Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erleichterung beim Austausch medizinischer Bilddaten

16.11.2010
Anfang September 2010 wurde im Oldenburger Informatikinstitut OFFIS das Projekt “SWABIK” gestartet, das den Austausch von CDs bei der Durchführung von klinischen Studien erleichtern soll.

Medizinische Bilder werden im Rahmen klinischer Studien üblicherweise zwischen den beteiligten Institutionen auf CDs ausgetauscht. Diese CDs müssen weltweit den Anforderungen des sogenannten DICOM Standards (Digital Imaging and Communication in Medicine) genügen, der sowohl im normalen Behandlungskontext als auch in der klinischen Forschung bei der Durchführung von klinischen Studien Anwendung findet.

Klinische Studien werden z. B. durchgeführt, um die Wirksamkeit neuer Medikamente zu prüfen. Im Behandlungszusammenhang werden Informationen zum Patienten wie Patientenname und Geburtsdatum sowie weitere Daten unsichtbar in jeder Bilddatei mit abgelegt. Um den Schutz der Patientendaten zu gewährleisten, definiert der DICOM Standard jedoch bestimmte Regeln, z. B. für den Einsatz in klinischen Studien. So müssen identifizierende Patientendaten entweder ersetzt oder entfernt werden. Dagegen müssen aber je nach Studie bestimmte Informationen erhalten bleiben (z. B. das Patientenalter), die eine sinnvolle Auswertung erst ermöglichen.

Das Forschungsprojekt "SWABIK" wurde am 1. September 2010 bei OFFIS gestartet. Das Projekt läuft über zwei volle Jahre und wird durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (Förderkennzeichen 01 EZ 1023) gefördert. SWABIK steht für "Software-Werkzeuge für den Austausch von Bilddatenträgern in der klinischen Forschung". Das Projekt zielt darauf ab, den Austausch von medizinischen Bildern auf DICOM-Datenträgern zu unterstützen, um die Effizienz und Effektivität in der klinischen Forschung zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, plant OFFIS Best-Practice-Leitfäden für den Umgang mit DICOM-Datenträgern in der klinischen Forschung zur Verfügung zu stellen, sowie standardisierte Software-Werkzeuge für das Erstellen und Einlesen von pseudonymisierten DICOM-Datenträgern zu entwickeln. Zudem soll eine Test-Software entstehen, mit der solche Datenträger auf etwaige Fehler untersucht werden können, die zu Problemen beim Einlesen führen könnten. Die Testergebnisse werden aufbereitet und Ärzten, Krankenschwestern oder auch Service-Technikern im Gesundheitswesen in einer geeigneten Darstellung präsentiert.

SWABIK wird von der Arbeitsgemeinschaft für Informationstechnologie (AGIT) der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) und durch die Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS-Netzwerk) unterstützt. Diese Organisationen steuern ihre praktischen Erfahrungen in der Durchführung klinischer Studien bei. Insgesamt wird das Projekt helfen, die Effektivität und Effizienz beim Austausch von medizinischen Bildern in der klinischen Forschung und insbesondere bei der Durchführung klinischer Studien zu steigern.

Ansprechpartner für Rückfragen der Redaktion:

Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein
Wissenschaftlicher Leiter OFFIS FuE-Bereich Gesundheit
E-Mail: andreas.hein@offis.de
Michael Onken
Projektleiter
Telefon: +49 441 9722-149
E-Mail: michael.onken@offis.de
Anlage – Weiterführende Informationen zur Pressemitteilung:
OFFIS - Institut für Informatik
OFFIS ist ein 1991 gegründetes, international tätiges Forschungs- und Entwicklungsinstitut für ausgewählte Informatiktechnologien und praxisrelevante IT-Forschungsbereiche. Rund 250 Mitarbeiter vereinen in durchschnittlich 60 laufenden Forschungsprojekten Technologie- und Branchen-Know-how unter anderem in den Themenbereichen Energie, Gesundheit und Verkehr.

Ann-Kathrin Sobeck | idw
Weitere Informationen:
http://swabik.offis.de
http://www.offis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie