Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebäude vermessen via Internet

15.02.2010
Informatiker der Uni Bremen entwickeln mit Partnern 3D-Straßenansichten für eine exakte Stadtplanung direkt am Computer. In zwei Jahren entsteht eine Software, die mehr kann als Google Street View.

Google Earth und Street View kennen viele. Ebenso 3D-Fotopanoramen, mit denen sich überall auf der Welt die Städte und ihre Sehenswürdigkeiten erkunden lassen. Das Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen geht im neuen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Transferprojekt "Panovis" noch einen Schritt weiter.

Mit den beiden Unternehmen Panolife aus Bremen und IGI mbH aus Kreuztal entwickeln die Wissenschaftler eine Software, die neben der 3D-Visualisierung hoch aufgelöster Panoramafotos von Landschaften, Straßenzügen und Gebäuden zusätzliche Features ermöglicht. "So können etwa Stadtplaner oder Architekten direkt in den Ansichten Vermessungen vornehmen. Es braucht kein Team mehr vor Ort", benennt Projektmitarbeiter Frederic Pollmann eine wichtige Funktion. Oder es können virtuelle 3D-Modelle in die Panoramafotos eingesetzt werden, etwa die Ansicht eines Hauses in eine Baulücke. "Wir entwickeln dafür die Algorithmen, um eine fotorealistische Darstellung zu ermöglichen", sagt Pollmann.

Es soll der Eindruck entstehen, dass dieses Haus dort schon immer im Fotopanorama vorhanden war. Eine echte Herausforderung für die Forscher. Auch deshalb, weil die riesigen Datenmengen so komprimiert werden müssen, dass sie den Nutzern wie bei Google webbasiert im Internet zur Verfügung stehen. "Eine solche webbasierte Anwendung gibt es bislang noch nicht und wir wollen, dass jeder sie ganz einfach am PC mit dem Flashplayer nutzen kann", so Pollmann.

Das zweijährige Transferprojekt wird im Hightech-Förderprogramm KMU-innovativ mit 500.000 Euro gefördert. Am TZI entstehen zwei neue Arbeitsplätze und auch beim Bremer Unternehmen Panolife, das sich mit der innovativen Software ein zweites Standbein aufbauen möchte. Bekannt geworden mit realistischen 3D-Fotopanoramen, etwa vom Bremer Rathausmarkt oder der Oldenburger City, investiert Panolife jetzt 200.000 Euro für den Einstieg in ein "hochwissenschaftliches Geschäftsfeld", wie es Geschäftsführer Milad Dana benennt. Als Zielgruppen benennt er Stadt- und Planungsämter, Architekten oder auch Sicherheitsfirmen. Erst Ende 2008 gegründet beschäftigt Panolife inzwischen elf Mitarbeiter.

Ganz wichtig bei der Erfassung der Panoramafotos ist der Datenschutz. Es wird nur Material verwendet, auf dem vorab Autokennzeichen geschwärzt und Gesichter von Menschen unkenntlich gemacht sind. "Datenschutz ist in diesem Projekt von zentraler Bedeutung. Denn wir kennen die aktuellen Vorwürfe gegen Google Street View", sagt Milad Dana.

Für das Vermessungsgerät sorgt die IGI mbH, ein Spezialist für die Integration mobiler Datenerfassungssysteme. Dazu werden ein Laserscanner, eine Spezialkamera und ein hochgenaues Positionierungssystem in ein speziell für diese Anwendung optimiertes Vermessungsfahrzeug eingebaut. Nach Aussage ihres Entwicklungsleiters Dr. Jens Kremer verspricht sich die IGI mbH von ihrem Engagement im Projekt Panovis "die Erschließung eines ganz neuen Anwendungsgebietes" für ihre mobilen Systeme.

Einen Eindruck von den bisherigen Fotopanoramen gibt die Website: http://www.panolife.de

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Frederic Pollmann
Tel. 0421 / 218-64421
E-Mail: fpol@tzi.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.panolife.de
http://www.tzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wellen schlagen
29.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb
27.06.2017 | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der schärfste Laserstrahl der Welt

29.06.2017 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften