Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode zum Nachweis von Softwarediebstahl

23.08.2007
Die Entwicklung von Software ist teuer. Dies verführt manche Programmierer dazu, fremde Software illegal in die eigenen Programme einzubauen. Der Lehrstuhl für Softwaretechnik der Universität des Saarlandes hat eine neue Methode entwickelt, diese Art von Softwarediebstahl nachzuweisen. Sie erfasst in einem Testlauf das charakteristische Verhalten einer Software und kann dieses dann in anderen Computerprogrammen erkennen.

Moderne Software setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen, was sie anfällig für Diebstahl durch Softwareentwickler macht. Die an Anwender ausgelieferten Programme, oder nur Teile davon, können leicht von einem Programmierer in die eigene Software eingefügt werden. Trotzdem ist eine solche Urheberrechtsverletzung vor Gericht äussert schwierig nachzuweisen.

Die neue Methode, die der Informatiker David Schuler an der Universität des Saarlandes entwickelt hat, räumt Herstellern von Software bessere Chancen vor Gericht ein. Vermutet ein Hersteller einen Diebstahl, lässt er seine und die fremde Software mit Schulers Werkzeug API BIRTHMARK ausführen. Als Ergebnis kann er sehen, ob die beiden Programme übereinstimmen. Ist die Übereinstimmung hoch, lässt das einen Diebstahl vermuten und rechtfertigt weitere Untersuchungen.

Das Besondere von API BIRTHMARK ist, dass es das Verhalten, aber nicht die Form einer Software bewertet. Diese lässt sich nämlich leicht verschleiern, um einen Diebstahl zu vertuschen. Werkzeuge zur Verschleierung, sogenannte Obfuskatoren, sind frei im Internet erhältlich. Wie ein Geburtsmerkmal (engl.: birthmark) ist das Verhalten eines Programmes dagegen nur schwer zu verändern, ohne es zu zerstören. David Schuler und seine Ko-Autoren Valentin Dallmeier und Christian Lindig haben gezeigt, dass die Geburtsmerkmale für Java-Programme zuverlässig erkannt werden können und immun gegen die besten Verschleierungsmethoden sind. Dies hat auch das Programmkommitee der internationalen Konferenz Automated Software Engineering 2007 in Atlanta (USA) überzeugt, wo David Schuler API BIRTHMARK erstmals im November vorstellen wird. Sein Beitrag A Dynamic Birthmark for Java wurde aus 312 Einreichungen zusammen mit nur 36 weiteren Beiträgen für die Veröffentlichung auf der Konferenz akzeptiert.

David Schuler, Valentin Dallmeier und Dr. Christian Lindig sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Softwaretechnik von Prof. Dr. Andreas Zeller an der Universität des Saarlandes. Das Forscher-Team entwickelt statistische Verfahren zur Programmanalyse und Fehlersuche, wofür API BIRTHMARK ein Beispiel ist. Außerdem analysieren die Wissenschaftler die Entwicklungsgeschichte von Software, um Fehler vorherzusagen und von vornherein zu vermeiden. Prof. Zeller hat hierbei als erster systematisch die Fehlerdatenbank von Microsoft untersucht, um fehlerträchtige Programmteile vorherzusagen - die dann von Microsoft besonders gründlich getestet werden.

Informationen über API BIRTHMARK: http://www.st.cs.uni-sb.de/birthmarking/
Informationen zur Konferenz "Automated Software Engineering 2007" in Atlanta (USA): http://www.cse.msu.edu/ase2007/
Lehrstuhl für Softwaretechnik: http://www.st.cs.uni-sb.de/
Vorabversion von A Dynamic Birthmark for Java: http://www.st.cs.uni-sb.de/~lindig/papers/schuler-ase-2007.pdf

Fragen beantwortet Ihnen:

Prof. Dr. Andreas Zeller
Tel. 0681/302-64011
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Tel. 0681/302-58099

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.st.cs.uni-sb.de/birthmarking/
http://www.st.cs.uni-sb.de/~lindig/papers/schuler-ase-2007.pdf
http://www.st.cs.uni-sb.de/

Weitere Berichte zu: API BIRTHMARK Diebstahl Softwarediebstahl Softwaretechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Klick-Tagebuch: App-Projekt der HdM erlaubt neuen Ansatz in Entwicklungsforschung
11.01.2017 | Hochschule der Medien Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie