Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker der FAU entwickeln elektronische Patientenkurve

20.01.2011
Patientendaten ablesen von handschriftlich verfassten Papierkarten am Krankenhausbett kostet Klinikärzte viel Zeit. Die Daten sind schwer lesbar und dennoch Routine in den meisten deutschen Krankenhäusern.

Das wollen Forscher am Lehrstuhl für Medizinische Informatik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ändern: Ausgehend von einer Diplomarbeit über die ergonomische Bedienung von medizinischen Softwareoberflächen haben sie das System VMobile geschaffen, das die Papierdokumentation ersetzen soll. Aus dem Projekt entstand ein Unternehmen, dessen Gründungskonzept beim Businessplanwettbewerb Startbahn Ruhr als eines der zehn besten des Jahres 2010 ausgezeichnet wurde.

Die Herausforderung besteht darin, ein System zu entwickelt, das die Komplexität und Flexibilität der Papierkurve abbildet, aber dennoch genauso einfach bedient werden kann. „Wenn die elektronische Kurve auch nur gefühlt schlechter ist als die Papierversion, sinkt die Akzeptanz dramatisch“, sagt Dr. Stefan Skonetzki-Cheng, Projektleiter am Lehrstuhl für Medizinische Informatik. Zusätzlich muss das System mit dem im Stationsalltag bisher verwendeten klinischen EDV-System über Schnittstellen integriert sein.

VMobile erfüllt diese Anforderungen. Das „V“ steht für Visite. Anstelle von Papier nutzt diese elektronische Patientenkurve mobile Rechner mit Stift-Bedienung, so genannte Tablet-PCs. Durch enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Pflegekräften ist es gelungen, ein direkt an den alltäglichen Anforderungen orientiertes System zu entwickeln, das sich reibungslos in den Klinik-alltag integriert. Die Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen arbeitet bereits seit mehr als einem Jahr erfolgreich damit. Die gewonnenen Erfahrungen nutzen die Entwickler, um kontinuierlich das System zu verbessern. „VMobile läuft inzwischen so erfolgreich, dass schon eine ganze Reihe weiterer Stationen die Einführung angefragt haben“, sagt Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Informatik und Leiter des Medizinischen Zentrums für Informations- und Kommunikationstechnik am Universitätsklinikum Erlangen.

Zurzeit arbeitet das Team hinter VMobile daran, das System auch kommerziell zu vertreiben. Kern der Geschäftsidee ist die Vermarktung der Software VMobile sowie das Anbieten von zusätzlichen Beratungs-, Programmier- und Integrationsdienstleistungen im Zusammenhang mit der Einführung und dem Betrieb von VMobile bei den Kunden.

Mehr Informationen:
Dr. Stefan Skonetzki
Tel.: 09131/85-26755
stefan.skonetzki@imi.med.uni-erlangen.de
Dr. Kai Beckmann
Tel.: 09131/85-33553
kai.beckmann@uk-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Medizinische Informatik Patientenkurve VMobile

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie