Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mixed Reality Schnitzeljagd für das Handy zum Spielen und Selbstbauen

25.01.2011
Die Stadt ist in Unordnung geraten. Der Kölner Dom steht plötzlich auf der falschen Rheinseite. Schnell ist er eingepackt und wieder an den richtigen Ort transportiert. So stellt sich die Welt mit Tidy City dar, einem neuen ortsbasierten Mixed Reality Spiel.

Fraunhofer FIT hat die digitale Schnitzeljagd für moderne Smartphones entwickelt. Am 27. Januar wird auf dem "Forum für Lokaljournalismus" in Waiblingen eine speziell auf den Ort zugeschnittene Spielversion gezeigt. Tidy City ist kostenlos verfügbar. Mit einem leicht handhabbaren Autorensystem kann man eigene Spiele für seinen Wohnort erstellen.

Ausgestattet mit einem Android-Mobiltelefon erkundet bei Tidy City der Spieler seine nähere Umgebung. Symbole auf einer Karte steuern ihn zu Objekten, die "aufgeräumt" werden müssen, weil sie sich nicht mehr am rechten Platz im Ort befinden. Dies können Gebäude, Marktplätze, Bäume, Brücken, Statuen aber auch historische Ereignisse sein. Die "verlegten" Objekte bestehen im Spiel aus einem Rätseltext und einem Foto. Glauben sich die Spieler an der richtigen Position, können sie versuchen, das Objekt dort zu platzieren. Mittels GPS wird überprüft, ob die Spieler richtig stehen.

Fraunhofer FIT entwickelt die digitale Schnitzeljagd zusammen mit dem französischen Carnot-Institut Telecom & Management SudParis im Rahmen des vom BMBF und ANR geförderten Forschungsprojekts "TOTEM – Theorien und Werkzeuge zum Gestalten mobiler Mixed Reality Spiele". Tidy City wurde von Spieldesigner Michael Sträubig konzipiert.

"Im Fokus des Projekts steht die Erforschung von so genannten Mixed Reality Spielen, bei denen die digitale Spielwelt und das reale Umfeld auf verschiedene Arten miteinander verschmolzen werden. Untersucht wird, wie solche Spiele gestaltet sein müssen, und wie sie den Blick auf die reale Welt verändern und beeinflussen.", erklärt Projektkoordinator Richard Wetzel vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Zudem entwickeln die Forscher ein Autorensystem, mit dem die Erstellung solcher Spiele nicht länger Experten vorbehalten bleibt, sondern sogar von Kindern durchgeführt werden kann. Die verschiedenen Spielversionen können dann direkt über das Mobiltelefon ausgewählt werden. Auf diese Weise, so hoffen die Wissenschaftler, wird es schön bald viele Städte geben, für die es Tidy City Versionen gibt.

Tidy City bietet verschiedene Möglichkeiten, solche Szenarien thematisch zu gestalten. Denkbar ist etwa eine Rätselsammlung, die sich an Besucher einer Stadt richtet und diese auf spielerische Weise an Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Auch für Großereignisse wie Messen sind speziell angepasste Szenarien denkbar, die das Thema der Veranstaltung aufgreifen. Für Einwohner einer Stadt bietet sich mit dem Spiel aber auch die Gelegenheit, vorher unbekannte Orte kennenzulernen oder neu zu entdecken.

Im Zuge einer Zusammenarbeit mit dem Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) wurde kürzlich ein Szenario für Waiblingen bei Stuttgart erstellt. Spielautoren waren vier Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren. Dieses Szenario wird zum ersten Mal am 27. Januar 2011 auf dem "Forum für Lokaljournalismus" vorgestellt. Vom 12. – 20. März 2011 erhalten dann ortsansässige Familien die Gelegenheit, sich beim Zeitungsverlag die notwendigen Geräte auszuleihen und das Waiblinger Szenario zu spielen.

Tidy City läuft auf allen Android-Mobiltelefonen ab Version 2.1 und kann kostenlos von der Projektwebseite (www.totem-games.org) heruntergeladen werden. Dort findet sich auch alles Notwendige, um selbst als Spielautor tätig zu werden. Fraunhofer FIT unterstützt Interessierte gern bei der Erstellung eigener Szenarien und bietet entsprechende Workshops an. Kontakt ist Richard Wetzel (richard.wetzel@fit.fraunhofer.de).

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.totem-games.org
http://www.bpb.de/veranstaltungen/1LETH6,0,19_FORUM_LOKALJOURNALISMUS_2011

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie

Wirbel als Räder der Natur

28.03.2017 | Architektur Bauwesen

Von der Bottnischen See bis ins Kattegat – Der Klimageschichte der Ostsee auf der Spur

28.03.2017 | Geowissenschaften