Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jason-3, ein neuer Satellit für die Meeresbeobachtung

19.03.2010
Die französische Raumfahrtagentur CNES und die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA haben mit Thales Alenia Space [1] ein Abkommen über den Bau des Jason-3 Satelliten unterzeichnet. Er soll seine Vorgänger - Jason 1 und 2 - ablösen, und wichtige Daten zum Meeresspiegel liefern. Der Start ist für 2013 geplant.

Die Vermessung des Meeresspiegels gehört zu den wichtigsten Verfahren für die Einschätzung des Klimawandels auf unserem Planeten.


Der Satellit Jason-2 (Quelle: NASA)

Durch ihr gigantisches Strömungssystem, das einen gewaltigen Energieaustausch zwischen Wasser und Atmosphäre verursacht und somit die klimatischen Bedingungen sehr stark beeinflusst, gehören die Ozeane zu den wichtigsten Indikatoren des klimatischen Zustands.

Eine Erhöhung der globalen Temperatur hat beispielsweise zur Folge, dass sich das Wasser ausdehnt und dass Gletscher schneller schmelzen, sodass der Meeresspiegel ansteigt. Die Erfassung dieses Spiegels ermöglicht somit wichtige Rückschlüsse. Hierfür ist die Sammlung von Daten über einen langen Zeitraum notwendig.

Seit 1992 werden Messungen durchgeführt, aus denen eine durchschnittliche Erhöhung des Meeresspiegels um 3,3 mm pro Jahr hervorgeht. Des Weiteren können dadurch Variationen des Salzgehalts festgestellt sowie Gezeiten, Wellenhöhen und Windgeschwindigkeiten beobachtet werden.

Der auf der PROTEUS-Plattform [2] basierende Satellit wird den Höhenmesser Poseidon-3B mitführen, der ebenfalls von Thales Alenia Space entwickelt wurde. An Bord werden sich ebenfalls das Höhen- und Bahnbestimmungssystem DORIS (Doppler Orbitography and Radiopositionning Integrated by Satellite), ein Mikrowellen-Radiometer, ein GPS-Positionierungssystem und mehrere Laser-Reflektoren befinden. Jason-3 wird auf derselben Umlaufbahn wie Jason-2 kreisen - in einer Höhe von 1.336 km und mit einer Neigung von 66° - was eine fast lückenlose Abdeckung aller eisfreien Gewässer ermöglicht. Grundlegende Veränderungen zu Jason-2 wird es nicht geben, da das Hauptziel dieser Mission darin liegt, die zeitliche Kontinuität der Messungen zu gewährleisten.

Jedoch werden wahrscheinlich kleinere Fortschritte 10 integriert, wie z.B. eine bessere Erfassung von Küsten, Seen und Flüssen, die zurzeit noch auf Jason-2 getestet wird.

[1] Thales Alenia Space ist ein 2006 gegründetes französisch-italienisches Unternehmen, das zur Thales- Group und Finmeccanica gehört. Es ist auf den Bau von Satelliten und die Entwicklung von Komponenten für die zivile und militärische Raumfahrttechnik spezialisiert.

[2] PROTEUS ist ein Satellitenbus (d.h. eine Versorgungseinheit für einen Satelliten), der den Betrieb der eigentlichen Nutzlast ermöglicht. Er wurde vom CNES in Auftrag gegeben, und ist für Kleinsatelliten von 500 bis 700 kg ausgelegt. Diese Plattform dient der Beobachtung, der Telekommunikation und der wissenschaftlichen Nutzung.

Quelle: "Jason-3, un satellite pour l’océanographie jusqu'en 2018", Techno-sciences - 06.03.2010 http://www.futura-sciences.com/fr/news/t/climatologie-1/d/jason-3-un-satellite-pour-loceanographiejusquen- 2018_22817/#xtor=RSS-8

Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 179 vom 17.03.2010) Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Sebastian Ritter | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: CNES Jason-2 Jason-3 Meeresbeobachtung Meeresspiegel Satellit Space

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise