Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer ISST gewinnt Weiterbildungs-Innovations-Preis 2001

21.02.2002


- Weiterbildungsmethode gegen Fachkräftemangel in der IT-Branche prämiert -

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat heute der Deutschen Telekom AG gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik den Weiterbildungs-Innovations-Preis 2002 verliehen. Prämiert wurde ein Pilotprojekt, bei dem 13 Telekom-Mitarbeiter - meist Fernmeldehandwerker oder Kommunikatikonselektroniker - zum Netzwerk Administrator qualifiziert wurden.

Das Neue: Die Weiterbildung hat direkt am Arbeitsplatz stattgefunden und war komplett in den Arbeitsprozess eingebunden. Die Teilnehmer haben sich nicht anhand theoretischer Aufgabenstellungen qualifiziert, sondern bei der praktischen Umsetzung eines realen Projekts.

Das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISST) hat hierfür das - vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelte - IT-Weiterbildungssystem methodisch ausgestaltet und gemeinsam mit der Telekom AG umgesetzt. Mit Unternehmen der Branche und Weiterbildungsträgern wurden eine Vermittlungsmethodik und Lehrinhalte entwickelt, die eine ’Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung’ (APO) im Betrieb in den Mittelpunkt stellen. Die Qualifizierung ist integriert in den normalen Ablauf am Arbeitsplatz und soll mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat abschließen. Zielgruppen sind vor allem die Absolventen der neuen IT-Berufsausbildungen und Quereinsteiger.

Die heutige Preisverleihung auf der Bildungsmesse in Köln hat unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, gestanden, der gemeinsam mit dem Präsidenten des BIBB, Prof. Dr. Helmut Pütz, den Preis überreicht hat. Mit dem ausgezeichneten Konzept zur ’Arbeitsprozessorientierten Weiterbildung’ hat die Deutsche Telekom AG eine neue Form der Qualifikation erprobt, die eine umfassende und transferorientierte betriebliche Weiterbildung eröffnet, und die nun auch für weitere Spezialistenprofile unternehmensweit angeboten werden soll. An fünf Standorten sind die Telekom-Mitarbeiter von Mai bis Dezember 2001 nach der APO-Methodik qualifiziert worden. Die Teilnehmer des Pilotprojekts waren zwischen 21 und 47 Jahre alt und hatten unterschiedliche mehrjährige Berufserfahrung im Netzwerkbereich. Ein Studium ist für sie aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage gekommen; mit der APO-Weiterbildung haben sie einen alternativen weiterführenden Abschluss angestrebt. In Baden-Württemberg, Thüringen und Berlin werden nach dem erfolgreichen Abschluss des Telekom-Pilotprojekts in Kürze weitere Unternehmen APO-Qualifizierungen starten, etwa für IT Project Coordinator, Multimedia Developer oder Knowledge Management System Developer.

Prof. Dr. Herbert Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik (ISST), freut sich über die Auszeichnung und erklärt zur bildungspolitischen Bedeutung des künftigen IT-Weiterbildungssystems und APO: "Mit dem Vorhaben wird ein altes Paradigma umgestoßen: Die Notwendigkeit eines Studienabschlusses für eine Spitzenkarriere. Bisher gab es in der IT-Branche zum akademischen Abschluss kaum Alternativen - der typische Karriereweg verlief über ein Studium. Neben den Erst-Ausbildungsgängen wird nun die qualifizierte Weiterbildung bei Informations- und Kommunikationstechnologien immer wichtiger. Die Methodik für eine ’Karriere mit Lehre’ stellt ein völlig neues Verständnis beruflicher Weiterbildung dar. Denn wenn IT-Kenntnisse eines Experten nicht regelmäßig wieder aufgefrischt werden, würden sie nach zehn Jahren gegen Null tendieren."

"Bündnis für Arbeit":
Offensive auf Kongress
"IT-Weiterbildung mit System" am 5. und 6. März in Berlin
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften haben sich - ausgehend vom "Bündnis für Arbeit" - zu einer konzertierten Aktion zusammengeschlossen und unterstützen gemeinsam das neue IT-Weiterbildungssystem und die APO Vermittlungsmethodik. Die damit verbundene Umgestaltung der betrieblichen Weiterbildung soll die Entwicklung der Informationsgesellschaft in Deutschland und zukunftsorientierte Qualifizierung vorantreiben. Auf dem Kongress "IT-Weiterbildung mit System" am 5. und 6. März 2002 in Berlin starten Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eine Offensive für das Thema - vertreten durch das Bundesministerium, das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISST), die Gewerkschaften ver.di, IG-Metall sowie die Branchenverbände BITKOM und ZVEI. Als Kernpunkte der Tagung stellen sie das neue IT-Weiterbildungssystem, die dazugehörige Rechtsverordnung und das Umsetzungskonzept erstmals der Öffentlichkeit vor.

Ines Jansky 
ines.jansky@isst.fhg.de

Telefon 0 30/ 2 43 06-2 00

Ines Jansky | idw
Weitere Informationen:
http://www.ctw-congress.de/it-congress

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie