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Handy verfolgt Anwender auf Schritt und Tritt

17.02.2006


Standortübermittelnde Verfahren ermöglichen Personenortung


Per Handyabfrage Leute ausfindig machen



Mobiltelefone könnten schon bald als interaktive Infoplattformen fungieren, die in der Lage sind, Aufenthaltsort und Verfügbarkeit von in der Umgebung befindlichen Personen zu signalisieren. Alternativ könnten so genannte Local Based Services den Handybenutzer auf vordefinierten Routen durch die Stadt lotsen oder die nächstgelegene Pizzeria mit Gastgarten auf dem Display anzeigen. Als größtes Problem präsentiert sich allerdings der Datenschutz, der es Netzbetreibern untersagt, den Aufenthaltsort von Handybenutzern weiterzugeben. Um die Anonymität der Anwender zu gewährleisten, haben Experten des Forschungszentrums Telekommunikation Wien (ftw) eine auf der ITnT vorgestellte Software entwickelt, die permanente Standortangaben ermöglicht, ohne die Privatsphäre und Sicherheit der Teilnehmer zu gefährden.

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Bei einer Standortanfrage ersucht das Gerät ähnlich bekannter Instant-Messenger- und anderer Kommunikations-Applikationen wie ICQ, MSN oder Skype zunächst um die Erlaubnis des Kontaktierten. Bei Einwilligung sorgen ein Codierungsschlüssel sowie ein vom Programm generiertes temporäres Pseudonym für die sichere Übertragung der Aufenthaltsdaten.

Neu ist laut Softwarentwickler Oliver Jorns vom ftw die Möglichkeit einer ständig aktualisierten, kontinuierlichen Abfrage. Damit könne der Aufenthaltsort von ausgewählten Personen quasi in Echtzeit mitverfolgt und auf einem implementierten Stadtplan angezeigt werden, so Jorns im pressetext-Interview. Vorstellbar sei auch, dass das Gerät den Inhaber benachrichtige, wenn vordefinierte Personen oder Freunde sich im unmittelbaren Umkreis befinden, so der Softwareexperte.

In den kommenden Jahren erwartet sich Jorns im Mobilfunkbereich ähnlich bahnbrechende Entwicklungen, wie Ende der 90er-Jahre bei Computern und dem Internet. "Als das Internet vor gut zehn Jahren aufgekommen ist, war jeder von der neuen Technologie fasziniert. Gleichzeitig stellte das Netz noch einen weitgehend leeren Raum dar", so Jorns. Bei der mobilen Nutzung von Geräten präsentiere sich die gleiche Situation: "Der technologische Träger steht - jetzt gilt es diesen mit entsprechendem Inhalt und Services zu füllen."

Probleme bei der Realisierung innovativer Lokalisierungsfunktion auf Mobiltelefonen ergeben sich neben sicherheitsrelevanten Aspekten vor allem durch die schwierige Verknüpfung unterschiedlicher Informationsschnittstellen. Ungeklärt ist außerdem die Frage der Netzauslastung, die angesichts der permanenten Datenabfragen in den Mittelpunkt rücken würde.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ftw.at

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