Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Möglichkeiten zur Analyse wissenschaftlicher Fakten

14.06.2012
Die Fakultät für Informatik und Mathematik der Universität Passau startet das internationale, von der EU mit 2,4 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt CODE zur Extraktion und Visualisierung von Informationen aus wissenschaftlichen Publikationen und dem Web 2.0.

CODE steht für „Commercially Empowered Linked Open Data Ecosystems in Research“ und bedeutet soviel wie „kommerziell nutzbare, vernetzte und offen zugängliche Daten-Ökosysteme in der Forschung“. Ziel des Projektes, das von der EU im 7. Rahmenprogramm finanziert wird, ist es, Fakten aus über 40 Millionen Forschungspublikationen zu extrahieren, zu visualisieren und mit bestehendem Wissen im World Wide Web zu verknüpfen.

Dies soll Wissenschaftlern weltweit ermöglichen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und diese mit Kolleginnen und Kollegen zu teilen. So wäre es beispielsweise möglich, pharmazeutische Studien besser miteinander zu vergleichen, Forschungstrends zu visualisieren oder widersprüchliche Erkenntnisse in Einklang zu bringen.

Bis 2014 setzt sich das Projekt-Konsortium neben Forschern der Universität Passau auch aus Mitgliedern eines der führenden Kompetenzzentren für Wissensmanagement in Österreich, dem Know-Center in Graz, zusammen. Der Brückenschlag zur Wirtschaft sowie die Bereitstellung großer Datenmengen und Benutzergruppen werden mit Hilfe der renommierten Internet-Startup-Firmen Mendeley (Großbritannien) und MeisterLabs (Deutschland) realisiert.

„Um es mit Isaac Newtons Worten auszudrücken: Wir stehen auf den Schultern von Riesen“, sagt Prof. Dr. Michael Granitzer, Wissenschaftlicher Koordinator von CODE. „Um morgen forschen zu können, benötigen wir das heute vorhandene Wissen. Aber wissen wir eigentlich, was wir alles wissen? Täglich machen Forscherinnen und Forscher neue Entdeckungen, entwickeln neue Medikamente oder effizientere Kommunikationstechnologien. Das führt aber dazu, dass die exponentiell anwachsende Menge an wissenschaftlicher Literatur kaum mehr zu bewältigen ist und es eine Herausforderung darstellt, neueste Erkenntnisse der Forschung effizient zu nutzen.“

Die Vision von CODE ist es, Forscherinnen und Forschern neue Möglichkeiten zur Analyse wissenschaftlicher Fakten bereitzustellen. Ausgangspunkt werden neue, vom Know-Center Graz entwickelte computerlinguistische Verfahren sein. Diese ermöglichen das Crowdsourcing der extrahierten Fakten aus wissenschaftlichen Texten über die Web-Plattform von Mendeley. Die so gewonnenen und verifizierten Daten werden an der Universität Passau in die Linked Data Cloud, einem Teil des World Wide Web, eingespeist und in der MindMeister®-Plattform der Firma MeisterLab® in Form von Mind-Maps organisiert und visualisiert.

Das Crowdsourcing ermöglicht es CODE eine eigene, fundierte Wissensgrundlage zu schaffen, basierend auf vorhandenen Fakten aus der wissenschaftlichen Literatur. Wenn die Technologie ausgereift ist, soll sich ein Marktplatz rund um Forschungsdaten etablieren. Die Entstehung einer extensiven, qualitativ hochwertigen und maschinenlesbaren Datenbank von wissenschaftlichem Wissen wird damit begünstigt. Das Forschungsprojekt CODE soll es künftig der Wissenschaft ermöglichen, erneut auf den Schultern von Riesen zu stehen.

Mehr Informationen zum CODE-Projekt finden Sie unter http://code-research.eu/.

Zu den Projektpartnern
Universität Passau (http://uni-passau.de/) – 1978 ins Leben gerufen, verbindet die Universität Passau Universität Passau (http://uni-passau.de/) – 1978 ins Leben gerufen, verbindet die Universität Passau top-moderne Infrastruktur mit Technologie auf dem neuesten Stand und bietet ihren rund 10.000 Studierenden ideale Studienbedingungen. Die beiden mit dem CODE-Projekt befassten Institutionen der Universität – der Lehrstuhl für Verteilte Informationssysteme (Prof. Dr. Harald Kosch) und die Professur für Medieninformatik (Prof. Dr. Michael Granitzer) – befassen sich mit verteilten Datenbanken, Multimediasystemen und automatischen Medienanalysetechnologien, um Medienzugriff und -verwaltung zu verbessern.

Das Know-Center (http://www.know-center.at) ist Österreichs Forschungszentrum für Wissensmanagement und Wissenstechnologien, das sich als IT-Innovationsschmiede an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft versteht. Seit seiner Entstehung im Jahre 2001 sind am Know-Center, in Kooperation mit akademischen Institutionen und Partnerunternehmen, mehr als 300 angewandte Forschungsprojekte erfolgreich durchgeführt worden. Das Know-Center entwickelt innovative, auf semantischen Technologien und Standards basierende Wissensservices. So stellt z.B. das vom Know-Center entwickelte KnowMiner Softwareframework eine breite Palette von Knowledge Discovery und Visual Analytics Technologien bereit, die der Analyse großer, heterogener Datenbestände dienen. Das Know-Center wird vom österreichischen Kompetenzzentrenprogramm COMET gefördert.

Mendeley (London, http://mendeley.com/) – Mendeley ist eine der weltweit größten Kooperationsplattformen für wissenschaftliche Forschung und wird von über 1.6 Millionen Forschern von allen Teilen der Welt genutzt. Mendeley liefert Statistiken in Echtzeit, zeigt Trends nach Forschungsgebiet auf und bietet Vorschläge für verwandte Forschungsthemen aus der mittels Crowdsourcing entwickelten Datenbank von über 225 Millionen Forschungsdokumenten. Die Firma wurde im Januar 2009 gegründet und unterhält Büros in London und New York. Zu ihren Investoren zählen ehemalige Gründer und Vorstände von Skype, Last.fm und Warner Music Group.

MeisterLabs (München, http://mindmeister.com/) – MeisterLabs entwickelt web-basierte Produktivitätsplattformen welche vor allem durch Einfachheit, Benutzbarkeit und vor allem Kollaborationsfähigkeit bestechen. MeisterLabs marktführende kollaborative Online Mind Mapping Software Lösung namens MindMeister wurde im Mai 2007 ins Leben gerufen und hat seitdem Hunderttausende Unternehmen, akademischen Institutionen und kreative Konsumenten, die über 300 Millionen Online-Ideen erstellt haben, angezogen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mind-Mapping-Tools erlaubt MindMeister Echtzeit-Brainstorming-Sitzungen zwischen einer unbegrenzten Anzahl von Benutzern und benötigt nur einen Standard-Webbrowser.

Katrina Jordan | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie