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Digitales Infosystem für Museumsbesucher

30.03.2007
So wird der Museumsbesuch zum unvergesslichen Erlebnis: Die Universität Münster entwickelt zusammen mit dem Unternehmen Elatec ein mobiles Multimedia-Besucher-Informationssystem, das im neuen Geowissenschaftlichen Museum der WWU Münster im kommenden Jahr Premiere haben wird.

Wie vielfältig sich die moderne Technologie "Radio Frequency Identification" (RFID) einsetzen lässt, zeigt sich in der aktuellen Kooperation zwischen Elatec, dem ERCIS (European Research Center for Information Systems) und dem Geo-Museum der Universität Münster: Gemeinsam wird ein mobiles Multimedia-Besucher-Informations-System mit integriertem RFID-Reader entwickelt, das auf die individuellen Interessen der Besucher abgestimmt ist und dem Museum wertvolle Daten liefert, um Ausstellungen optimal auf das Besucherinteresse auszurichten.

Das System ermöglicht es den Besuchern, eine zuvor gewählte Führung zu durchlaufen oder selbst völlig frei das Museum zu erkunden. Die Exponate werden dazu mit Funk-Etiketten versehen, die tragbaren Minicomputer mit RFID-Lesegeräten von Elatec ausgestattet: Die Antenne ist integriert und erkennt die Funketiketten auf der Frequenz von 125 kHz. Die Besucher brauchen lediglich mit einem "Persönlichen Digitalen Assistenten" (PDA) das zugehörige Etikett eines Exponats zu berühren, damit die multimediale Präsentation startet. Für die Museumsbesucher aller Altersgruppen ist das System deshalb einfach anzuwenden.

Die Minicomputer werden so ausgestattet, dass sie die Präsentation an die individuellen Interessen der Besucher anpassen. Die Darstellung der Informationen - möglich sind etwa Texte, Bilder oder Videoclips - komplettieren so die ausgestellten Exponate zu einem völlig neuartigen Besuchserlebnis im Museum. Prof. Dr. Gottfried Vossen vom ERCIS bemerkt: "RFID-Technologie ermöglicht eine nahtlose Verknüpfung zwischen der physischen Welt und der virtuellen Welt der Informationssysteme. Besonders bei mobilen Anwendungen ergeben sich hier große Potenziale."

Aus Sicht des Museums liefert das neue System darüber hinaus zwei weitere große Vorteile: Da für das Informationssystem speziell entwickelte, mobile Datenbank-Technologien direkt auf den verwendeten Minicomputern zum Einsatz kommen, ist keine kostspielige Infrastruktur zum Abruf der bereitgestellten Daten erforderlich. Zudem lassen sich die indirekt gesammelten Daten, etwa zur Betrachtungsdauer oder ?häufigkeit der Exponate, anschließend anonymisiert auswerten. Die so gewonnenen Erkenntnisse können dann vom Museum genutzt werden, um Informationen zu einzelnen Exponaten und die Ausstellung im Ganzen auf das Interesse der Besucher zu optimieren.

Die beiden geowissenschaftlichen Museen der Universität Münster, das Mineralogische Museum und das Geologisch-Paläontologische Museum, sind zur Zeit geschlossen und werden bis Anfang nächsten Jahres zu einem neuen gemeinsamen Geo-Museum der WWU Münster am Standort Pferdegasse 3 umgebaut. Es versteht sich dann als Plattform für die allgemein verständliche Vermittlung geowissenschaftlicher Themen.

Das "European Research Center for Information Systems" (ERCIS) ist ein Verbund von Wissenschaftlern, die gemeinsam im Bereich der Anwendungssystementwicklung und Organisationsgestaltung forschen. Dabei werden erstmalig in Deutschland Kernkompetenzen der Wirtschaftsinformatik mit Fragestellungen der Informatik, der Betriebswirtschaftslehre und mit Spezialaspekten des Rechts verknüpft. Elatec wurde 1988 gegründet und gliedert sich in die vier Geschäftsbereich RFID, Electronic Components, Telecom & Banking und Engineering. Elatec ist europaweit in sechs Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://www.ercis.de

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