Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein OMELETTE für Web-Technologen

25.01.2012
Der neueste Remix im Netz und auf der Learntec: Chemnitzer Forscher entwickeln Internetanwendungen und vermischen dabei moderne Web 2.0 Technologien und traditionelle Telekommunikationsdienste

Wenn Informatiker oder Wirtschaftsinformatiker der Technischen Universität Chemnitz von "Omelette" sprechen, meinen sie damit nur selten Eierkuchen. Bei ihnen dient das Wort als griffige Abkürzung eines durch die Europäische Kommission geförderten Projektes "Open Mashup Enterprise service platform for LinkEd data in The TElco domain".

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Internetanwendungen im Web 2.0 mit einem besonderen Fokus auf die Telekommunikationsbranche. Laut Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme der TU Chemnitz, wird gemeinsam mit acht weiteren internationalen Partnern die nächste Generation von Mashups entwickelt, sogenannte Telco-Mashups.

"Mashups sind Web-Anwendungen, die nach dem Baukastenprinzip oder wie bei einem Remix durch ein Vermischen bereits existierender Inhalte wie Text, Daten, Bilder, Töne oder Videos erstellt werden", erläutert der Chemnitzer Leiter des Omelette-Projektes weiter. Die Mashups sollen plattform- und geräteübergreifend auf Desktop-PCs, internetfähigen TV-Geräten und mobilen Endgeräten funktionieren.

"Ferner untersuchen wir die Vereinbarkeit traditioneller Telekommunikationsdienste und moderner Internettechnologien hinsichtlich neuer Geschäftsanwendungen", sagt Gaedke und ergänzt: "Künftig soll es möglich sein, über einen internetfähigen Fernseher eine Liveverbindung zwischen dem Wohnzimmer und dem Fernsehstudio herzustellen, um beispielsweise an einer Quizshow mit Ton und Bild teilnehmen zu können."

Einen ersten Editor-Prototypen, mit dem Nutzerziele mit Hilfe einer speziellen Beschreibungssprache erfasst und Mashups automatisch konzeptionell gestaltet werden können, präsentieren die Chemnitzer vom 31. Januar bis 2. Februar 2012 auf dem Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Stand E61) auf der LEARNTEC in der Karlsruher dm-Arena. "Wir zeigen zudem, wie mit Hilfe eines intelligenten Verzeichnisdienstes im Web verfügbare Dienste semantisch gesucht und beschrieben werden können", sagt Projektmitarbeiter Olexiy Chudnovskyy.

Damit sei es möglich, natürlichsprachlich formulierte Nutzerziele als Suchkriterien für passende Komponenten zu nutzen. "Uns geht es insbesondere um die Wiederverwendbarkeit von vorhandenen Komponenten im Sinne von Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz im Entwicklungsprozess", fügt Gaedke hinzu. Darüber hinaus würden Algorithmen entwickelt, um die offene Plattform auch für unbedarfte Anwender nutzbar zu machen.

Eine der Fallstudien, mit denen am Ende das Projekt validiert werden soll, beschreibt den Einsatz von OMELETTE als verteilte, kollaborative Bildungsplattform. Demonstriert wird dies an der University of Bolton (UK), die nicht nur einen Campus in Bolten hat, sondern auch in Ras al Khaima (Vereinigte Arabische Emirate) und in Sri Lanka. Eine der großen Herausforderung ist es nun, das Studierende und Lehrende in dieser global verteilten Umgebung optimal zusammenarbeiten können. Die Integration von OMELETTE in das aktuelle Web-Portal dieser Universität soll die Lücke zwischen den Studierenden und Lehrenden in den unterschiedlichen Standorten schließen. "Auf der LEARNTEC suchen wir das Gespräch mit vielen Interessenten derartiger Anwendungsszenarien", sagt Gaedke.

Das Projekt, an dem neun Partner aus Deutschland, England, Italien, Niederlande, Spanien und auch aus China beteiligt sind, hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Vom Gesamtbudget von über 6,1 Millionen Euro fördert die Europäische Kommission die Forschungsarbeit im Umfang von etwa 3,8 Millionen Euro innerhalb des 7. Rahmenprogramms. Die Technische Universität Chemnitz wird durch die Fakultäten für Informatik und für Wirtschaftswissenschaften vertreten.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Martin Gaedke, Inhaber der Professur für Verteilte und Selbstorganisierende Rechnersysteme der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-25530, E-Mail: martin.gaedke@informatik.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie