Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Home Fachgebiete Informationstechnologie Nachricht

Der digitale Organismus

nächste Meldung
20.10.2005

Anzeige


Forscher der Universität Karlsruhe hauchen Computern Intelligenz ein


Computer sind vielseitig. Sie führen Verkaufsverhandlungen, organisieren Auktionen oder übernehmen die Steuerung von Maschinen. Trotzdem ist ihre Handlungsweise eingeschränkt. Eine neue Aufgabe erkennen und flexibel darauf reagieren können sie bisher nicht. Computer leisten Auftragsarbeit, für die sie programmiert sind. Ändert sich die Aufgabe, muss die Programmierung geändert werden. An der Universität Karlsruhe haucht nun eine Forschergruppe Rechnern "Intelligenz ein": Sie orientiert sich an Mechanismen des menschlichen Körpers.

Organic Computing heißt diese Wissenschaftsrichtung, die gezielt nach Parallelen in der Natur sucht, um bestimmte Aufgaben zu lösen. "Wir möchten, dass sich ein Rechner selbstständig an verschiedene Situationen anpasst", beschreibt Professor Dr. Jürgen Becker. Digitalen Organismus - diesen Begriff hat der Sprecher des Forschungsvorhabens und Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung für das Untersuchungsobjekt geprägt, an dem er gemeinsam mit fünf weiteren Wissenschaftlern aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Biologie arbeitet. Ihr Untersuchungsobjekt: Ein Industrie-Roboter. Er soll später in der Lage sein, zu entscheiden, welche Aufgabe im Moment am sinnvollsten ist und diese in Angriff nehmen. Fehlt beispielsweise ein Zwischenprodukt, entscheidet der Roboter, wann er mit dessen Fertigung anfängt. Becker: "So wird die Effizienz des Fertigungsprozesses gesteigert."

Die Forschergruppe plant, den digitalen Organismus an ausgewählte Mechanismen im menschlichen Organismus anzulehnen: Mit Zellen, Organen und Gehirn. Die kleinsten Einheiten - die Zellen - bilden einzelne Prozessorelemente. Sie müssen sich gegenseitig verständigen und andere Zellen bei Bedarf ersetzen können - analog einem Zellverband bei Säugetieren. Weiter müssen diese "Zellen" rekonfigurierbar sein. Becker: "Nur dadurch kann der digitale Organismus flexibel und schnell genug auf Anforderungen von außen reagieren."

Die zweite Hierarchieebene gestalten die Karlsruher Wissenschaftler in Anlehnung an die Organe des menschlichen Körpers. Einzelne Zellen der ersten Ebene schließen sich zu "Organ-Verbänden" zusammen und übernehmen eine aktuelle Aufgabe. Den "Befehl" für den Zusammenschluss erhalten sie über "virtuelle Botenstoffe" in Form elektronischer Botschaften. Über die Organe wacht auf oberster Ebene das Gehirn. Es erkennt die Anforderungen der Umwelt sowie den inneren Systemzustand und gibt dementsprechend die Befehle an die darunter liegenden Ebenen weiter.

Das Forschungsvorhaben ist ein Teilprojekt des Schwerpunktprogramms Organic Computing, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im vergangenen Jahr eingerichtet hat. Diesen Sommer hat die DFG aus 59 eingereichten Projektvorschlägen 18 Projekte bewilligt. Drei davon sind an der Universität Karlsruhe angesiedelt. Sprecher des Schwerpunktprogramms ist Professor Dr. Hartmut Schmeck vom Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren der Universität Karlsruhe.

Weitere Informationen:
Angelika Schukraft
Presse und Kommunikation
Universität Karlsruhe (TH)
Telefon: 0721/608-6212
E-Mail: schukraft@verwaltung.uni-karlsruhe.de

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.uni-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Organ Organismus Rechner Untersuchungsobjekt

nächste Meldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Nano-based RFID tags could replace bar codes
19.03.2010 | Rice University

nachricht Jason-3, ein neuer Satellit für die Meeresbeobachtung
19.03.2010 | Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Alle Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie >>>

Anzeige

B2B Suche

Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

Aktuell

Laserdrucker-Emissionen schädigen Lungenzellen

19.03.2010 | Studien Analysen

Rückenschmerzen: Was kostet Lebensqualität?

19.03.2010 | Studien Analysen

The Institute for Ocean Conservation Science applauds IUCN's reclassifcation of beluga sturgeon

19.03.2010 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Innovations Report TV
Reportagen, Interviews und
Video-Highlights auf:

www.innovations-report.tv

... in Kooperation mit
Science-TV & Inventions-TV
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>

Veranstaltungen

China-Woche 2010

19.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Baufinanzierer setzen auf einen starken Vertrieb

19.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Heidelberger Innovationsforum: Cleantech & Green IT

19.03.2010 | Veranstaltungsnachrichten

Live-Mitschnitte, Interviews und Hintergründe von den Meinungs-
führern aus Politik und Wirtschaft jetzt auf www.euroforum.tv

FindAndHelp