrastruktur und kann daher etwa Daten zu Position und Ladezustand zur Verfügung stellen.

»Um gemeinschaftliche Mobilität zu ermöglichen, müssen wir Fahrzeuge, Daten und Infrastruktur verknüpfen. Das war der Kernpunkt unseres Projekts«, so Florian Rothfuss, der beim Konsortialführer Fraunhofer IAO für GeMo verantwortlich zeichnet. »Dazu sind geeignete Informations- und Kommunikationslösungen notwendig, die einfach zu nutzen und gleichzeitig sehr zuverlässig sind. Außerdem steht und fällt alles mit einer bequemen, stadtintegrierten Ladeinfrastruktur.«

Ihre Lösungen für diese Fragen zeigen die sechs beteiligten Fraunhofer-Institute am 22. Oktober auf der eCarTec in München (Stand 418). Selbstverständlich kann der Fahrzeugdemonstrator live in Augenschein genommen werden. Über dessen neue Technologien geben die Entwickler direkt Auskunft. Außerdem können Interessierte vor Ort mit Experten aus dem Automobilbau sowie der Stadt- und Projektentwicklung über die Zukunft der Mobilität diskutieren.

Am Projekt »GeMo« sind Forscher der Fraunhofer-Institute für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK in München, für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin, für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg sowie für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden beteiligt.

Die Neuerungen im Detail:

• Ein induktives, bidirektionales Ladesystem mit 22 Kilowatt Leistung und einem sehr hohen Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent von Stromnetz bis Batterie sorgt für schnelles Laden.
• Mithilfe eines Laserscanners kann der Fahrer das Automobil genau über der induktiven Ladestation positionieren.
• Für Letztere wurde ein Schacht entwickelt, der alle Komponenten der Ladetechnik unterirdisch und damit unsichtbar in die Stadt integriert.
• Ein Cloud-basiertes Lademanagement optimiert die Ladevorgänge bei mehreren gemeinschaftlich genutzten E-Automobilen.
• Eine On-Board-Unit sorgt als Telematik-Einheit für die reibungslose Kommunikation zwischen den Fahrzeugen der Carsharing-Flotte.
• Cloud-basierte Mobilitätsdienste erlauben die Registrierung, Nutzerprofilpersonalisierung, Buchung von PKW oder Ladestationen sowie die Abrechnung von Fahrten komfortabel per App.
• Eine Cloud trägt mobilitätsrelevante Daten internetbasiert zusammen, stellt sie für die anderen Dienste bereit und verbindet so die verschiedenen Teilsysteme.
• Die Fahrzeuge lassen sich durch eine Kombination aus WLAN-Ortung, GPS, Inertialsensorik und Bewegungsmodellen (awiloc®) nahtlos orten, auch in Parkhäusern und Tiefgaragen, sodass Nutzer freie Fahrzeuge problemlos auffinden können.

Ansprechpartner:
Florian Rothfuss
Mobilitäts- und Stadtsystem-Gestaltung
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon: +49 711 970-2091
E-Mail: florian.rothfuss@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.gemo.fraunhofer.de
http://www.iao.fraunhofer.de/vk250.html

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie