Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFKI packt Fitnesscoach ins Handy

01.09.2009
Gesund bleiben, aktiv sein und dabei Spaß haben - Sport ist wichtig und ideal, um fit zu bleiben. Jedoch ist regelmäßige körperliche Betätigung, am liebsten mit Gleichgesinnten, in unserer Gesellschaft, in der sich Privat- und Berufsleben immer weniger an einem starren Zeitplan orientieren und lokal weniger gebunden sind, zunehmend schwierig umzusetzen. Eine spontane Trainingseinheit, gar unterstützt von seinem persönlichen Fitnesstrainer? Das können sich nur die Wenigsten leisten.

Wie wäre es da, Sportverein, Fitnessstudio und persönlichen Fitnesstrainer einfach immer auf dem Handy dabei zu haben? Am DFKI ist am 28.08.09 das Projekt uService gestartet, das genau diese und andere Visionen Wirklichkeit werden lässt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Lauftherapiezentrum realisiert das DFKI hierfür das Anwendungsbeispiel uRun, das speziell auf die Bedürfnisse von Läufern abgestimmt ist. Die Software ermöglicht beispielsweise die spontane Organisation eines Lauftreffs mit anderen Sportbegeisterten über das Mobiltelefon. Außerdem kann das Handy durch Sensoren die Daten des Läufers wie die Herzfrequenz oder seine Laufgeschwindigkeit kontinuierlich erfassen und auswerten. Zusätzlich ermittelt das Gerät die geographische Position des Sportlers und schlägt geeignete Laufstrecken vor. Der ebenfalls auf dem Handy installierte elektronische Fitnesstrainer analysiert die gemessenen Daten des Sportlers und unterstützt ihn mit Tipps und Empfehlungen. So kann der virtuelle Trainer erkennen, wenn der Läufer sich überanstrengt und ihm raten, seinen Lauf auf einem leichteren Streckenabschnitt fortzusetzen. Die Akzeptanz und Gebrauchstauglichkeit solcher Szenarien werden zusammen mit aktiven Sportlern unter der Leitung des DFKI untersucht.

Da im Internet der Zukunft Dienste für mobile Endgeräte eine immer wichtigere Rolle spielen werden, betrachtet Dr. Dirk Werth, Leiter Business Integration Technologies am DFKI, dieses Projekt als wichtigen Schritt in Richtung einer stärkeren Nutzung mobiler Dienste im Alltag. "Mobile Dienste werden nicht mehr einfach nur von Nutzern konsumiert, sondern werden zu einem integralen Bestandteil des täglichen Lebens. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Geschäftsmodelle, sowohl für Telekommunikationsprovider als auch für klassische Dienstleistungsunternehmen, wie hier beispielsweise für Fitnessstudios."

Ziel des DFKI ist die Entwicklung einer Software, die den Anwender umfassend bei der Suche nach und Nutzung von solchen mobilen Diensten unterstützt. Der normale Handynutzer, der nicht über spezielles technisches Know-how verfügt, soll diese Funktionen des mobilen Internets ohne Probleme in seinen Alltag einbinden können. So schlägt zum Beispiel das System dem Nutzer aus der Vielfalt mobiler Dienste eine geeignete Auswahl vor, die auf seine aktuelle Situation abgestimmt ist. Die oben beschriebenen uRun-Dienste werden dann nur solchen Usern empfohlen, die als aktive Läufer identifiziert wurden. Ebenso weist das System nur dann auf eine Laufaktivität hin, wenn der Nutzer zu dem Fitnessstand der Laufgruppe passt, er sich gerade in der Nähe des Ortes befindet, in welcher der Lauftreff stattfindet und er für die avisierte Zeit keine anderen Termine hat. "Der persönliche Fitnesstrainer ist dabei nur der erste Schritt", führt Werth weiter aus. "In Zukunft erwartet uns unser persönlicher Assistent, der uns in allen Lebenslagen aktiv und tatkräftig unterstützt, auf unserem Mobiltelefon."

Das Projekt uService ist Teil des europäischen Forschungsverbundes "Ubiquitous Service Infrastructure for the Mobile Super Prosumer", der neuartige mobile Dienste für unterschiedliche Lebensbereiche entwickelt und hierfür Geschäftsmodelle konzipiert. So werden z.B. in Spanien mobile Dienste im Bereich Transport und Tourismus untersucht. Das in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt uService (Fördernummer 01IS09020D) konzentriert sich auf den Bereich Sport, Fitness und Gesundheit. Das DFKI arbeitet hier mit drei Unternehmen der Telekommunikationsbranche (Sagem Orga, Orga Systems und Communology), der Universität Rostock sowie dem Deutschen Lauftherapiezentrum zusammen.

Kontakt
Dr. Dirk Werth
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
Institut für Wirtschaftsinformatik im DFKI
Geb. D3 2
D-66123 Saarbrücken
Telefon: +49 (0)681 / 302-5236
E-Mail: dirk.werth@iwi.dfki.de

Reinhard Karger | idw
Weitere Informationen:
http://www.uservices.de
http://www.dfki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie