Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerk-Wissenschaftler der TU München forschen am Internet der Zukunft

27.07.2009
Mehr als 42 Millionen Deutsche nutzen bereits das Internet - doch technisch stößt das 40 Jahre alte "Netz der Netze" an seine Grenzen.

Netzwerk-Forscher der Technischen Universität München (TUM) entwickeln jetzt zusammen mit Wissenschaftlern von fünf weiteren deutschen Universitäten eine Art Testlabor für das Internet, ein Experimentalnetz, in dem neue Internet-Techniken in einer realistischen Umgebung erprobt werden können.

Jetzt fiel der Startschuss für das Experimentalnetz "G-Lab", das vom Bundesforschungsministerium mit elf Millionen Euro gefördert wird.

Als 1969 der Vorläufer des Internets, das ARPANET, entstand, rechnete niemand damit, dass sich die neue Technik zum Datenaustausch einmal zu einem weltweiten Massenmedium entwickeln würde. Die Wissenschaftler, die das sehr überschaubare Computernetz nutzten, kannten sich untereinander, die Sicherheit persönlicher Daten zum Beispiel spielte kaum eine Rolle.

Heute stößt das Internet an seine Grenzen: Die IP-(Internetprotokoll-)Adressen der Netzteilnehmer zum Beispiel, mit denen die Datenströme ihre Adressaten finden, reichen nicht mehr für die weltweit mehr als eine Milliarde Menschen aus, die das Internet nutzen. Auch für Handys und andere mobile Internetgeräte sind die IP-Adressen eigentlich nicht ausgelegt: Sie übermitteln gleichzeitig, wer im Internet ist und wo sich derjenige innerhalb des Netzes befindet - ein Nutzer, der erst in einem Hotspot surft und dann zuhause an das Festnetzkabel geht, welchselt damit nicht nur den Ort, sondern gleichzeitig auch seine Identität. Für diese Probleme wie auch für die Sicherheit gibt es heute Lösungen, die nachträglich entwickelt und in die Internettechnologie integriert wurden. Doch diese Lösungen zogen andere technische Probleme nach, für die dann wiederum weitere Lösungen entwickelt werden mussten.

"Technisch gesehen ist das Internet ein Flickenteppich", meint Prof. Jörg Eberspächer, Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der Technischen Universität München. Er entwickelt zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Würzburg und Karlsruhe und der Technischen Universitäten Berlin, Darmstadt und Kaiserslautern sowie Unternehmen der IT-Branche eine neue technische Basis für das Internet, die den Anforderung des weltweiten Massenkommunikationsmediums besser entspricht.

Dazu bauen die Projektpartner ein deutschlandweites Experimentalnetz auf, das German Lab, kurz: G-Lab, eine Art Test-Umgebung, in der Netzwerk-Architekturen aus Soft- und Hardware unter realistischen Bedingungen erprobt werden können. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, wie das technische Gerüst Nutzungsanwendungen unterstützt. Der Lehrstuhl von Prof. Eberspächer ist mit einem Cluster von 25 Rechnern in das G-Lab-Netz eingebunden.

G-Lab wird in seiner ersten Projektphase bis 2011 vom Bundesforschungsministerium mit 3,8 Millionen Euro und in einer zweiten Phase mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Das Experimentalnetz ist Teil der internationalen Bemühungen, das Internet technisch zukunftsfähig zu machen. Mit dem G-Lab sich können Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschand ähnlich wie vergleichbaren Experimentalnetzen in den USA und in Japan aktiv an der Erforschung künftiger Internet-Standards beteiligen.

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.german-lab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics