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Emergente Software wird konkreter: Erfolgreicher Abschluss der ersten beiden Spitzencluster-Projekte

18.06.2013
Im Fraunhofer-Zentrum in Kaiserslautern fand heute die Abschlusspräsentation der Software-Cluster-Projekte „Grundlagen emergenter Software“ und „Prozessinnovationen in der Softwareindustrie“ statt.

Die Projekte mit einem Gesamtvolumen von zusammen 31 Millionen Euro und einem Konsortium bestehend aus 29 Partnern aus Industrie und Forschung sind die ersten beiden Projekte, die im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs der Bundesregierung erfolgreich abgeschlossen wurden.

Die Software-Cluster-Forschungsverbundprojekte „Grundlagen emergenter Software" (EMERGENT) und „Prozessinnovationen in der Software-Industrie" (SWINNG) haben im Juni 2010 begonnen und sind nach einer Laufzeit von drei Jahren zu ihrem erfolgreichen Abschluss gekommen. Insgesamt wurden nun rund 30 Kernergebnisse der Öffentlichkeit sowie den Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Projektträgers DLR vorgestellt.

In dem Projekt EMERGENT wurden die Grundlagen von „emergenter Software" entwickelt, einer neuen Kategorie von verteilten, innovativen Informationssystemen, die unternehmensübergreifend aus dem Zusammenspiel einzelner Komponenten und Dienstleistungen im Internet entstehen und dadurch eine qualitativ höhere Leistungsfähigkeit aufweisen. Um diese Vision zu realisieren, sind Fortschritte in den Bereichen Interoperabilität, Adaptivität, Benutzerschnittstellen sowie IT-Sicherheit von Softwaresystemen notwendig. Diese Herausforderung wurde von den Partnern angegangen.
Gezeigt wurden unter anderem die folgenden Ergebnisse:

- Adaption und Kontrolle von dienstbasierten Geschäftsprozessen:
Durch moderne Software und Cloudcomputing wird der Markt von Anbietern von Softwarekomponenten und Dienstleistungen wachsen. Mittels emergenter Software können zukünftig auch kleinere Anbieter von Produkten adaptiv in Geschäftsprozesse integriert werden. Durch automatische Dienstauswahl und adaptive Prozessen kann dies automatisiert werden. Dies wurde am Beispiel eines Warennachstellprozesses vorgeführt.

- Sichere Abbildung von Ereignissen aus der realen Welt in emergenter Software:
Sensornetzwerke ermöglichen als Basistechnologie erst das Internet der Dinge und bilden einen wesentlichen Bestandteil emergenter Software, da nur durch ihren Einsatz die dynamische Echtzeitintegration der Ereignisse in der physischen Welt in Geschäftsprozesse möglich wird. Zur Gewährleistung eines durchgängigen Niveaus an Sicherheit, Datenschutz und Dienstqualität bei allen in Geschäftsprozesse involvierten Komponenten wurden effiziente Verfahren entwickelt.

- Ereignis-basiertes Monitoring von verteilten Systemen in Realzeit:
Aufgrund der hohen Dynamik von emergenten Softwaresystemen kann a priori kein vollständiges Testen dieser Systeme durchgeführt werden. Im Projekt wurde eine Lösung entwickelt, bei der Erwartungshaltungen und Qualitätsmerkmale in Verträgen formuliert und zur Ausführungszeit geprüft werden. So können Korrekturmaßnahmen bei Bedarf zeitnah erfolgen.

Eine ausführliche Darstellung dieser und weiterer Ergebnisse findet sich unter http://www.software-cluster.org/de/forschung/ergebnisse.

Das Projekt „Prozessinnovationen in der Software-Industrie" (SWINNG) hatte das Ziel, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Softwareunternehmen durch die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Methoden zum Management von Innovationsvorhaben voranzutreiben. Dies umfasste Forschung zu Geschäftsmodellen und Softwareentwicklungsmethoden, Governance und Compliance-Herausforderungen und Living-Labs-Anwendungsszenarios. Ebenso wurden Lösungen für die spezifischen Aufgaben, die sich Clusterorganisationen stellen, erarbeitet – von Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel über Technologietransfer und Clustermarketing bis hin zu Clusterevaluation.

Gezeigt wurden unter anderem die folgenden Ergebnisse:

- Business Model Wizard: Der Business Model Wizard ist ein IT-Tool zur standardisierten Beschreibung und Überwachung von Geschäftsmodellen. Ein Unternehmen kann damit sein Geschäftsmodell konfigurieren, analysieren, mit Referenz-Modellen vergleichen und – basierend auf Feedbackdaten – optimieren bzw. die Auswirkungen von Änderungen simulieren. Semantische Technologien und Visual Analytics-Methoden unterstützen dabei die Analyse. Die Integration mit dem Prozessmodellierungstool ARIS erlaubt es, die strategischen Modelle auf die Geschäftsprozessebene hin zu operationalisieren.

- Konzept für die Qualifizierung und das Recruiting von Fachkräften: Nach einer Bedarfsanalyse wurden ein Gesamtkonzept zu Qualifikation und Wissenstransfer, maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote und ein Qualitätssiegel für Bildung im Software-Cluster entwickelt. Mit dem Qualification Board wurde ein eigenes Steuerungsorgan aus Wirtschaft und Wissenschaft eingerichtet, das die Maßnahmen zur Verbesserung von Qualifikation und Wissenstransfer treibt und koordiniert.

Eine ausführliche Darstellung dieser und weiterer Ergebnisse aus SWINNG findet sich unter http://www.software-cluster.org/de/forschung/ergebnisse.

Die folgenden Software-Cluster-Partner waren in einem oder beiden Projekten Teil des Konsortiums: 1&1 Internet AG, ConWeaver GmbH, CyberForum e.V., Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), DFKI Innovative Retail Laboratory, eyeled GmbH, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), Fraunhofer- Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM), Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE), IHK Darmstadt Service GmbH, IMC AG, Insiders Technologies GmbH, intelligent views gmbh, IT FOR WORK e.V., John Deere European Technology Innovation Center, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), KOBIL Systems GmbH, Kompetenzzentrum Informatik Saarland, mineway GmbH, proALPHA Software AG, SAP AG, SEEBURGER AG, SIEDA GmbH, Sirrix AG, SmartFactoryKL e.V., Software AG, Technische Universität Darmstadt, Technische Universität Kaiserslautern, Universität des Saarlandes.

Die Ergebnisse der beiden jetzt abgeschlossenen Projekte fließen in die weiteren, noch laufenden Software-Cluster-Projekte im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs ein: „Innovative Dienstleistungen im zukünftigen Internet" (seit September 2011), das den Handel von Unternehmenssoftware-Diensten in der Cloud erforscht und testet, sowie „Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen“ (seit Februar 2013), das eine Infrastruktur für die Markteinführung von in der Cloud gehandelten emergenten Unternehmenssoftware-Diensten schaffen soll, die sich auf neue Art und Weise miteinander kombinieren lassen.

Bernd Hartmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.software-cluster.org/de/forschung/ergebnisse

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