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FernUniversität entwickelt innovative Statistik-App

08.05.2013
Die Standardnormalverteilung ist ein Herzstück jeder Statistikgrundausbildung. Die FernUniversität in Hagen hat dazu jetzt eine innovative und bereits international eingesetzte Lernhilfe entwickelt: Eine interaktive Statistik-App, die auf Smartphones und Tablets aller Hersteller und allen Betriebssystemen als Web-App lauffähig ist und auch als Desktop-Anwendung nutzbar ist.

Sie stellt Methoden zur Gewinnung sowie zum Lernen aus Daten bereit und ist deshalb eine Wissenschaft, die alle Lebensbereiche durchdringt. Die Rede ist von der Statistik. Wer mit Statistiken arbeitet, muss sie analysieren und bewerten können oder kurz: Methodenkompetenz besitzen.


Die Statistik-App (hier in englischer Sprache) kann unkompliziert in andere Sprachumgebungen portiert werden.

Und die muss erworben und trainiert werden. Genau dafür haben Wissenschaftler der FernUniversität in Hagen eine innovative und bereits international eingesetzte Lernhilfe entwickelt: Eine interaktive Statistik-App, die auf Smartphones und Tablets aller Hersteller und allen Betriebssystemen als Web-App lauffähig ist und auch als Desktop-Anwendung nutzbar ist. Mit diesem Beitrag ist die Hagener Hochschule auch auf der Internetseite zum Jahr der Statistik 2013 vertreten.

Interaktive Visualisierungsumgebungen erhöhen Verständlichkeit von Lerninhalten

Die Applikation (App) zeigt die so genannte Standardnormalverteilung, die ein Herzstück jeder Statistikgrundausbildung ist. Dieses Modell und in Kürze auch andere Modelle der Wahrscheinlichkeitsrechnung können Studierende und andere Interessierte durch benutzergesteuerte Experimente unmittelbar „ausprobieren“. Der Mehrwert des interaktiven Lernobjekts liegt vor allem darin, dass Zusammenhänge viel leichter anhand sorgfältig konzipierter Visualisierungsumgeben verstanden werden.

„Die App zur Standardnormalverteilung bietet die Möglichkeit, sich einen einzigen Wert der Verteilung und gleichzeitig die inhaltliche Bedeutung dieses Wertes anzeigen zu lassen. Das funktioniert über zwei miteinander kommunizierende Grafiken“, erklärt apl. Prof. Dr. Hans-Joachim Mittag. Er ist Wissenschaftler im Arbeitsbereich Statistik und quantitative Methoden der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität. Der Statistik-Experte entwickelt in enger Kooperation mit dem Center elektronische Weiterbildung (CEW) der Fakultät für Mathematik und Informatik interaktive und plattformunabhängige Lernobjekte für die Statistikausbildung an der FernUniversität. Das Design und die Programmierung der App lag in den Händen von Benjamin Wallenborn und Mirco Günster vom CEW. Bei der mediendidaktischen und konzeptionellen Planung der Lernobjekte für mobile Endgeräte unterstützte Sandro Mengel, Abteilung Medienberatung des Zentrums für Medien und Informatik der FernUniversität, das Team mit seiner Expertise.

Einsetzbar ist die App auch in klassischen papiergebundenen Lehrmaterialien, denn gedrucktes Material oder deren Online-Fassungen und interaktive Anwendung können ganz leicht kombiniert werden. Dazu scannen Studierende einen abgedruckten QR-Code mit einem mobilen Endgerät wie z.B. einem Smartphone (über einen installierten QR-Code Reader). Auf ihrem Smartphone erscheint dann direkt die Statistik-App. „In unserem interdisziplinären Fernstudienkurs Statistik bieten wir unseren Studierenden diese Verknüpfung bereits an“, sagt Mittag.

Leichte Portierbarkeit der Lernobjekte in andere Sprachumgebungen
Ruft man die App auf, erscheinen auf dem Startbildschirm die beiden bereits genannten Grafiken, die miteinander kommunizieren. Text hingegen gibt es kaum. So ist eine Übersetzung der Anwendung in verschiedene Sprachen schnell und unkompliziert möglich. Diese leichte Portierbarkeit bedeutet für die FernUniversität ein großes Potenzial für die internationale Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen oder auch Unternehmen. Eine erste Kooperation gibt es schon: In Japan wird die App in dem landesweiten Großprojekt „Japanese Inter-University Network for Statistics Education“ eingesetzt. In diesem Projekt, das sich gerade im Aufbau befindet, vertritt Prof. Mittag die FernUniversität als Mitglied eines internationalen Beratergremiums.

Statistik-App ist „Prototyp“ – Ziel ist der Aufbau einer App-Sammlung
Bei dieser einen Statistik-App soll es aber nicht bleiben. Mittag und sein Team haben sie als Prototyp für Lernobjekte dieses neuen Typs entwickelt, weitere werden schon bald folgen. „Ziel ist eine umfassende Sammlung von Statistik-Lern-Apps, die über App-Stores zur internetunabhängigen Nutzung zum Download bereit gestellt werden“, so Prof. Mittag.

Susanne Bossemeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fernuni-hagen.de/jmittag/

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