Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronischer Fingerabdruck schützt RFID-Tags

20.11.2009
Einzigartige physikalische Eigenschaften erlauben Identifikation

RFID-Tags zur Kennzeichnung von Produkten werden unter anderem als Fälschungsschutz genutzt - doch die elektronischen Markierungen sind selbst nicht fälschungssicher. Forscher der University of Arkansas (Uark) haben jetzt einen Ansatz entwickelt, der das für passive RFID-Tags ändern soll. Sie setzen darauf, dass jede dieser Markierungen einen identifizierbaren elektronischen "Fingerabdruck" hat, um ein Klonen von Tags zu verhindern.

RFID-Tags kommen schon jetzt in vielen Wirtschaftsbereichen zum Einsatz. Bis zum Jahr 2030 werden sie nach Ansicht von führenden RFID-Sicherheitsexperten wie Ari Juels, Chief Scientist and Director der RSA Laboratories, allgegenwärtig sein. "Sicherheits- und Datenschutzfragen müssen geklärt werden, um die Technologie zuverlässig zu machen", betont vor diesem Hintergrund Dale R. Thompson, Assistenzprofessor für Informatik und Computertechnik an der Uark.

Elektronischer Fingerabdruck

Um bei passiven RFID-Tags für Fälschungssicherheit zu sorgen, setzen Thompson und Kollegen auf deren Funktionsweise. Die Markierungen nutzen per Funkwellen vom Lesegerät übertragene Energie, um dem Leser eine Antwort zu senden. Wie sich zeigt, ist dabei die erforderliche Mindestleistung, damit das Tag tatsächlich reagieren kann, frequenzabhängig. Dieses Profil ist wiederum für jedes RFID-Tag einzigartig.

"Diese unterschiedlichen Reaktionen sind nur eine von mehreren physikalischen Eigenschaften, die uns erlauben, einen elektronischen Fingerabdruck des Tags zu erstellen", sagt Thompson. Mit diesem Mittel sei letztendlich eine Identifikation eines RFID-Tags mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, sodass gefälschte Tags erkannt werden können.

Experten-Skepsis

Ob dieser Fälschungsschutz sicher genug ist, muss sich freilich erst weisen. "Da wird die Sende-Schwelle gemessen, das kann aber keine genügend große Varianz anbieten", zeigt sich Lukas Grunwald, RFID-Sicherheitsexperte und Geschäftsführer bei DN-Systems http://www.dn-systems.de , gegenüber pressetext skeptisch. Er halte den Anti-Clone-Ansatz des Unternehmens Verayo für besser.

Dringliches Problem

Fest steht jedenfalls, dass Entwicklungen zum Fälschungsschutz von RFID-Tags absolut notwendig sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Technologie unter anderem in Pässen oder Führerscheinen zum Einsatz kommt. "Auslesen reicht zum Klonen", hatte Juels im September vor einer tristen Sicherheitslage gewarnt. Speziell ging es dabei im Rahmen der ENISA-FIRST Summer School on Network and Information Security um Dokumente, die in den USA bereits ausgegeben wurden.

Thomas Pichler | pressetext.deuschland
Weitere Informationen:
http://www.uark.edu
http://www.rsa.com/rsalabs
http://www.verayo.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Big Data: Flächendeckendes Messnetz für Feinstaub
09.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise