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Modernes Tamagotchi: Software-Roboter "Rity"

06.12.2006
Virtueller Hund folgt seinem Besitzer über Computernetzwerk

Koreanische Forscher an der Abteilung Robot Intelligence Technology (RIT) am Forschungszentrum KAIST arbeiten an einem modernen Tamagotchi. Der Sobot (Software-Roboter) erscheint in Form eines virtuellen Hundes am PC-Bildschirm und wie seine treuen Verwandten aus Fleisch und Blut folgt er seinem Herrchen überall hin. "Rity", so der Name der Kreatur, lebt in einem Computernetzwerk und soll seinen Besitzer als autonomer Agent am Computer durch den Arbeitstag begleiten.

Verlässt das Herrchen seinen Arbeitsplatz, so folgt ihm Rity über das Netzwerk. Den genommenen Weg zeichnen Kameras auf und ermöglichen es dem Softwarehund auf diese Weise, den Standort seines Besitzers jederzeit zu kennen. Er taucht schließlich auf dem PC auf, der dem Herrchen am nächsten steht. Ist kein Rechner in der Nähe, so kann sich der Sobot auch am Display eines in das System integrierten Handhelds zeigen. Zudem kann Rity auch in einen realen Roboterkörper schlüpfen. Seine Fähigkeiten soll der Softwarehund nach und nach bekommen. Eine schon umgesetzte Funktion ist das Erkennen von Gesichtsausdrücken. Einen praktischen Einsatzbereich sehen die Wissenschaftler in Krankenhäusern. Dort folgt der Sobot seinem zugeteilten Arzt bei der Visite. Der Mediziner kann seinen persönlichen virtuellen Assistenten bei Bedarf mit bestimmten Aufgaben betrauen.

Das Technikportal Wired konnte sich einen Eindruck der Fähigkeiten von Rity machen. Die Begeisterung hielt sich allerdings in Grenzen, denn Rity funktioniert noch nicht richtig. Der Sobot wollte sich anfänglich überhaupt nicht zeigen, erst nach einiger Zeit mit zahlreichen Lockversuchen tauchte der virtuelle Hund am Bildschirm auf.

In der Zukunftsvision der KAIST-Forscher werden Sobots in den Alltag der Menschen integriert sein, deren Bedürfnisse registrieren und darauf reagieren. Die notwendigen Informationen hierfür bekommen die Software-Roboter von biometrischen und anderen vernetzten Sensoren. Sie nehmen das Wetter ebenso wie den Fußgängerverkehr in einer überfüllten Straße war. Dass diese Visionen aber auch Ängste auslösen können, sind sich die Forscher ebenfalls bewusst. In den falschen Händen könnten mithilfe der Sobots Orwells wildeste Träume wahr werden, räumen die Forscher ein. "Aber alles ist eben ein zweischneidiges Schwert".

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://rit.kaist.ac.kr

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