Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilfunknetze sollen sicherer werden – Schutzkonzepte für Netze und Kommunikationsdienste

23.11.2010
Neue Schutzmechanismen für Mobilfunknetze stehen im Mittelpunkt einer Forschungskooperation, an der auch die Hochschule Augsburg beteiligt ist.

In enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut entwickeln Spezialisten für IT-Sicherheit an der Fakultät für Informatik ein Konzept für den kollaborativen Informationsaustausch zwischen Betreibern von Mobilfunknetzen und Kommunikationsdiensten. Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair erklärt: „Ziel ist eine betreiberübergreifende Einbruchserkennungsanlage. Für dieses Frühwarnsystem stellen wir das nötige Nachrichtenkonzept zur Verfügung.“

Zu diesem Zweck stehen der Hochschule Augsburg verteilt auf 2 Jahre und 9 Monate insgesamt rund 182.000 Euro zur Verfügung. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair werden ab sofort ein wissenschaftlicher Mitarbeiter und zwei studentische Hilfskräfte ihre Kompetenzen für das Forschungsprojekt – genannt ASMONIA – einsetzen. Es ist geplant, dass pro Jahr mindestens drei Masterarbeiten zu dem Themenbreich verfasst werden.

Im März 2010 hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Bericht festgestellt, dass Sicherheitsrisiken durch Smartphones steigen und sich die Lage im Bereich IT-Sicherheit weiter verschärft. Gerade der mobile Internetzugriff mit Smartphones ist davon betroffen. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt soll nun ein Konsortium aus Telekommunikationsunternehmen und Wissenschaftsinstituten effektivere Schutzmechanismen für Mobilfunknetze entwickeln. Das Konsortium konzentriert sich auf Sicherheitskonzepte für netzübergreifende Frühwarnsysteme für Mobilfunknetze der 4. Generation.

Hochschule Augsburg profiliert sich im Bereich IT-Sicherheit

ASMONIA wurde am 1. September 2010 gestartet und soll bis Mai 2013 abgeschlossen sein. Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Vizepräsident für angewandte Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule Augsburg erhofft sich mit diesem Projekt vor allem auch eine stärkere Profilierung im Bereich IT-Sicherheit: „Das Projekt ist sehr breit angelegt. Durch unsere thematische Vielseitigkeit innerhalb der Fakultät für Informatik können die unterschiedlichen Fachbereiche ihre Kompetenzen gewinnbringend vielleicht auch über den Projektzeitraum hinaus auf diesem Spezialgebiet einbringen.“

Die Datenflut in den Netzen steigt weiter an: bis 2015 wird der globale Datenverkehr über Mobilfunknetze voraussichtlich auf 23 Exabytes angestiegen sein; das entspricht dem Datenaufkommen von 6,3 Milliarden Menschen, die täglich ein digitalisiertes Buch herunterladen. Heute nutzen 400 Millionen Menschen ein Smartphone, in fünf Jahren werden es drei Milliarden sein.* Dabei arbeiten immer mehr Smartphones mit frei verfügbaren, offenen Betriebssystemen, was neue Sicherheitsrisiken birgt. Der Auftrag an ASMONIA lautet demnach, ein netzübergreifendes Schutzkonzept zu entwickeln, damit die Kommunikation via Mobilfunk in deutschen Netzen wieder sicherer wird. Zwei Ziele stehen im Fokus: Zum einen soll die Sicherheit der Endgeräte wie Smartphones verbessert werden, indem neue Verfahren die Verletzung der Systemintegrität erkennen lassen. Zum anderen soll die Sicherheit in den Netzen steigen, indem Angriffe über Netzgrenzen hinweg erkannt, bewertet und abgewehrt werden.

Datenaustausch zwischen Netzbetreibern optimieren

Das Konzept beruht auf einem industrieweiten, neuen Ansatz, das einen klaren Ausgangspunkt hat: Der Datenaustausch zwischen den Netzbetreibern muss optimiert werden, um in ganz Deutschland und in allen Mobilfunknetzen auf Angriffe entsprechend reagieren zu können. Eingesetzt werden sollen neue Verfahren der Anomalieerkennung von Malware, intelligente Analyseverfahren und elastische Systeme wie Cloud Computing, damit Attacken gegen Netzkomponenten und Endgeräte rasch abgewehrt werden können. Durch das netzübergreifende Zusammenspiel dieser Sicherheitsmechanismen werden Mobilfunknetze und Kommunikationsdienste besser geschützt.

„Es gibt bis dato keine Schutzmechanismen für Mobilfunknetze, die netzübergreifend wirken. Das wollen wir mit diesem Forschungsprojekt ändern“, so Reinhard Schlinkmann, Projektleiter von ASMONIA. „Die Einführung der 4. Mobilfunkgeneration bietet einen guten Startpunkt, sich diesem aktuellen Thema zu widmen und wissenschaftlich-technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die schnell wirken.“

Nokia Siemens Networks hat die Projektleitung von ASMONIA übernommen. Weitere Mitglieder des Projektkonsortiums sind das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Cassidian (bislang EADS Defence & Security), die ERNW GmbH, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Hochschule Augsburg. Dieses Konsortium wird in seiner Arbeit durch die Deutsche Telekom AG, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben unterstützt.

* Schätzung von Nokia Siemens Networks

Über ASMONIA

Angriffsanalyse und Schutzkonzepte für MObilfunkbasierte Netzinfrastrukturen unterstützt durch kooperativen InformationsAustausch: ASMONIA ist ein BMBF-gefördertes Forschungsprojekt zur Entwicklung eines ganzheitlichen Schutzkonzeptes für mobilfunkbasierte Kommunikationsnetze und -dienste. Es adressiert den Schwerpunkt‚ „Sicherheit in unsicheren Umgebungen / Sicherheit in der mobilen Welt“ der BMBF Bekanntmachung zur Förderung der IT-Sicherheit vom 26.8.2009 [BMBF09].

www.asmonia.de

Kontakt:
Hochschule Augsburg
Fakultät für Informatik
Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair
E-Mail: gordonthomas.rohrmair@hs-augsburg.de

Dr. Tobias Weismantel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-augsburg.de
http://www.asmonia.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Roboter-Navigation über die Cloud
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Neuer Kaba Zylinder mit Service-Funktion: Zeitlich begrenzter Zutritt für Servicepersonal
07.12.2017 | dormakaba Deutschland GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik