Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicher verpackte Daten für die Cloud

05.03.2012
Neues Konzept für eine digitale Schutzhülle
RUB-Forscher und Partner erhalten 1,3 Mio. Euro Förderung
Ein neuartiges Sicherheitskonzept für das Cloud Computing entwickeln Forscher der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Ziel ist, einzelne Datenpakete so zu verschlüsseln, dass sie auf dem gesamten Weg vom Sender über die Zwischenlagerung in der Cloud bis zum Empfänger sicher verpackt sind. So sollen Daten in einer „digitalen Schutzhülle“ auch unsicheren Speicher- oder Übertragungsmedien trotzen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt „Sec²“ mit insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Cloud: bislang Eldorado für Datendiebe

Ein Beispiel: Speichert Nutzer A beim so genannten Cloud Computing bestimmte Daten von seinem Laptop in einer „virtuellen Wolke“ vernetzter Server, kann Nutzer B sie von jedem beliebigen Punkt der Welt über sein Smart Phone abrufen. Die Technik eröffnet viel versprechende, weitgehend barrierefreie Möglichkeiten des Datenaustausches, etwa bei Konferenzplattformen. Bis vor kurzem galt die Cloud allerdings noch als Eldorado für Datendiebe, schließlich wurden die Informationen hier meist unverschlüsselt zwischengespeichert.

Verschlüsselte Datenpakete

Bisher gibt es so gut wie keine wirksamen Schutzkonzepte. Bei „Dropbox“ erfolgt die Verschlüsselung auf dem Transportweg und anschließend auch in der Cloud. „Dem Nutzer ist hier aber nicht klar, wie die Daten verschlüsselt sind und wer genau auf den Schlüssel zugreifen kann“, so Prof. Dr. Jörg Schwenk vom Lehrstuhl für Netz- und Datensicherheit der RUB (Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit). „Eine Lösung ist nur dann verlässlich und sicher, wenn der Nutzer die Verschlüsselung seiner Daten selbst verwalten kann.“ Das soll „Sec²“ ermöglichen: „Wir verschlüsseln die Datenpakete an sich“, so Prof. Schwenk. „Und zwar bereits an ihrem Ursprungsort, also auf den Laptops oder Smart Phones der Nutzer.“ So sind sie auf dem Hinweg, bei der Zwischenspeicherung und auf dem Rückweg vollkommen sicher „verpackt“. Erst ein passender Schlüssel auf dem mobilen Endgerät kann das Datenpaket wieder entschlüsseln.

Gemeinschaftsstand auf der CeBIT

Sec² ist eine Kooperation aus Forschung und Wirtschaft. Das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der RUB und der Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der Technischen Universität Dortmund arbeiten gemeinsam mit der utimaco Safeware AG aus Aachen und der adesso mobile solutions GmbH aus Dortmund an der sicheren Verschlüsselung von Datenpaketen. Das vom BMBF geförderte Projekt wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt getragen. Auf der CeBIT 2012 stellen die Partner gemeinsam ihr Projekt vor. Vom 6. bis 10. März 2012 präsentieren sie ihre ersten Ergebnisse und weiteren Vorhaben in Halle 26 an Stand E50.

Weitere Informationen

Prof. Jörg Schwenk, Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) der RUB, Lehrstuhl für Netz- und Datensicherheit, Tel. 0234/32-26692, joerg.schwenk@rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten