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Software simuliert zukünftige Satellitennavigation Galileo

31.07.2006
Siemens-Forscher haben eine Simulationssoftware entwickelt, mit der die Genauigkeit des künftigen europäischen Satellitensystems Galileo geprüft werden kann - obwohl die Satelliten noch gar nicht alle in Position sind.

Das 3,6 Milliarden teure Gemeinschaftsprojekt Galileo der Europäischen Union und der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) wird 2010 in Betrieb gehen. Es soll in der Positionsbestimmung noch genauer sein als der heutige Navigationsstandard GPS und damit völlig neue Dienste ermöglichen.


Das Prinzip der Satellitennavigation ist einfach: Satelliten senden permanent Signale aus, die von Receivern empfangen werden. Diese Signale enthalten Informationen über den Sendezeitpunkt und den jeweiligen Satelliten. Gleichzeitig besitzt der Receiver die Koordinaten der einzelnen Umlaufbahnen. Aus den Signalen mehrere Satelliten, errechnet er die eigene Position.

Mit einem dichteren Satellitennetz und verbesserten Algorithmen wird die Positionsbestimmung bei Galileo bis auf einen Meter möglich - eine bis heute unbekannte Genauigkeit. Außerdem können die Signale in Städten wesentlich besser empfangen werden. Dies wird den Service für Privatpersonen attraktiver machen, weil kostengünstigere Geräte angeboten werden können. Das neue System verfügt über 30 Satelliten und bindet die 24 Satelliten des amerikanischen GPS mit ein, da ein Galileo-Empfänger auch GPS-Signale empfangen wird. Die 54 Satelliten ermöglichen einen gänzlich neuen Navigationsservice. Die Kombination zwischen Mobilfunk und Satellitennavigation wird mit Galileo effizienter.

Wie das Magazin Pictures of the Future berichtet, basiert die im Siemens-Forschungszentrum Roke Manor in Südengland entwickelte Software auf den von Galileo erwarteten Signalen und schließt GPS mit ein. Damit lässt sich berechnen, ob ein Empfänger auch unter ungünstigen Bedingungen Navigationssignale detektieren kann. Die Software trifft Vorhersagen über die Signalstärke und erwartete Messfehler, indem sie Bebauungspläne und Grundrisse von Gebäuden sowie Satelliten- und Luftaufnahmen von Städten analysiert. Die Simulation soll in ein System integriert werden, das Fachleute von Siemens Communications in Berlin entwickeln. Es wird mit Hilfe der Galileo-Satelliten sowie der Mobilfunk-Basisstationen wie GSM und UMTS die Position von mobilen Geräten präzise bestimmen. So können dann auch kostengünstige Lotsendienste fürs Handy angeboten werden.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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