Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher demonstrieren Internet für Roboter

16.01.2014
"RoboEarth" ermöglicht Maschinen Cloud-basierten Datenaustausch

Wissenschaftler der Technischen Universität Eindhoven haben eigenen Angaben zufolge das weltweit erste Internet für Roboter entwickelt. Hinter dem aufwendigen Projekt, das von der Europäischen Union gefördert und in Kooperation mit vier weiteren europäischen Universitäten umgesetzt wird, steckt der Versuch, eine Netzwerkinfrastruktur zu schaffen, über die einzelne Roboter mithilfe von Cloud-basiertem Datenmanagement gegenseitig Informationen austauschen können.


Roboter-Testlauf: Maschinen pflegen einen Patienten (Foto: roboearth.org)

Auf diese Art und Weise sollen die Roboter gemeinsam verschiedene Aufgaben erledigen. Eine erste öffentliche Demonstration von "RoboEarth" http://roboearth.org - so der Name des neuartigen kollaborativen Systems - soll schon heute, Donnerstag, in Eindhoven über die Bühne gehen.

World-Wide-Web-artige Datenbank

"In seinem Kern ist RoboEarth ein World Wide Web für Roboter, ein gigantisches Netzwerk und ein Aufbewahrungsort für Daten, wo Roboter Informationen miteinander teilen und voneinander etwas über ihr Verhalten und ihre Umgebung lernen können", so die Erklärung auf der offiziellen Projekt-Webseite.

Ziel des ambitionierten Unterfangens sei es, robotischen Systemen zu ermöglichen, von den Erfahrungen anderer Roboter lernen zu können.

"Das würde den Weg für rasante Fortschritte im Bereich der Wahrnehmung und des Verhaltens von Maschinen ebnen und letztendlich auch deutlich ausgeklügeltere Mensch-Maschinen-Interaktionen ermöglichen", so die Überzeugung der beteiligten Forscher.

"Zentrales Element von RoboEarth ist seine Cloud-Robotics-Infrastruktur", erläutern die Wissenschaftler. Diese enthalte alles, das nötig sei, um eine Datenübertragung von Robotern in die Cloud und umgekehrt zu schaffen. "Das ist eine World-Wide-Web-artige Datenbank, in der Wissen in einem von Maschinen lesbaren Format gespeichert werden kann, das sowohl von Menschen als auch Robotern generiert worden ist", ergänzen die Entwickler. Als Beispiel für derartige Daten verweisen sie etwa auf Softwarekomponenten, Karten für die Navigation, verschiedene relevante Informationen für bestimmte Aufgaben oder Bilder und visuelle Modelle zur Erkennung von spezifischen Objekten.

Austausch statt Neuprogrammierung

Wie genau das in der Praxis aussehen soll, können Interessierte bei einer öffentlichen Demonstration auf dem Gelände der TU Eindhoven sehen. Dort wurde ein krankenhausartiges Zimmer eingerichtet, in dem sich vier Roboter kollaborativ um einen Patienten kümmern sollen. Hierfür müssen sie eine Reihe von unterschiedlichen Aufgaben erledigen. Ein Robotergehilfe muss eine Karte der Räumlichkeiten in das Cloud-Netzwerk laden, so dass auch seine Kollegen sich dort zurechtfinden. Ein Anderer muss wiederum Getränke an den Patienten servieren.

Die Idee, dass sich nun auch Roboter über ein eigenes Netzwerk austauschen können sollen, kommt nicht von ungefähr. "Das Problem im Moment ist, dass diese Maschinen meist nur für einen ganz speziellen Zweck entwickelt werden. Die täglichen Veränderungen unserer Umwelt machen aber viele der vorprogrammierten Funktionen unbrauchbar. Über RoboEarth können Roboter Informationen zu einer Aufgabe wie dem Öffnen einer Pillendose miteinander teilen. Dadurch können dann auch andere Roboter diese Aufgabe erledigen ohne hierfür wieder neu programmiert werden zu müssen", bringt Projektleiter Rene van de Molengraft den wesentlichen Vorteil des Systems auf den Punkt.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.tue.nl
http://roboearth.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Neuer 3D Portrayal Service Standard veröffentlicht
20.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

nachricht KIT baut European Open Science Cloud mit auf
19.02.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics