Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RFID-Chip überwacht Blut und empfindliche Fracht

16.12.2010
Siemens hat zusammen mit Partnern ein System entwickelt, das mit Hilfe von RFID-Chips hochsensible Produkte lückenlos überwacht.

Ursprünglich für die Verwendung bei Blutkonserven gedacht, werden die Chips nun auch bei dem Versand empfindlicher Waren genutzt. Entscheidend dabei ist der integrierte Temperatursensor, er liefert wichtige Daten über den Zustand des Produktes. Der Chip besticht zudem durch seine Langlebigkeit und Robustheit: Die Batterielaufzeit beträgt bis zu drei Jahre, er ist wasserdicht, hält elektrostatischen Aufladungen bis 18.000 Volt stand und übersteht auch Stürze aus 1,5 Meter.


Blut ist kostbar. Laut des Deutschen Roten Kreuzes werden in Deutschland im Jahr rund fünf Millionen Blutkonserven benötigt, weltweit bis zu 75 Millionen. Es gibt in der Regel weniger Spender als Empfänger. Wichtig ist daher eine vollständige Dokumentation und somit die Vermeidung verdorbener Konserven – beispielsweise durch eine unterbrochene Kühlkette oder ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum. Unverdorbene Blutkonserven retten Leben, und weil weniger Ausschuss anfällt, werden auch bis zur eine Million Euro im Jahr gespart. Die Chips sind inzwischen in drei Hamburger Asklepios-Krankenhäusern erfolgreich im Einsatz.

Die größte technische Herausforderung bei der Blutüberwachung besteht darin, den Chip gegen die starken Kräfte in Zentrifugen zu schützen. Dort wirkt die bis zu 5000-fache Erdbeschleunigung. Die eigens entwickelte Batterie sowie der Chip selbst überstehen diese Belastungen unbeschadet. Ein Mikrocontroller speichert bis zu 30.000 Messwerte des integrierten Temperatursensors und zeichnet den Temperaturverlauf lückenlos auf.

Das weltweit operierende deutsche Logistik-Unternehmen DB Schenker sowie der größte Diagnostik-Konzern der Welt nutzt die schlauen Plättchen nun auch für eine konstante Temperaturkontrolle von empfindlicher Luftfracht, wie beispielsweise Arzneimittel. Eine grüne LED zeigt die Funktion des Datenloggers an. Über- oder unterschreitet die Temperatur die vorher festgesetzten Grenzwerte, blinkt die LED mehrmals hintereinander auf.

So erkennt der Empfänger, dass der Inhalt möglicherweise Schaden genommen hat. Gewissheit erhält er durch das Einlegen des Chips in ein Lesegerät, das die Daten auf einen Computer überträgt. Das System ist nach GMP produziert, entsprechend qualifiziert und kann mit einem On-Board Kalibrierzertifikat gültig für 3 Jahre ausgeliefert werden. (IN 2010.12.6)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen