Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Günstige Sensoren sollen Senioren im Alltag unterstützen

29.11.2012
Forschungsprojekt sucht Unterstützer per Crowdfunding auf Sciencestarter.de
Viele ältere Menschen möchten trotz körperlicher Beeinträchtigungen zu Hause wohnen. Sensoren können dabei helfen: Mithilfe eines Beschleunigungsmessers, eines Kreiselinstruments und eines Luftdrucksensors können zum Beispiel Bewegungen erfasst werden – per Funk können Dritte sofort erfahren, ob eine Person z. B. gestürzt ist oder morgens nicht aufsteht. Das Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund der Technischen Universität Braunschweig möchte solche Sensorsysteme für die Wissenschaft preisgünstiger und attraktiver machen. Es sucht dafür nun finanzielle Unterstützung über die Plattform Sciencestarter.

UUmed, so der Name des Projekts, schrieb eine der ersten Erfolgsgeschichten der am vergangenen Mittwoch gestarteten Crowdfunding-Plattform Sciencestarter. Die Wissenschaftler schafften es als Erstes, die benötigen mindestens 100 „Fans“ für ihre Ideen zu begeistern – und das innerhalb von weniger als 24 Stunden. Mit dieser großen Anzahl an Befürworterinnen und Befürwortern konnte das Projekt nun in die „Finanzierungsphase“ wechseln, in der es Unterstützern möglich ist, zu spenden und in diesem Fall auch die zukünftigen Projektergebnisse als „Dankeschön“ vorzubestellen.

Die Forscher aus Braunschweig wollen mit ihrem Projekt eine kostengünstige Sensorplattform, die sie mit der Hilfe von Studierenden und Mitarbeitern entwickelt haben, zu einem zertifizierten Medizinprodukt ausbauen. Davon erhoffen sie sich, eine preiswerte Alternative zu etablierten Medizinprodukten zu schaffen und so die Forschung im Bereich der Aktivitätserkennung einfacher und kostengünstiger zu gestalten.

Die Idee dazu entstand bei dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Gestaltung Altersgerechter Lebenswelten“ (GAL), bei dem unter anderem eine Sturzerkennung und eine Ganganalyse durch tragbare Sensoren zur Aktivitätserkennung durchgeführt werden. „Wenn solche Systeme, die wir für wenig Geld als Einzelstück selber bauen können, mehrere 1.000 Euro kosten sollen, nur weil sie ein ‚Medizinprodukt‘ sind, dann läuft da etwas falsch. Dieses Geld könnte man sinnvoller ausgeben, z. B. für mehr Personal oder größere Studien“ sagt Felix Büsching, einer der Initiatoren.

Die Krux dabei ist: In klinischen Studien muss die eingesetzte Technik entsprechend zertifiziert sein, sonst darf sie in vielen Fällen nicht eingesetzt werden. Ziel der Braunschweiger ist es daher, die eigene, günstige Sensorplattform durch eine solche Zertifizierung als „Medizingerät“ anerkennen zu lassen. Dies könne die Forschung in dem Bereich der altersgerechten Lebenswelten und in anderen Bereichen, in denen Bewegungs- und Aktivitätssensoren zum Einsatz kommen (beispielsweise Rehabilitation und Sportmedizin) nur verbessern – meint Büsching, „weil unser System nicht nur viel günstiger ist, sondern auch viel mehr kann, als die vorhandenen Systeme“. Die Baupläne zur Sensorplattform wollen die Wissenschaftler dann frei zur Verfügung stellen. Allerdings liegt die eigentliche Arbeit noch vor dem Forscherteam: Für die Weiterentwicklung und Zertifizierung wird eine Summe von 20.000 Euro benötigt. Als Nächstes müssen sich daher Spender und Unterstützer für diese Summe finden; erst wenn das geschafft ist, kann das Projekt auch tatsächlich realisiert werden.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Felix Büsching
Technische Universität Braunschweig
Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund
Mühlenpfordtstr. 23, 38106 Braunschweig
Tel.: +49 (531) 391 - 3289
E-Mail: buesching@ibr.cs.tu-bs.de

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.sciencestarter.de/ingamed
http://www.altersgerechte-lebenswelten.de/
http://www.ibr.cs.tu-bs.de/users/buesch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

nachricht Überschwemmungen genau in den Blick nehmen
27.06.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie