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Heimvernetzung auf dem Weg zum Wirtschaftsmotor

29.11.2010
- Technik immer ausgereifter, Verbraucher bereit, Markt groß
- Smart Home „Made in Germany“ mit Potential zum Exportschlager
- Handlungsbedarf bei Standardisierung, Qualifizierung und Randbedingungen

Das „Smart Home“ ist auf dem besten Weg, zum Wirtschaftsmotor für Industrie, Handel, Handwerk und Wohnungswirtschaft zu werden. Die Akzeptanz und der Markt sind vorhanden.

Nach einer repräsentativen VDE-Verbraucherstudie kann sich schon heute etwa jeder fünfte Bundesbürger die Vernetzung seines Heims vorstellen. Besonders für jüngere Menschen unter 34 ist die Möglichkeit, Elektrogeräte im Haus über Display, PC oder unterwegs mobil mittels Smart Phone zu steuern und zu überwachen, attraktiv. Heimvernetzung hat allerdings weit mehr zu bieten: größere Energieeffizienz, mehr Komfort, vielfältigere Multimediaangebote und höhere Sicherheit sowie Vorteile beim Wohnen im Alter und bei der Gesundheitsvorsorge. Darüber hinaus birgt der Smart-Home-Markt beachtliche wirtschaftliche Potentiale.

Das Marktvolumen, das derzeit auf circa 10 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, wird in den nächsten Jahren stark anwachsen. Damit eröffnen sich aussichtsreiche Chancen für Deutschlands Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Aufgrund von Spitzenpositionen in Technologiebereichen wie E-Energy/Smart Grid, Smart Metering und bei „Embedded Systems“ sowie einer Vorreiterrolle in der internationalen Normung könnte Heimvernetzung sogar zum Exportschlager „Made in Germany“ werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür sind neben Standards für erweiterungsoffene und kompatible Komponenten und Systeme und deren qualitätsgesicherte Überprüfung auch qualifizierte Fachkräfte und günstige Randbedingungen. „Wichtig dabei ist neben der Infrastruktur, dass Geräte und Systeme einfach und intuitiv bedienbar sein müssen. Sie sollen in allen Anwendungsfällen interoperabel im Sinne von Plug-and-Play in Systemen integriert funktionieren, damit die Anwender Investitionssicherheit erlangen“, so Wilfried Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH, auf dem Leipziger Kundenforum „Vernetzt Wohnen + Leben“ des VDE-Instituts, das gemeinsam mit dem Zentralverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und dem Zentralverband der Elektroindustrie (ZVEI) Innovationen und die Umsetzung der Heimvernetzung vorantreibt.

Technik treibt, Markt zieht: Heimvernetzung nimmt Fahrt auf
Aus technischer Sicht könnte die Heimvernetzung bereits jetzt volle Fahrt aufnehmen. Die technologischen Herausforderungen wurden in den letzten Jahren gemeistert; intelligente Geräte und Systeme stehen bereit. Gerade in jüngster Zeit bringen mehrere innovative technologische Entwicklungen und Trends die intelligente Heimvernetzung auf Touren. So hat der Gesetzgeber mit der Einführung elektronischer Haushaltszähler (Smart Meter) die technischen Voraussetzungen für mehr Energieeffizienz und Energieeinsparung geschaffen und die Motivation zum intelligenten Energiemanagement verstärkt. Darüber hinaus eröffnen technologische Entwicklungen im Bereich der Consumer Electronics, IT und Home Appliance nach einer aktuellen VDE-Berechnung Energieeinsparpotentiale von bis zu 40 Prozent bei ausgewählten Produktgruppen. Insbesondere der Einsatz von Mikroelektronik in „eingebetteten Systemen“ verspricht zukünftig deutlich energieeffizientere Geräte. Außerdem erwarten die Verbraucher intelligente und komfortable Lösungen für das Zusammenwachsen der Bereiche Unterhaltungselektronik und lnformations- und Kommunikationstechnik (IKT). Und schließlich gewinnt aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland die Technikunterstützung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter in den eigenen vier Wänden an Bedeutung. „Ambient Assisted Living“ ist eine spezielle und angesichts der demografischen Entwicklung besonders wichtige Anwendung intelligenter Gebäudeautomation, die von der Innovationspartnerschaft von VDE und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorangebracht wird.

Die sich ändernden Anforderungen und Möglich¬keiten sowie das wachsende Marktpotential führen dazu, dass sich Wohnungsbaugesellschaften, Architekten, Baubranche und Privathaushalte immer stärker für das so genannte E Haus interessieren. „Die intelligente Heimvernetzung eröffnet allseits große Chancen für den Standort: für den Verbraucher, für Hersteller, Elektrohandwerker und Dienstleister, für die Energieeinsparung und für den Technologiestandort insgesamt, insbesondere für den Mikroelektronik-Standort und die Energietechnik. Und was im großen Modell Deutschland funktioniert, taugt auch zum Exportschlager Made in Germany auf dem Weltmarkt“, so Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI.

Hürdenlauf zur Marktreife
Allerdings gibt es auf dem Weg zum Smart Home noch einige Hürden zu nehmen. So hat laut VDE-Verbraucherstudie noch die Hälfte der Befragten über 55 Jahre Sorge, die Kontrolle über die neuen Technologien zu verlieren, und 37 Prozent sind aus Datenschutzgründen skeptisch. Trotz wachsender Akzeptanz besteht in diesen Punkten noch Informationsbedarf, aber auch Handlungsbedarf zur weiteren Optimierung.

Weitere Herausforderungen auf dem Weg zum Smart Home als Leitmarkt liegen im Bereich Normen und Standards. „Normen, Standards und neue Testphilosophien sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass unterschiedliche Komponenten und Geräte in einem System zusammenarbeiten und sicher funktionieren“, bestätigt Dr.-Ing. Bernhard Thies, Geschäftsführer der Deutschen Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik im DIN und VDE. „Ebenso sind anschließend Prüfungen und Zertifizierungen sinnvoll, um die besonders hohen Anforderungen an das sichere Funktionieren der komplexen Systeme und Geräte zu erfüllen“. Das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut begleitet diese Themen aktiv mit seinen Prüf- und Zertifizierungsdienstleistungen. Insbesondere mit der Fokussierung auf die smarten Technologien hat das VDE-Institut als staatlich anerkannte Prüfstelle für die neue Generation der Elektrizitätszähler sowie als Zugelassene Stelle nach dem Energiebetriebene-Produkte-Gesetz (EBPG) Maßstäbe für Testeinrichtungen und Qualitätstests für die Produktqualifizierung gesetzt.

Darüber hinaus werden im Alltag aber auch Spezialisten benötigt, die den Verbraucher in Sachen intelligente Heimvernetzung, Ambient Assisted Living, Smart Home, Smart Metering, Consumer Electronics und Computernetzwerke kompetent beraten und die nötigen Geräte und Systeme fachgerecht installieren. „Um zu entscheiden, welches der häufig noch konkurrierenden Systeme für die räumlichen Gegebenheiten und den Anwender das Beste ist, um ein reibungsloses Funktionieren sicherzustellen, ist eine entsprechende Qualifizierung unabdingbar. Daher stellen die Schulung und Weiterbildung für Gesellen, Meister und Unternehmen einen wichtigen Erfolgsfaktor bei der Markteinführung der Heimvernetzung dar“, erläutert Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des ZVEH.

Erfolgsgeheimnis: Teamplay statt Solos
Heimvernetzung funktioniert nur dann, wenn alle Komponenten im System zusammenarbeiten. Und Teamplay – das heißt offene Standards, Kooperationen und Partnerschaften – wird auch darüber entscheiden, wie erfolgreich Heimvernetzung beim Verbraucher ankommt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, darin sind sich die Geschäftsführer von VDE, ZVEH und ZVEI einig. Die drei Verbände, die das Know-how für Qualitätsstandards, Normung und Produktqualifizierung, qualifizierte Gebäudevernetzung und innovative Technik vereinen, sind davon überzeugt, dass die Zukunft des Wohnens in intelligenter Heimvernetzung liegt. Geräte kommunizieren miteinander, der Alltag im Haushalt wird einfacher und sicherer – und die gemeinsamen Synergien tragen dazu bei, die Chancen der Heimvernetzung in Deutschland und für den Export zu nutzen.

Pressekontakt: Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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