Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller als Blitzeis: System der TU Graz ermöglicht Prognosen zum Straßenzustand

09.04.2013
Wenn wie bei Tunnelportalen zwei „Klimazonen“ aufeinandertreffen, kann der Straßenzustand innerhalb kürzester Zeit gefährlich werden.

Um die Unfallgefahr bei Blitzeis zu minimieren, hilft nur „blitzschnelles“ Handeln, nämlich Streuen und eine Geschwindigkeitsreduktion. Ein Forscherteam der TU Graz hat ein „Weather Data Management System“ entwickelt, das Daten von Sensoren am Straßenrand wie etwa Bodentemperatur oder Luftfeuchte mit großräumigen Wetterinformationen verknüpft.

Die Software erlaubt Prognosen über den Straßenzustand und informiert Autobahnbetreiber und Straßeneinsatzkräfte sofort über kritische Stellen. In Bayern ist das System erfolgreich im Einsatz.

Tunnelportale, Autobahnbrücken, kurvige Landstraßen: Kritische Stellen auf Autobahnen und Straßen werden noch kritischer, wenn sich der Straßenzustand „blitzartig“ verändert, beispielsweise vereist. „Gerade im Bereich der Tunnelportale kann sich der Straßenzustand sehr schnell verschlechtern. Fahrzeuge schleppen Staub und Nässe hinein, dazu kommt ein oft nicht unerheblicher Temperaturunterschied“, erklärt Wolfgang Bösch, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik der TU Graz.

Sein Team hat eine Software entwickelt, die die Unfallgefahr in solchen Situationen mildern kann: „Unser ‚Weather Data Management System‘, kurz WDMS, kann laufend und punktgenau den Straßenzustand erheben, Prognosen abgeben und diese Infos direkt Autobahnbetreibern und Straßendiensten übermitteln“, erläutert der Forscher.

Vernetzte Prognose

Konkret überlagert WDMS sehr punktuell ortsbezogene Daten, die von verschiedenen Sensoren entlang der Straße oder Autobahn erhoben werden, mit großflächigen Wetterinformationen und berücksichtigt auch jede zuvor erfolgte Straßenreinigung oder Streumaßnahme.

„Die Sensoren messen an besonders kritischen Stellen unterschiedliche Werte wie etwa Luftfeuchte, Straßenbelagstemperatur oder Niederschlag. WDMS wertet diese Daten in Verbindung mit Informationen aus dem Wetterradarnetz aus und schlägt Alarm, sollte der Straßenzustand kritisch sein oder in Kürze kritisch werden“, erklärt Walter Randeu, der ebenso dem Forscherteam der TU Graz angehört.

Das Besondere ist die Möglichkeit, dank WDMS gefährliche Straßenzustände sehr rasch zu erkennen und im Akut-Fall entsprechende Sofortmaßnahmen wie Streudienste oder Geschwindigkeitsreduktionen einzuleiten. „Die Daten werden nicht nur aufgezeichnet, sondern gehen laufend aktualisiert an das Autobahn- und Straßenpersonal, egal ob in ortsfesten Stützpunkten oder unterwegs im Einsatzfahrzeug“, so Randeu.

Heimische Technologie erfolgreich im Ausland

In Bayern ist das System nun bereits das dritte Jahr erfolgreich im Einsatz, rund 200 Sensoren liefern den Grazer Forschern die entsprechenden Daten. „Ziel ist es, dass letztlich kein Fleck auf bayrischen Straßen und Autobahnen WDMS-frei bleibt“, so Randeu. Auch in Österreich wäre der Einsatz der heimischen Software sehr gut machbar.

Rückfragen:
Ao.Univ.-Prof.i.R. Dipl.-Ing. Dr. Walter L. Randeu
Institut für Hochfrequenztechnik
Tel.: 0316 873 7443 oder 7441
E-Mail: randeu@radar.tugraz.at

TU Graz - Mitglied der TU Austria
http://www.tuaustria.at/

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tuaustria.at/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie