Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler bewerten ihren Unterricht mit dem Smartphone

13.03.2015

Wie bringt man Schüler dazu, den Unterricht ihrer Lehrer zu bewerten? Man nutzt eine sogenannte App, mit der sie ihr Urteil per Smartphone oder Computer übermitteln können. Bildungs- und Spieleforscher der Leuphana Universität Lüneburg haben im Rahmen des Innovations-Inkubators eine solche Anwendung entwickelt, die eine Bewertung des Unterrichts in Echtzeit ermöglicht.

Hintergrund für das Projekt: In Deutschland sind Lehrer gesetzlich verpflichtet, ihren Unterricht zu evaluieren. Setzt man dafür traditionelle Fragebögen ein, bedeutet das einen hohen Verwaltungsaufwand. Außerdem sind die Schüler für den Einsatz von Stift und Papier nur schwer zu motivieren.

Die neue App ermöglicht Einschätzungen etwa des Klassenklimas, der Arbeitstechniken, der Unterrichtsinhalte oder der Leistungsbewertung. Dabei greift sie auf vorgegebene, von Experten entwickelte Fragebögen zurück. Die Schüler geben auf einer Skala den Grad ihrer Zustimmung zu Aussagen wie „Ich fühle mich respektiert und ernstgenommen“ oder „Ich traue mich, eigene Beiträge zu liefern“ an.

Die Befragungen sind gamifiziert, das heißt, sie setzen Elemente aus dem Spielebereich ein: unter anderem sind das Fortschrittsbalken, Echtzeit-Feedback und Level zur Motivation. Die Ergebnisse werden unmittelbar zu einem Stimmungsbild der Klasse zusammengefasst und grafisch aufbereitet.

Die Lehrenden können so Problemfelder sofort erkennen. Passgenaue Empfehlungen und Materialien für den Unterricht sollen dann künftig die Reaktion auf Probleme erleichtern. Edkimo ist dazu bereits im Gespräch mit Partnern aus dem Lehrmittelbereich.

Die neue Anwendung hilft nicht nur den Lehrern. Wissenschaftliche Untersuchungen der Leuphana zeigen, dass der direkte Austausch zwischen Lehrern und Schülern auf diesem Weg den Lernerfolg direkt verbessert.

„Schüler sind schließlich Experten für ihren Lernprozess. Moderner Unterricht sollte deshalb ihre Perspektive aktiv mit einbeziehen“, erklärt der Lehrer Sebastian Waack. Er hatte die Idee, das neue Produkt zu vermarkten, und gründete dafür die Firma Edkimo. Der Leuphana Business Accelerator unterstützt sein Start-Up für ein Jahr.

Wissenschaftlich begleitet hat die Gründung das Gamification Lab am Centre for Digital Cultures der Leuphana. Aktuelle Erkenntnisse aus der Spiele-Forschung flossen in die Entwicklung ein. „Die Integration spielerischer Elemente umfasst immer mehr Lebensbereiche – Wirtschaft, Kunst, Politik und Bildung. Vor allem für junge Menschen ist sie ein maßgeblicher Faktor für den Lernerfolg“, erklärt Professor Mathias Fuchs, Leiter des Gamification Lab der Leuphana.

Derzeit wird die Feedback-Anwendung an drei Pilotschulen in Niedersachsen, Hessen und Berlin getestet. Die ersten Reaktionen sind positiv.

Vom 16. bis 20. März präsentiert sich Edkimo auf der Cebit 2015 (Halle 9, C28).

Kontakt: Mathias Fuchs, mathias.fuchs@inkubator.leuphana.de, Telefon 04131.677-9004

Weitere Informationen:

http://www.leuphana.de/inkubator-gamification
http://www.edkimo.com

Henning Zuehlsdorff | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie