Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerade im Katastrophenfall ist die Informatik gefragt: Emergency Computing und Kritische Infrastrukturen

20.09.2005


Kritische Infrastrukturen und der Umgang mit Katastrophen sind wichtige Herausforderungen für die Informatik. Deshalb stehen diese Themen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung INFORMATIK 2005 der Gesellschaft für Informatik.



Die Versorgung unserer Gesellschaft hängt von Computer-Informationsnetzen ab. Technische Defekte, menschliches Versagen oder mutwillige Zerstörungen können gefährliche Kettenreaktionen auslösen. Zuletzt trug der Zusammenbruch der Kommunikationsnetzwerke seinen Teil zur Katastrophe in den vom Hurrikan "Katrina" verwüsteten amerikanischen Golfstaaten bei. Auf ihrer diesjährigen Jahrestagung beschäftigte sich die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) deshalb schwerpunktmäßig mit "Emergency Computing" und "Kritischen Infrastrukturen" (Kritis).



"Die Informatik verfügt über zahlreiche Forschungspotenziale, um ein effizientes Katastrophenmanagement zu ermöglichen", erklärte GI-Präsident Matthias Jarke in Bonn. Wichtig sei es, die Ablösung veralteter Systeme mit innovativen Lösungen zu betreiben.

Die Informatik entwickle grundlegende Techniken für die Kommunikation unter extremen Bedingungen. So können autonome Kommunikationstechniken zusammengebrochene Systeme ersetzen bzw. ergänzen. Einzelne Komponenten so genannter Ad-hoc-Netze nehmen direkt und ohne Umweg miteinander Verbindung auf. Geräte wie Mobiltelefone, Laptops, Funkgeräte oder Hausantennen, die Daten senden und empfangen können, werden Teil eines solchen Kommunikationsnetzes.

Prof. Dr. Bernhard Hämmerli begrüßte den von Bundesinnenminister Otto Schily vorgestellten "Nationalen Plan zum Schutz der Informations-Infrastrukturen" (NPSI). Er betonte jedoch, dass die Anstrengungen nicht nur multidisziplinär, sondern auch transnational sein müssen. Hämmerli: "Dominoeffekte sollten nicht mehr möglich sein, ebenso sollten zentrale "Single Points of Failure" auf ein sinnvolles Minimum reduziert werden." Der Kritis-Experte forderte daher, die Architekturen der Systeme und Infrastrukturen in einer interdisziplinären Anstrengung zu verbessern. Systeme sollten autark funktionieren und sich selbst überwachen und reparieren können. Auf diese Weise könnten Dominoeffekte vermieden werden. Lagezentren müssen bedarfsgerechte Informationen verarbeiten können. Informationen, die in verschiedenen Krisengraden ausgetauscht werden müssen, müssen auch unterschiedlich vertraulich behandelt werden können. Für den Austausch untereinander müssen vertrauenswürdige Systeme entwickelt werden, die über gemeinsame Schnittstellen und Protokolle verbunden sind.

Prof. Dr. Klaus Lenk verlangte von der Politik, Szenarien und Langfristplanungen zu erstellen und die entsprechenden Forschungsrahmen zu definieren. Allerdings seien die Zuständigkeiten für die verschiedenen Bereiche des Katastrophenschutzes, des Zivilschutzes und der Polizei zwischen Bund und Ländern aufgeteilt und böten vielfache Möglichkeiten zur gegenseitigen Behinderung. Die Einrichtung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe genüge noch nicht. Lenk forderte deshalb: "Die Sicherheitsbelange müssen institutionell gebündelt werden."

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de

Weitere Berichte zu: Computing Emergency Katastrophenfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie