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Deutsch-chinesische Forschung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006

14.06.2005


Ob Rockkonzert, Fußballweltmeisterschaft oder Olympische Spiele – internationale Großveranstaltungen sind eine Herausforderung für jede Event- und Verkehrslogistik: Besucher- und Verkehrsströme müssen rechtzeitig entflochten und situationsabhängig gesteuert werden. Deutsche und chinesische Forscher entwickeln jetzt gemeinsam ein innovatives Verkehrsinformationssystem.


Wann ist es Zeit zur Veranstaltung aufzubrechen? Gibt es Staus auf der Strecke, die die Fahrzeit verlängern oder Störungen im U-Bahn-Verkehr? Der digitale Begleiter, den die Forscher im Projekt TRANSIT – Intermodal Transportation Information Management System – entwickeln, sorgt dafür, dass man rechzeitig ans Ziel kommt.

Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 will das deutsch-chinesische Forscherteam ein umfassendes Informationssystem bereitstellen, das sowohl öffentliche, als auch private Verkehrsmittel berücksichtigt und miteinander kombiniert. Die neue »intermodale Service-Plattform« soll den Besuchern der Spiele in Berlin helben sich zu orientieren. Auf Wunsch werden sie während der Veranstaltungstage durch TRANSIT »proaktiv« geleitet: Einmal eingeloggt erhalten sie alle relevanten Verkehrsinformationen über Handy, PDA oder andere mobile Endgeräte. Das Neue: Der Nutzer muss keine Fragen stellen. Das System fragt am Anfang alle Wünsche ab, dann liefert es die Informationen, die benötigt werden, von sich aus: Es checkt Fahrpläne, aktuelle Verkehrsdurchsagen und eventuelle Störungsmeldungen und errechnet daraus eine Anfahrtsempfehlung, die pünktlich ans Ziel führt.


Auch den Verkehrsleitzentralen eröffnet TRANSIT neue Möglichkeiten: Durch reaktives Verkehrsmanagement – das das Verhalten und die Reaktionen der Nutzer analysiert – lässt sich die aktuelle Verkehrssituation beeinflussen. So können beispielsweise Verkehrsteilnehmer, die mit dem eigenen Auto bereits losgefahren sind, frühzeitig informiert werden, wenn sich ein Stau anbahnt. Das Informationssystem zeigt dann mögliche Parkplätze und Umsteigemöglichkeiten auf öffentliche Verkehrsmittel an. Während der Fußball- Weltmeisterschaft soll TRANSIT getestet und bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 flächendeckend eingesetzt werden.

Das wissenschaftliche Ziel des Projekts ist es, zahlreiche Dienste für Einzelnutzer aber auch für das Verkehrsmanagement auf einer einzigen gemeinsamen Plattform anzubieten. Die Informationen hierfür werden dynamisch und automatisch erstellt. Ein aktueller Dienst informiert, wann man spätestens aufbrechen sollte und berücksichtigt dabei die Verkehrssituation, den sich verändernden Standort und die individuellen Vorlieben – für bestimmte Verkehrsmittel, Routen, die Nutzung von Fahrstuhl und Rolltreppe. Hochwertige Echtzeitdaten und Prognosen sichern, dass die Veranstaltungsorte stressfrei und sicher erreicht werden.

An dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Gemeinschaftsprojekt arbeitet ein hochkarätiges chinesisch-deutsches Forscherteam. Von deutscher Seite sind mit dabei: Das Institut für Verkehrsforschung IVF am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, die Hamburg Consult: Gesellschaft für Verkehrsberatung und Verkehrsmanagement mbH, die Planung Transport Verkehr AG PTV sowie Siemens Intelligent Traffic Systems ITS.

Prof. Dr. Agnes Voisard | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.isst.fraunhofer.de

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