Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So wird der PC zum ISDN-Bildtelefon / Beim Telefonieren einen Blick riskieren

17.01.2002


Alles im Blick - mit einem PC-Bildtelefon Kosten sparen und die Kommunikation verbessern. Programme wie Alice vom Berliner Unternehmen AVM arbeiten mit einer TV-ähnlichen Oberfläche am Bildschirm.
Quelle: "obs/AVM GmbH"


Mal kurz durch die Haare gestrichen, Kragen von Hemd oder Bluse zurecht gezupft, eine freundliche Mine aufgesetzt - gleich wird telefoniert! Die ungewöhnlichen Vorbereitungen gehören zu einer technisch nicht ganz neuen, aber offenbar zunehmend populären Art des Ferngesprächs: Videotelefonieren.

Schon seit Jahren wird prognostiziert, die moderne Telekommunikation werde die Zahl der Geschäftsreisen drastisch senken. Doch weder Bildtelefone noch Videokonferenzanlagen haben die Reiselust gedämpft. Vor allem die hohen Kosten werden als Hinderungsgrund gesehen. Den wahren Grund aber nennt Rolf E. Breuer, Vorstandschef der Deutschen Bank: "Ein Händedruck ist immer noch mehr wert als tausend Mausklicks."

Doch seit den Terroranschlägen in New York scheint sich die Lage zu ändern. So wurde im vierten Quartal 2001 für den Flugverkehr weltweit ein Rückgang der Passagierzahlen um 30 Prozent registriert, in der Folgezeit soll das Interesse am Fliegen um weitere zehn Prozent sinken. Dafür berichtet die Deutsche Telekom von einem Absatzanstieg bei Videokonferenzen seit dem 11. September um 20 Prozent und die Marktforscher von Forst & Sullivan rechnen bis zum Jahr 2007 sogar mit eine Steigerung der Videotelefonie-Umsätze in Europa um über 300 Prozent.

Wer nicht gleich in teure Videokonferenztechnik investieren will und auch keine Lust hat, für eine Besprechung das Videostudio eines Dienstleisters zu besuchen, kann sich am eigenen PC die visuelle Kommunikation schon für 49 Euro installieren. So viel kostet das Programm Alice, das der Berliner Telekommunikationsspezialist AVM auf den Markt gebracht hat. Via ISDN-Leitung taucht damit am eigenen PC das Bild des Gesprächsparters auf, sofern er über eine Ausrüstung mit dem Standard H.320 verfügt - einer verbreiteten, in vielen Geräten beachteten technischen Norm. Das kann ein PC mit Audio- und Video-Komprimierungssoftware wie Alice sein, zur Bildübertragung ergänzt um eine USB-Kamera (Preis ab 35 Euro) sowie einem Headset mit Mikrofon und Kopfhörer (Preis ab 15 Euro). Auch mit einem Bildtelefon der Telekom oder einem Videokonferenzsystem funktioniert der Bildtransfer. Weiterhin ist ein ISDN-Controller (für die Online-Verbindung), eine Soundkarte (für den Ton) und ein PC mit Windows-Betriebssystem nötig.

Ein Test zeigt, dass sich die Software innerhalb von wenigen Minuten installieren lässt. Am PC-Monitor stellt sich Alice grafisch als eine Art TV-Gerät dar: In der Mitte die Fläche für das Bild des Gesprächspartners, rechts Bedienungselemente für die Wahl von Telefonnummern. Links öffnet sich auf Mausklick ein Navigationspult, mit dem man zum Beispiel Bildhelligkeit oder Tonstärke verändern und die Übertragung kontrollieren kann.

Wer sich nach erfolgreicher Installation der Software von der Funktionstüchtigkeit des Systems überzeugen will, aber keinen technisch dazu gerüsteten Gesprächspartner zur Verfügung hat, kann über das Adressbuch eine der rund 30 Live-Cams anwählen und darüber einen Blick auf interessante Orte wie das Brandenburger Tor, Helgoland oder die Dresdner Kreuzkirche werfen. Ein japanischer TV-Sender und österreichische Skigebiete runden das Angebot ab. Diese Art von Fernsehen eröffnet auch für den individuellen Einsatz interessante Anwendungsmöglichkeiten. So kann man über eine Standkamera zum Beispiel zur Kontrolle den Blick auf ein entferntes Objekt werfen, etwa ein Ferienhaus in der Toskana. Ein dort installierter PC lässt sich ohne großen technischen Aufwand per Fernsteuerung anschalten, so dass ein teurer Dauerbetrieb vermieden wird. Mit der Maus lässt sich das Kamerabild in verschiedene Richtungen steuern und zoomen.

Technisch möglich ist die Bildtelefonie via ISDN aufgrund hoher Datenkompression. Schon bei der Übertragung von 15 Bildern pro Sekunde kommt üblicherweise ein Datenvolumen von fast 25 MBit/s zusammen. Alice komprimiert diese gewaltige Menge im Verhältnis 1:570 bzw. 1:270 und macht daraus rund 45 bzw. 110 KBit/s, je nach dem ob ein oder zwei Übertragungs-Kanäle genutzt werden, die bei einem ISDN-Anschluss zur Verfügung stehen.

Die Bildqualität ist zwar nicht mit der einer TV-Übertragung vergleichbar, aber nach leichtem Verzögerungsruckeln stellt sich automatisch eine akzeptable Bildschärfe ein, mit der die Neugierde auf das Aussehen des Gesprächspartner durchaus erfüllt wird. Notfalls ist auch vierfaches Zoomen möglich!

Urban Bastert | ots
Weitere Informationen:
http://www.avm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht TU Ilmenau entwickelt Chiptechnologie von morgen
20.04.2017 | Technische Universität Ilmenau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung