Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter Rhoni, die nie klagende Pflegekraft

01.12.2008
Rhoni (sprich Ruuni) ist ein amerikanischer Vorname, der sowohl für Jungen wie für Mädchen gewählt werden kann. Im konkreten Fall gehört er dem ersten humanoiden Roboter der Hochschule Niederrhein, der jetzt im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen angeliefert wurde.

Gebaut hat ihn die Firma H&S-Robots im Thüringischen. Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens sollen ihm programmiererisch jetzt das Laufen beibringen, damit er in der Alten- und Krankenpflege eingesetzt werden kann.

Der oder die 1,80 Meter große Rhoni glotzt mit seinen/ihren Sensoraugen derzeit noch ziemlich verständnislos in die Welt. Dabei kann der Prototyp werksseitig schon eine ganze Menge, nur eben noch nicht laufen. Es fehlen noch die Beine, und die Fortbewegung ist der schwierigste Part, so Ben Schaefer, der Vater von Rhoni. Wie für ein menschliches Baby hat er für seinen Spross aber einen Lauflernrahmen entwickelt.

Dieser Lauftrainer ermöglicht dem Roboter Bewegungsabläufe, ohne die Balance zu verlieren. Denn wer laufen will, muss gehen lernen, und unabhängig von den Bodenverhältnissen die Waage halten. Das sei eine riesige Herausforderung für Ingenieure, Techniker und Programmierer, so Schaefer, der damit zugleich große Hoffnungen auf die Entwicklerkunst der Krefelder Studierenden setzt. Sie werden von den Professoren Hans-Jürgen Buxbaum (Automatisierung und Robotik), Markus Kleutges (Technische Systeme) und Ulrich Hemmert (Organisation und Datenverarbeitung) betreut.

Irgendwann ist dann einmal der große Moment gekommen und das Lauflerngerät wird abgenommen. Dann muss Rhoni, beobachtet von seinen studentischen Vätern und Müttern, die ersten eigenen Schritte machen. "Nicht für schwache Nerven", so Monika Schaefer, die Mutter des Erfinders. Bis es so weit ist, wird das Roboterkind auf eine rollende Antriebsplattform gesetzt, mit der es auch ohne Beine mobil sein kann. So kann es während der Testreihen mühelos von Rechner zu Rechner oder Meßgerät zu Messgerät gerollt werden. Der humanoide Roboter soll, so Professor Kleutges, für die Übernahme von Aufgaben im Pflegebereich entwickelt werden, wobei eng mit den Lehrenden und Studierenden des Gesundheitswesens im gleichen Haus zusammengearbeitet wird. Beim Aufstehen und Anziehen helfen, das Essen bringen, die Bewohner von Station zu Station fahren - in vielen Bereichen können Pflegekräfte physisch starke Hilfe gebrauchen. Auch Rhonis Äußeres wird einem Menschen angeglichen, ganz so, wie man es im Kassenschlager "I Robot" bereits sehen konnte. Ob der Roboter später eine Schürze mit Häubchen oder Hosen und einen Kittel tragen wird, bleibt abzuwarten.

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie