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Sicher, legal, Peer-2-Peer

14.02.2007
Videos, Podcasts, Musik - über Peer-to-Peer-Netze werden bereits seit Jahren digitale Inhalte aller Art getauscht. Bislang allerdings häufig illegal und ohne Kontrolle der Rechteinhaber. Dass dies auch anders geht, zeigt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD auf der CeBIT 2007.

In Halle 9, Stand B36 stellen die Wissenschaftler CONFUO©O vor. Diese Software erlaubt es, digitale Inhalte sicher, legal und unter Kontrolle der Rechteinhaber über Peer-to-Peer-Netze zu tauschen. So werden zahlreiche Geschäftsmodelle möglich.

Peer-to-Peer-Netze (P2P-Netze) sind Netzwerke, bei denen alle Computer gleichgestellt sind. Dies bedeutet, jeder Rechner dient gleichzeitig auch als Server und steuert Speicherkapazität und Bandbreite bei. P2P-Netze werden von den Anwendern häufig zum Austausch von Musikdateien oder Videos genutzt. Doch vielen Unternehmen, wie etwa Plattenlabels oder auch Bildagenturen sind die Netzwerke ein Dorn im Auge, denn sind die Inhalte erst einmal in einem solchen P2P-Netz gelandet, verlieren die Inhaber jede Kontrolle über deren Verbreitung. Den Download der Dateien nachvollziehen? Die Verbreitung der Inhalte bei Bedarf stoppen? Fehlanzeige! Andererseits ist es für die Nutzer quasi unmöglich abzuschätzen, ob die von ihnen getauschten Dateien urheberrechtlich geschützt sind und sie sich mit dem Download strafbar machen.

Nicht so mit der vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD entwickelten Software CONFUO©O. "CONFUO©O ist für die Nutzer so einfach zu bedienen, wie jede andere P2P-Software auch. Für den Rechteinhaber allerdings bietet CONFUO©O den entscheidenden Vorteil, dass er jederzeit die Kontrolle über seine Inhalte behält," so Alexander Opel, Wissenschaftler am Fraunhofer IGD. Dies bedeutet, der Rechteinhaber kann stets nachvollziehen, von wem seine Inhalte getauscht wurden und er kann seine Inhalte jederzeit wieder aus CONFUO©O zurückziehen. "Bevor ein Inhalt getauscht werden darf, muss er registriert werden. Will ein Nutzer ein Lied tauschen, für das er keine Rechte besitzt, wird der Austausch automatisch gestoppt. So können sich Anbieter und Benutzer gleichermaßen sicher sein, dass alle Aktionen legal sind," erklärt Opel weiter.

Um einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten, wird die Inhalts- und Benutzerregistrierung dabei an zentrale Server, sogenannte "Trusted Third Parties" ausgelagert. Diese vergleichen die Lieder anhand bestimmter Charakteristika, ähnlich der Melodie. So wird sichergestellt, dass auch Inhalte erkannt werden, die komprimiert oder in ein anderes Datenformat überführt wurden.

Diese Eigenschaften von CONFUO©O erlauben die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle: "CONFUO©O kann beispielsweise von Bildagenturen genutzt werden, die Ihren Kunden damit Fotos zur Verfügung stellen können, oder von Mobilfunkanbietern, die so Ihren Kunden den Austausch von Klingeltönen oder Musikdateien ermöglichen," schlägt Alexander Nouak, Leiter der Abteilung Sicherheitstechnologie am Fraunhofer IGD, mögliche Geschäftsmodelle vor.

Vorgestellt wird CONFUO©O am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9, Stand B36. Einen Überblick über die Leistungen der Software bietet auch der Vortrag von Alexander Opel im Fraunhofer-Forum am Dienstag, 20. März 2007, um 14.45 Uhr.

Kontakt:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Abteilung Sicherheitstechnologie für Graphik- und Kommunikationssysteme
Alexander Opel
Telefon: 0 61 51/1 55-5 32
E-Mail: alexander.opel@igd.fraunhofer.de
Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy und IMEDIA, Inc. in Providence, Rhode Island (USA), den Omaha Graphics and Media Laboratories (OGM Labs) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien).

Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungs-Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a8/de/

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