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Erste Patentanmeldung: Verfahren zur Bereitstellung von WebServices für mobile Web Service Provider

08.03.2012
Die Bedeutung mobiler Kommunikationsendgeräte, wie beispielsweise Smartphones oder Tablet PCs, ist in den letzten Jahren stark gestiegen.
Die Bereitstellung von Web Services (z.B. Kommunikationsdienste, Lokalisationsdienste / Geo-Daten etc.) ist bisher aber häufig auf mobilen Endgeräten nicht möglich. Denn bislang sind webbasierte Dienste auf mobilen Geräten noch nicht standardisiert. Prof. Dr. Marc Jansen von der Hochschule Ruhr West hat jetzt ein Verfahren zur Bereitstellung von Web Services für mobile Web Service Provider entwickelt, das Abhilfe schafft.

So genannte Web Services werden heute häufig verwendet, um plattformunabhängige Dienste im Internet zur Verfügung zu stellen. Bis dato war es über standardisierte Verfahren nicht möglich, solche Web Services auf mobilen Endgeräten zur Verfügung zu stellen. Die Anzahl der mobilen Kommunikationsendgeräte (mobile Computer, Tablets, Net- und Netbooks sowie Mobiltelefone) ist jedoch ein wichtiger Markt und die Nutzung mobiler Kommunikationsdienste im Internet über solche Geräte hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Laut Aussage der Marktforscher IDC (International Data Corporation) existierten 2011 weltweit über 300 Millionen Smartphones, Tendenz stark steigend.

Ein Problem bei der Bereitstellung von Web Services auf mobilen Endgeräten ist, dass es schon allein bei den Betriebssystemen der Smartphones keinen einheitlichen Standard gibt. Eine betriebssystemspezifische Bereitstellung von Web Services für jede einzelne Plattform und ihre unterschiedlichen Versionen ist jedoch mit großen Aufwänden verbunden. Ein weiteres technisches Problem besteht darin, dass mobile Geräte naturgemäß ihren Standort und somit ihr Netzwerk ändern und nicht unter einer fixen Adresse erreichbar sind. Darüber hinaus sind mobile Web Services gewöhnlich nicht permanent verfügbar, da die Endgeräte zwischenzeitlich ohne Netzempfang sein können oder von ihrem Benutzer ausgeschaltet werden. Aus diesem Grund hat Prof. Dr. Marc Jansen, Professor für praktische Informatik, Softwaretechnik, Statistik und Datenbanken an der Hochschule Ruhr West ein Verfahren entwickelt, das die Verfügbarkeit von Web Services auch für mobile Geräte ermöglicht und die genannten Probleme berücksichtigt.

„Meine Entwicklung erlaubt es, das bis dato weitestgehend brach liegende Potenzial von modernen und leistungsfähigen mobilen Geräten flexibel und effektiv zu nutzen“, erklärt Prof. Dr. Marc Jansen.

Hierzu hat Prof. Jansen ein Verfahren entwickelt, welches die genannten Probleme überwindet, indem es mit einem zentralen Proxy-Server (Rechner, der als Kommunikationsschnittstelle in einem Netzwerk fungiert) als „Mittler“ arbeitet und der die Kommunikation zwischen Anbieter (Provider) und Anwender (Client) des Web Services sicherstellt.

„Ich freue mich, dass wir als Hochschule Ruhr West unser erstes Patent angemeldet haben. Denn angewandte Forschung und Entwicklung werden an der HRW groß geschrieben. Wir widmen uns aktiv dem Technologie- und Wissenstransfer und möchten uns als forschungsstarke Hochschule in der Region etablieren“, äußert HRW Präsident, Prof. Dr. Eberhard Menzel, begeistert. „Ein großes Lob geht auch an alle Beteiligten. Dank der guten Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen mit der Mülheimer Patentvermarktungsgesellschaft PROvendis hat die Antragstellung reibungslos funktioniert“, so Menzel weiter.

Über das Verfahren zur Bereitstellung von Web Services eines mobilen Web Service Providers

Die Erfindung ist eine Anwendung, die auf einem Proxy-Server läuft. Sie schlägt die Bereitstellung eines Verfahrens für Web Services für einen mobilen Web Service Provider vor. Das Verfahren weist einen Empfangsschritt für eine Anfrage zur Registrierung des Web Services (eines mobilen Web Service Providers) und einen Registrierungsschritt des Services auf. Weiterhin weist das Verfahren einen Empfangsschritt einer Web Service Anfrage bezüglich des Web Services von einem Web Service Client und einem Prüfschritt auf und ermittelt, ob eine Antwort auf die Web Service Anfrage des Clients seitens des mobilen Web Service Providers vorliegt. Falls eine Antwort vorliegt, wird sie an den Web Service Client in einem weiteren Schritt weitergereicht. Weiterhin kann die Anfrage eines mobilen Web Service Providers ob eine Web Service Anfrage vorliegt in einem anderen Schritt erhalten werden. Das Verfahren kann darüber hinaus prüfen, ob eine Web Service Anfrage eines Web Service Clients vorliegt, die nicht beantwortet werden kann. Wenn dies der Fall ist, wird diese Anfrage an den Web Service Provider weitergeleitet.

Über Prof. Dr. Marc Jansen

Prof. Dr. Marc Jansen leitet seit Februar 2011 das Labor für die Architektur verteilter Systeme an der Hochschule Ruhr West. Dort werden Lösungen entwickelt, die Anwendungen aus dem Bereich der verteilten Systeme auf mobile Geräte übertragen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Rahmen der Softwaretechnik speziell in der Entwicklung verteilter und mobiler Anwendungen.

Nach dem Studium der Mathematik mit Nebenfach Informatik an der Gerhard Mercator Universität Duisburg arbeitete er in der Forschungsgruppe COLLIDE (Collaborative Learning in Intelligent Distributed Environments) und promovierte über das Thema „Integrating Smart Devices in Java Applications“ an der Universität Duisburg-Essen. Von 2005 bis 2011 arbeitete er beim zentralen

IT-Dienstleister des Landes NRW und war dort als Leiter des SAP Customer Center of Expertise (SAP CCoE) für den Betrieb der SAP-Systeme des Landes NRW verantwortlich. Zusätzlich war er als Lehrbeauftragter sowohl an der Universität Duisburg-Essen als auch der Hochschule Rhein-Waal tätig.

Über die Hochschule Ruhr West

Die Hochschule Ruhr West (HRW) ist eine staatliche Hochschule mit Standorten in den Ruhrgebietsstädten Mülheim an der Ruhr und Bottrop. Der fachliche Schwerpunkt liegt auf den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Studienangebot sind derzeit die Bachelorstudiengänge Angewandte Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, BWL -Emerging Markets, BWL - Industrielles Dienstleistungsmanagement, BWL - Internationales Handelsmanagement & Logistik, Energie- und Wassermanagement, Energieinformatik, Mechatronik, Mensch-Technik-Interaktion, Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme, Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sowie Wirtschaftsinformatik. Die HRW bietet die meisten ihrer Bachelorstudiengänge auch als duale Variante an. Außerdem im Studienangebot die Masterstudiengänge Modellierung technischer Systeme und Betriebswirtschaftslehre.

Heike Lücking | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-ruhr-west.de

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