Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam zum "Digitalen Flugzeug"

09.09.2009
DLR und Forschungszentrum Jülich unterzeichnen MoU

Computersimulationen sind eine Schlüsseltechnologie in den Ingenieurwissenschaften und in der Grundlagenforschung. Um das volle Potenzial der mathematischen Simulation für die Luftfahrtforschung auszuschöpfen, haben die beiden führenden deutschen Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Forschungszentrum Jülich, am 9. September 2009 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet.

Kürzere Entwicklungszeiten für Fluggeräte: Bereits heute ist die auf numerischen Methoden basierende Simulation am Computer nicht aus der modernen Luft- und Raumfahrtforschung wegzudenken. Sie bildet die dritte unverzichtbare Säule neben Theorie und Experiment. Treibender Faktor für die Etablierung der numerischen Simulation in der Luft- und Raumfahrtforschung ist die Verkürzung von Entwurfszeiten und die damit verbundene Kostenersparnis. Neue Fluggeräte sollen zukünftig komplett im Rechner entwickelt und erprobt werden ("Digitales Flugzeug"). Die hierfür benötigte multidisziplinäre Simulation erfordert einen extrem hohen Rechenbedarf und eine Weiterentwicklung der physikalischen Modelle, Algorithmen und Simulationsprozesse. Der Zugang zu Höchstleistungsrechnern ist also ein strategisches Element für Länder, in denen Hochtechnologie in Forschung und Entwicklung betrieben wird. Mit Unterzeichnung des MoU bündeln DLR und Forschungszentrum Jülich nun ihre Kompetenzen. Die Kooperation ermöglicht der Luft- und Raumfahrtforschung, im Bereich des High Performance Computing (HPC) neue Wege zu beschreiten.

Gebündelte Kompetenzen: Die numerische Simulation ist seit vielen Jahren ein Forschungsschwerpunkt des DLR. Dort entwickelte Verfahren sind heute Standardwerkzeuge in der europäischen Luftfahrtindustrie. Mit dem "Center for Computer Applications in AeroSpace Science and Engineering" (C²A²S²E) haben das DLR und Airbus mit Hilfe des Landes Niedersachsen und der Europäischen Gemeinschaft ein weltweit anerkanntes Kompetenzzentrum für numerische Simulation etabliert. Ein dort integrierter, ausschließlich für die Luftfahrtforschung zugänglicher Hochleistungsrechner hat in den vergangenen Jahren das Potenzial numerischer Simulationen in der Luftfahrt aufgezeigt.

Das Forschungszentrum Jülich und seine Partner in Europa wollen den unabhängigen Zugang zu Supercomputern der weltweit höchsten Leistungsklasse sichern und Wissenschaftlern die Möglichkeit bieten, durch Simulationen sonst unerreichbare Erkenntnisse zu erlangen. Forscher erhalten professionelle Unterstützung vom Jülich Supercomputing Centre, in dem das Forschungszentrum Jülich seine Kompetenzen Supercomputing und Simulationswissenschaften bündelt. Spezialisten in den sogenannten "Simulation Labs" optimieren Algorithmen der Fachwissenschaften und erarbeiten Software-Werkzeuge für die Analyse großer Datenmengen. Das Forschungszentrum Jülich betreibt mit dem Supercomputer JUGENE Europas schnellsten Rechner. Es nutzt Rechner und Simulationen, um die großen Herausforderungen in den Forschungsbereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie anzugehen.

Die Kooperation ermöglicht die zielgerichtete Nutzung von HPC-Ressourcen und große Simulationen in C²A²S²E So sollen beispielsweise physikalische Phänomene am Flugzeug möglichst detailgetreu und vollständig dargestellt werden. Weitere Ziele sind die Anpassung numerischer Verfahren an die neuen Rechnerarchitekturen, die Ausbildung qualifizierter Nachwuchskräfte sowie die Initiierung gemeinsamer Forschungsaktivitäten.

Pressekontakt:

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Braunschweig
Tel.: 0531 295-2108
E-Mail: JASMIN.BEGLI@DLR.DE
Kosta Schinarakis
Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de,
Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Norbert Kroll
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Institut für Aerodynamik bis Strömungstechnik
Tel.: 0531 295-2440
E-Mail:norbert.kroll@dlr.de
Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert,
Forschungszentrum Jülich
Jülich Supercomputing Centre
Tel. 02461 61-6402
E-Mail: th.Lippert@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Kombiniert mit den beiden Schlüsselkompetenzen Physik und Supercomputing werden in Jülich sowohl langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaften und Technik erarbeitet als auch konkrete technologische Anwendungen. Mit rund 4 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den größten Forschungszentren Europas.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics