Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühzeitige Simulation erkennt Performance-Probleme serviceorientierter Software-Architekturen

05.03.2007
Ein Werkzeug für die Modellierung und Simulation komplexer Unternehmenssoftware haben sechs Bachelor-Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) entwickelt.

Dadurch kann bereits in der Planungsphase von serviceorientierten Software-Architekturen das absehbare Geschwindigkeitsverhalten des entstehenden Systems geprüft und gegebenenfalls justiert werden. Die Studenten stellten das Ergebnis auf dem "Bachelorpodium" vor, zu dem rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

"Im normalen Softwareentwicklungsprozess wird die Performance der Systeme, wenn überhaupt, erst spät berücksichtigt. Schwerwiegende Entwurfsfehler lassen sich zu diesem Zeitpunkt nur mit sehr großem Aufwand oder gar nicht mehr reparieren", erläuterte Nico Naumann, Sprecher der Bachelorprojektgruppe. Statt den Aufbau eines Systems nur auf Schätzungen und Erfahrungswerten beruhen zu lassen, geht das neue Werkzeug einen ganz anderen Weg: "Durch Simulation der einzelnen Systemteile in ihrer späteren realen Zielumgebung werden verlässliche Kennzahlen ermittelt", betonte Naumann.

Unterstützt von den Fachgebieten der Professoren Hasso Plattner und Werner Zorn sowie von der SAP AG entwickelten die Bachelorstudenten einen bereits existierenden Prototyp mit dem Namen "Perfact" weiter. "Um der großen Umwälzung hin zu dienstorientierten Plattformen in der Softwareindustrie gerecht zu werden, haben wir erstmals Web Service-Technologien als wesentliche Systembestandteile berücksichtigt", sagte Naumann bei der Präsentation. Einzelne Komponenten solcher Dienste können so individuell konfiguriert werden, um bestimmte Verhaltensmuster aus dem zukünftigen Softwareprojekt zu simulieren.

Ein weiterer Vorteil des neuen Werkzeugs besteht darin, dass das gesamte Projekt in seiner realen Umgebung simuliert werden kann. Besonderheiten der jeweiligen IT-Infrastruktur werden so direkt einbezogen. Um schnellen Änderungen der Branche gewachsen zu sein, sind bestimmte Softwarekomponenten als flexible Platzhalter ("Dummies") eingesetzt - programmiert mit neuester, weltweit führender Technologie und frei konfigurierbar. "So kann der Softwarearchitekt aus einem Repertoire verschiedener Anwendungsmuster auswählen, um das reale Verhalten - wie Prozessorauslastung oder Hauptspeichernutzung - möglichst sinnvoll abzubilden", erläuterte HPI-Bachelor Naumann. Die Ergebnisse der Simulationen werden direkt grafisch aufbereitet, Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen können unmittelbar abgeleitet werden.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI einmal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland.

Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 360 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html

Weitere Berichte zu: Simulation Software-Architektur Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Industrie 4.0: Fremde Eindringlinge im Unternehmensnetz erkennen
16.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Die Thermodynamik des Rechnens
11.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics