Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Superspeicher in der Größe eines Blutkörperchens

26.01.2007
Weltrekord bei Speicherdichte: Forscher stellen Moores Law in Frage

US-Forscher haben einen Superspeicherchip entwickelt, der lediglich so groß ist wie ein weißes Blutkörperchen. Zwar reicht der Speicherplatz mit 20 Kilobyte gerade einmal aus, um ein Word-Dokument ablegen zu können, jedoch erzielten die Wissenschaftler James Heath und J. Fraser Stoddart vom California Institute of Technology aufgrund der winzigen Abmessungen ihres Speichermediums die größte Speicherdichte in der bisherigen Halbleitergeschichte.

Die Forscher verwendeten bei der Entwicklung des Prototypen eine neue Produktionsmethode auf molekularer Basis, berichtet die National Science Foundation. Die 160.000 Datenbits sind in einem Gitternetz angeordnet. 400 Siliziumdrähte werden von 400 Titandrähten gekreuzt, jeder von ihnen 16 Nanometer dick. Die Drähte werden verbunden durch Hantel-förmige, molekulare Schalter. "Unsere Forschung ist das einzige Beispiel dafür, wie molekularer Speicher mit extrem hoher Datendichte in einen Chip integriert und getestet werden kann. Zudem wenden wir eine zweckmäßige Architektur an, bei der es deutlich ist, wie Informationen geschrieben und gelesen werden können", sagt Stoddart. Den aktuellsten Durchbruch bei der Speicherdichte konnte kürzlich Fujitsu verzeichnen. Bei der "patterned Media" genannten Technologie werden die Bits in 25 Nanometer großen Vertiefungen abgelegt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070122019 ).

Bereits seit den 90er-Jahren forschen die US-Wissenschaftler an ihrem Molekularspeicher. Der nun präsentierte Prototyp weist die 40-fache Datendichte als bisherige Speicherchips auf. In späteren Generationen sei möglicherweise eine weitere Steigerung um den Faktor 10 machbar, meint Heath. Die spannende, aber noch ungeklärte Frage ist, ob sich die Technik auch wirklich für eine Massenproduktion eignet. Knackpunkt ist der molekulare Schalter. Der Hauptbestandteil des Superspeichers lässt sich womöglich nur mit extrem hohem Kostenaufwand herstellen.

Mit ihren Ergebnissen stellen Heath und Stoddart jedenfalls Moores Law, eine bislang gültige Faustregel der Computerbranche, in Frage. Sie besagt, dass sich durch den technischen Fortschritt die Komplexität von integrierten Schaltkreisen etwa alle 18 Monate verdoppelt. Laut dieser Rechnung würde die Chipindustrie die von den Forschern demonstrierte Speicherdichte nicht vor 2020 erreichen. Die Chipbranche hat derzeit ohnehin mit der Miniaturisierung zu kämpfen und sucht nach Auswegen, um das Ende der Verkleinerungsmöglichkeiten mit heutiger Technik in einigen Jahren zu umgehen. Der Umstieg auf Molekularstrukturen könnte hierbei ein Ausweg sein.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.caltech.edu

Weitere Berichte zu: Blutkörperchen Nanometer Speicherdichte Superspeicher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften