Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Betrugsradar gegen Bilanz- und Urkundenfälscher

20.02.2015

Erkennung von Wirtschaftskriminalität und Versicherungsbetrug (EWV): Forschungsprojekt entwickelt System zur Manipulationserkennung und für Präventionsempfehlungen.

Wirtschaftskriminelle und Betrüger sorgen in Deutschland jährlich für Milliardenschäden. Nach Schätzungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft beläuft sich der jährliche Schaden allein durch Versicherungsbetrug auf 4 bis 5 Milliarden Euro – Tendenz steigend.


Auf dem Pressebild zu sehen sind (v.l.): Oren Halvani, Fraunhofer SIT; Kevin Marschall, Universität Kassel; Christian Winter, Fraunhofer SIT; Gerrit Hornung, Universität Passau; Martin Steinebach, Fraunhofer SIT; Bernd Hiltl, MH Service GmbH; Jens Hoffmann, IPBm; Oliver Riedel, FH Dortmund; Serge Röhrig, VDI; York Yannikos, Fraunhofer SIT; Huajian Liu, Fraunhofer SIT; Mirko Allwinn, IPBm

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt entwickelt ein Team aus Juristen, Psychologen, Wirtschaftswissenschaftlern und Informatikern jetzt ein System zur Betrugsprävention. Dazu analysieren die Wissenschaftler das Verhalten von Betrügern und erarbeiten IT-gestützte Verfahren zur Erkennung von Manipulationen.

Besonderes Augenmerk gilt im Projekt dabei der rechtskonformen Beweissicherung. Weitere Informationen zum Projekt finden sich im Internet unter www.sit.fraunhofer.de/ewv. Erste Betrugsfälle diskutiert das Projektteam auf einem Workshop mit Vertretern der Versicherungswirtschaft am 30. April in Dortmund.

„Ziel des Projekts ist insbesondere die Bekämpfung von groß angelegten Betrugsversuchen, mit denen Unternehmen systematisch geschädigt werden können“, sagt Projektleiter Dr. Martin Steinebach vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT in Darmstadt.

Von Wirtschaftskriminalität sind nach Expertenschätzungen nahezu 50 Prozent der Großunternehmen betroffen und ca. 25 Prozent der kleinen und mittelständischen Betriebe. Nicht selten werden Bilanz- und Urkundenfälschungen auch zur Geldwäsche durchgeführt. Mit speziellen Analyseverfahren für Bilder und Finanzdaten lassen sich Verdachtsfälle identifizieren oder sogar Betrugsversuche aufdecken.

Möglich machen dies zum Beispiel neue Big-Data-Technologien. Bei deren Nutzung muss insbesondere darauf geachtet werden, dass die Persönlichkeitsrechte der Bürger beachtet werden. Gleichzeitig gilt es, die Beweise so zu sammeln, dass sie auch vor Gericht verwendet werden können.

Das im Januar gestartete Projekt läuft noch bis Ende 2017 und wird mit insgesamt 1,5 Millionen Euro durch das BMBF gefördert. Beteiligt sind neben dem Fraunhofer SIT auch die MH Service GmbH, die Universität Kassel, die Universität Passau, die Fachhochschule Dortmund, das Institut Psychologie & Bedrohungsmanagement und als assoziierte Partner die Mannheimer Versicherung sowie das Finanzamt Gotha.

Oliver Küch | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics