Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grafische Darstellungen für Menschen mit Sehbehinderung zugänglich machen

10.08.2006
Ein innovatives, computerbasiertes Instrument macht grafische Informationen für sehbehinderte Menschen zugänglich. Das TeDUB-System (TeDUB - Technical Drawings Understanding for the Blind) ist zur automatischen Analyse, Verarbeitung und Darstellung visueller Daten in technischen Zeichnungen fähig.

Blinden Benutzern stehen bereits mehrere technische Hilfen zum Zugriff auf Textinformationen in elektronischer Darstellung zur Verfügung. Dazu gehören die optische Zeichenerkennung, Bildschirmleser oder Braille-Geräte. Im Rahmen des TeDUB-Projekts wurde sich auf den Inhalt von Informationsgrafiken wie technischen Zeichnungen konzentriert, um blinden Nutzern den Zugriff auf grafisch dargestellte Informationen zu ermöglichen.

In Grafiken wie technischen Zeichnungen enthaltene Informationen sind für Menschen, die nicht sehen können, zwangsläufig schwer zu erfassen. Die Studien im Verlauf des TeDUB-Projekts lieferten jedoch wichtige Erkenntnisse darüber, wie blinde Menschen anhand von mündlich beschriebenen Zeichnungen ein geistiges Bild erstellen. Insbesondere wurde eine starke Tendenz zu hierarchischen Strukturen mit einem semantisch definierten Eingangspunkt und einer erkennbaren Gegenstandsordnung deutlich.

Anhand dieser Erkenntnisse wird im TeDUB-System eine Zeichnung durch eine geschichtete partonomische Komposition aus verschiedenen Abstraktionsstufen dargestellt. In einer partonomischen Hierarchie werden zwei Elemente in Zusammenhang gebracht, wenn eines ein Teil des anderen ist. Die grundlegenden Informationen aus den technischen Zeichnungen werden mittels Bildverarbeitungsverfahren extrahiert. Im TeDUB-System werden technische Zeichnungen in eine verbindende Darstellung von Diagrammkomponenten, beginnend bei der niedrigsten und endend bei der höchsten, umgewandelt. Jeder Teil wird anhand seiner Bestandteile und deren Zusammenhängen definiert. Zudem wird ein Netz von Hypothesen und Prozessen inkremental genutzt, bis eine semantische Beschreibung der gesamten Darstellung gefunden wurde. Ein angenommener Teil ist eine Hypothese, der ein bestimmter Grad von Vertrauen zugeordnet wird. Beginnend ab der niedrigsten Ebene, wird ein logischer Interferenzmechanismus genutzt, um schrittweise neue Teile aus bereits bestehenden zu erschließen. Schließlich werden danach syntaktische Konstrukte auf der unteren Ebene und somit zunehmend bereichsabhängige semantische Einheiten zusammengestellt. Die partonomische Hierarchie kann eine zufällige Anzahl semantischer wie auch geometrischer Ebenen umfassen.

Die Informationen aus der Zeichnung werden durch TeDUB als ein Netz aus miteinander verbundenen Knoten dargestellt, durch das man mit einer Tastatur und einem Joystick navigieren kann. Das TeDUB-System soll unabhängig vom Wissensbereich sein. Dadurch gewinnt die Darstellung mittels einer partonomischen Hierarchie großen Wert, da auf diese Weise blinde Fachkräfte verschiedener Bereiche technische Zeichnungen semantisch erfassen können.

Prof. Dr. Christoph Schlieder | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-bamberg.de

Weitere Berichte zu: Hierarchie Hypothese TeDUB-Projekts TeDUB-System Zeichnung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie