Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicher ist sicher: Fälschungsschutz durch RFID

10.01.2011
Neue Buchreihe zu „Innovationen gegen Produktpiraterie“ erschienen / Band 2 dokumentiert Ergebnisse des Projektes EZ-Pharm

Wie RFID-Tags Pharmaprodukte gegen Fälschungen schützen können, wurde bis Mitte 2010 in dem Forschungsprojekt „EZ-Pharm“ untersucht. Als Projektkoordinator stellt das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH nun die Ergebnisse in einem Buch vor. Der Band zu Kennzeichnungstechnologien ist ab sofort über den VDMA Verlag erhältlich.

Die Mehrheit der produzierenden Unternehmen wird heute Opfer von Produktpiraterie. Auch für die Pharmaindustrie sind Plagiate ein Problem. Neben finanziellen Einbußen können Fälschungen hier vor allem eine körperliche Gefahr für die Konsumenten darstellen. Wie originale und gefälschte Medikamente zuverlässig unterschieden werden können, hat das IPH gemeinsam mit vier Forschungspartnern in dem Projekt „EZ-Pharm“ untersucht. Mit Hilfe von RFID-Tags, die auf Medikamentenverpackungen aufgebracht werden, könnte zukünftig die gesamte Pharmaversorgungskette sicher überwacht werden.

„In dem Projekt konnten erstmals der Antennendruck und die Strapmontage von RFID-Chips zusammen in die Faltschachtelherstellung integriert werden“, fasst Björn Eilert, Projektingenieur am IPH und Bearbeiter des Projektes EZ-Pharm, die Ergebnisse zusammen. „Die Kosten für die Herstellung von elektronisch gesicherten Verpackungen könnten dadurch in Zukunft deutlich sinken“, prognostiziert der Wirtschaftsingenieur. Für den Verbraucher bedeute dies mehr Sicherheit.

Die Ergebnisse von EZ-Pharm und weiteren Forschungsprojekten sind nun in Buchform erschienen. Der Band „Kennzeichnungstechnologien zum wirksamen Schutz gegen Produktpiraterie“ (ISBN: 978-3-8163-0602-3) stellt Verfahren vor, mit denen Produkte und Systeme durch fälschungssichere Kennzeichnung über den gesamten Produktlebenszyklus überwacht werden können. Auf 196 Seiten sind neben EZ-Pharm die Ergebnisse von zwei weiteren Projekten dokumentiert.

Das Buch ist einer von insgesamt drei Bänden der VDMA-Buchreihe „Innovationen gegen Produktpiraterie“. Die Reihe fasst die Projektergebisse der gleichnamigen Forschungsoffensive zusammen. Mit dem Ziel, einen ganzheitlichen Kopierschutz zu entwickeln, wurde diese Anfang 2008 von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen. Seitdem wurden EZ-Pharm und neun weitere Projekte mit insgesamt 16 Millionen Euro gefördert. Die VDMA-Buchreihe soll die Projektergebnisse nun möglichst vielen Unternehmen zugänglich machen. Bestellt werden können die Bände über den Verlag unter http://www.vdma-verlag.com.

Das Forschungsprojekt „EZ-Pharm – Anwendung elektronischer Echtheitszertifikate an Faltschachteln entlang der Pharmaversorgungskette” endete am 30. Juni 2010 nach 30-monatiger Laufzeit. Gefördert wurde es von dem BMBF innerhalb des Rahmenkonzepts „Innovationen gegen Produktpiraterie“, die Betreuung erfolgte durch den Projektträger Karlsruhe, Bereich Produktion und Fertigungstechnologien (PTKA-PFT). Neben dem IPH als Projektkoordinator waren das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) der Leibniz Universität Hannover, die ASEM Präzisionsautomaten GmbH, die Richard Bretschneider GmbH, die Koenig & Bauer AG und die Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen mbH an dem Forschungsvorhaben beteiligt.

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.ez-pharm.de
http://www.iph-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik