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Schönheit aus dem Computer: Maßgeschneiderte Frisuren für jedes Gesicht

04.10.2007
Wer zum Friseur geht, würde gerne gleich bei der Beratung wissen, ob der neue Haarschnitt nachher auch gut aussieht. Friseure können dafür schon seit längerem auf Computerprogramme zurückgreifen, die vorgegebene Frisuren am Bildschirm auf ein Kundenfoto anpassen.

Das Problem war bisher allerdings, dass diese Programme nur umständlich und zeitaufwändig zu bedienen waren. Auf dem digitalen Kundenfoto mussten erst verschiedene Punkte wie Augen, Ohren, Kinn und Stirn markiert werden. Wer hier ohne technisches Fingerspitzengefühl vorging, konnte böse Überraschungen erleben.

Die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes suchten daher nach neuen Verfahren, mit denen Frisuren verschiedenen Gesichtern angepasst werden können. Das Ergebnis: Ein Softwaremodul, das unterschiedliche Gesichtsformen automatisch berechnet.

Der Saarbrücker Informatiker Oliver Demetz hat dieses Modul entwickelt, mit dem realistischere Bilder als je zuvor entstehen. Im Gegensatz zu bisherigen Softwareprodukten kann der Friseur jetzt die Entwürfe ohne komplizierte Bedienungsschritte mit einem Kundenfoto kombinieren. Ein mathematisches Verfahren zur Gesichtserkennung steckt hinter dem Programm. Hierfür verwenden Oliver Demetz und das Bildverarbeitungs-Team von Prof. Joachim Weickert so genannte Variationsansätze zur Lösung von Korrespondenzproblemen.

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Diese mathematisch anspruchsvollen Verfahren suchen nach Übereinstimmungen zwischen dem Kundengesicht und einem immer gleichen Modellgesicht. Die Frisuren, die alle passend zu einem Modellgesicht vorliegen, werden mit Hilfe der gefundenen Übereinstimmungen dem Kundengesicht optimal angepasst. Bei dieser Angleichung müssen für ein einziges Gesicht zigtausende Gleichungen mit ebenso vielen Unbekannten gelöst werden.

Da bei allen Frisuren einzelne Haarsträhnen an Stirn und Ohren in das Gesicht hineinragen und Schatten werfen, ist es wichtig, dass diese bei einer Frisurensimulation nicht – wie in älteren Programmen üblich – einfach weggelassen, sondern berücksichtigt werden. In einem Katalog mit über 300 Frisuren der aktuellen Mode wurden die Schatten der einzelnen Strähnen rechnerisch hinterlegt. Diese Schatten vermitteln einen realistischen Eindruck der Wunschfrisur.

Auch für diejenigen, die es gerne farbig mögen, gibt es eine Lösung, denn die Frisuren können – je nach Wunsch – auch gefärbt werden.

Kontakt:
Oliver Demetz
Lehrstuhl für Mathematische Bildverarbeitung
der Universität des Saarlandes
Im Stadtwald
66123 Saarbrücken
Telefon: 0681/302-57340
E-Mail: olli@oliverdemetz.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.mia.uni-saarland.de
http://www.innovation.saarland.de

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