Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweit einmalige IT-Infrastruktur für lebenswissenschaftliche Forschung

09.12.2009
Forschungszentrum BioQuant der Universität Heidelberg erhält neue Massenspeichereinheit

Eine in Deutschland bislang einmalige IT-Infrastruktur für die lebenswissenschaftliche Forschung wird mit Mitteln des Bundes und des Landes Baden-Württemberg am interdisziplinären Forschungszentrum BioQuant der Universität Heidelberg realisiert.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nach wissenschaftlicher Begutachtung die Einrichtung einer Massenspeichereinheit mit einer Kapazität von mehreren Petabyte am BioQuant-Zentrum empfohlen. Die sogenannte Large Scale Data Facility mit einem Kostenumfang von rund fünf Millionen Euro wird damit eine der größten ihrer Art weltweit sein. Verantwortlich für das Projekt, das insbesondere auch zukunftsweisende Konzepte für das Management großer Datenmengen umfasst, ist Prof. Dr. Roland Eils, einer der Gründungsdirektoren von BioQuant.

Die Large Scale Data Facility für die Lebenswissenschaften wird Daten in einer abgestuften Speicherstruktur nach einem Schichtenmodell ablegen. Genutzt werden dazu Hochgeschwindigkeitsspeicher am Erzeugungsort, Plattenspeicher in der zentralen Schicht sowie Bandspeicher in der Archivierungsschicht. Sie ermöglichen eine schnelle Datennahme, eine hochleistungsfähige Datenanalyse und die Langzeitarchivierung der anfallenden Datenmengen. Im Zusammenhang mit diesem Projekt wird auch ein ergänzender Massenspeicher am Standort Karlsruhe zur Etablierung einer landesweiten Datenspeicherlösung für Baden-Württemberg realisiert. Das Vorhaben ist deutschlandweit einzigartig.

Zum Ausbau von Forschung und Lehre in der Systembiologie wurde 2007 das interdisziplinäre Forschungszentrum BioQuant an der Universität Heidelberg eröffnet. Das Zentrum bildet die Kernstruktur eines übergreifenden Netzwerkes, das die systembiologischen Forschungsaktivitäten verschiedener universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen am Wissenschaftsstandort Heidelberg zusammenführt. Im Mittelpunkt der noch sehr jungen Disziplin der Systembiologie steht die quantitative und ganzheitliche Beschreibung biologischer Prozesse mithilfe mathematischer Computermodelle und computergestützter Simulationen, in denen dynamische, räumliche und zeitliche Aspekte berücksichtigt werden.

Integraler Bestandteil der systembiologischen Forschung ist die Gewinnung standardisierter Daten mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung. Im Forschungszentrum BioQuant liegt der Schwerpunkt technologisch auf der bildbasierten, systematischen Analyse zellulärer Prozesse. Bereits jetzt erreichen die dafür multimedial generierten Datensätze eine Größenordnung von bis zu 100 Terabyte. Noch größere Anforderungen an die Datenspeicherung ergeben sich mit dem Einsatz von sogenannten Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien, die es erlauben, in nur wenigen Tagen das gesamte Genom eines Menschen zu sequenzieren.

"Haben wir uns vor wenigen Jahren noch gefragt, wie viele Mikroskope oder Sequenziermaschinen einem Labor zur Verfügung stehen, müssen wir heute vor allem die Verfügbarkeit von Datenspeicher zur effizienten Analyse und Speicherung der Daten als ,Flaschenhals' der lebenswissenschaftlichen Forschung wahrnehmen", betont Prof. Eils. Angesichts der schnellen technologischen Entwicklung rechnet der Experte mit "explosiv ansteigenden Datenvo­lumina, die die bisherigen ,Weltmeister' in der Datengenerie­rung, die Teilchenphysik, in den kommenden Jahren ein­holen werden".

Kontakt:
Dr. Angela Oberthür
BioQuant
Telefon (06221) 54-51204?
angela.oberthuer@bioquant.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie